Ausgabe 
13.11.1900
 
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Abbildung 3.

Abbildung 1.

Abbildung 2.

Die Pelzmode.

Sewieüet u«i mit Abbildungen versehen »en der $*tee«»tien«len Schnittmanufaktur Dre-den.

Reichhaltige« Modenalbum und Schnittmusterbuch äSVPfg. baselbst erhältlich.

ihrem Platz«, und ficht man fie auch tn Wirklichkeit m dieser Form am häufigsten angewandt. Wie wohl in keiner Saison zuvor ist jetzt dre Anwendung von Pelzreveri und Kragen für JacketS, Capes, Mäntel usw. allgemein geworden, wobei alle möglichen Fellsorten vertreten sind. Allzu praktisch können wir diese Mode jedoch nicht finden; denn nicht allem, daß man den ganzen Winter hindurch auf ein und dasselbe Kleidungs­stück angewiesen ist, sondern e» ist auch dadurch unpraktisch, daß es einem in den Uebergangsperioden von Herbst und Frühling leicht lästig wird. Bester ist da schon eine der jetzt allgemein beliebten und vielgetragenen PelzboaS. Wir meinen damit nicht die geschmacklosen ganzen FuchSbälge, welche die Trägerin förmlich zu umschlingen scheinen und vorn und hinten je zwei Beine baumeln lasten. Einige Zugeständnisse wird man der so durchgreifend aufgetretenen Modeform jedoch wohl machen müssen, indem man eine Boa wählt, deren eine Seite mit Schwänzen abschließt, während die andere einen naturähnlichen Kopf aufweist. Denn Schwanzgarnituren, ja ganze Schwanz­jabots gehören nun einmal zu den diesjährigen ausgeprägtesten Mode­erscheinungen. Uebereinstimmend mit der Boa, wird dann gewöhnlich der Muff gewählt, welcher mit der zunehmenden Mode für Pelz auch immer größere Dimensionen angenommen hat. Von den merkwürdigen Formationen durch Ver­zierung mit Pelzfalten an den Seiten, der geschmacklosen Ausschmückung von Spitzen und künstlichen Blumen, ist man

glücklicherweise jetzt wieder abgekommen. Den gleichen Fortschritt, den die Pelzmode in Bezug auf Kleidungsstücke und Garnituren gemacht hat, zeigt sie auch als Kopfbedeckung. Denn die früheren anspruchslosen Pelzmützchen haben jetzt regelrechten Pelzhüten, nach den neuesten Vor­schriften der Modistin Platz gemacht hat, bei denen gleichfalls die Zu­sammenstellung von zweierlei Pelz für Krempe und Kopf eine große

Die Prunksucht in der Frauenmode greift immer weiter um sich, und wem die Bermögensverhältnist« den echten Luxus nicht gestatten, der hilft stch mit dem scheinbaren. Die« zeigt sich am deutlichsten an der immer größeren Verbreitung der Pelzmode. Früher hatten nur die »deren Zehntausend Anspruch auf diese, und mit Recht; denn «8 giebt nicht leicht etwa« kostbarere« al« da» Fell eine« seltenen Tieres au« fernen Ländern. Ja, gewiste Pelzsorten, wie Z»bel und Hermelin blieben den Königen und Fürsten vorbehalten. Auch noch zu Zeiten unserer Großeltern galt e« al« unnützer Aufwand, sich «inen edlen Pelz oder ein PelzverbrämteS Klei­dungsstück zu leisten. Anders heute; denn, ob­gleich durch de» beträchtlichen Verbrauch die edlen Pelzsorten immer kostspieliger, ja fast unerschwinglich werden, gehört d»ch Pelz zu den alltäglichsten Erscheinungen denn Katzen und Kaninchen gibt ei ja genug. Es soll damit durchaui nicht gesagt sein, daß man in seinen Ansprüchen an die verschiedenen Pelz­sorten zurückgeganaen wäre; denn wirklich vor­nehme Damen wiffen immer noch den Wert eineS edlen Pelzes zu schätzen und zahlen gern di« dafür nötigen erschrecklichen Preise. Aber die Pelzmode ist so allgemein, daß ei für ge­wöhnliche Sterbliche nicht gut möglich ist, nur die besten Pelzsorten zu beanspruchen, und man muß wohl oder übel seine Zuflucht, wenn auch nicht gerade zu nachgeahmten, so doch zu weni­ger kostbaren Fellarten nehmen. Andererseits ist wiederum ein guter Pelz etwas so dauer­haftes, daß man denselben bei einiger Schonung, ein ganzes Menschenalter tragen kann. Dies gilt hauptsächlich für die jetzt modernen ganzen Kleidungsstück- aus Pelz; dieselben würden bei ihrer Unverwüstlichkeit mit zu den billigsten I Rolle spielt.

tr be, Auswahl eines Kleidungsstückes aus Pelz/immer I so leicht verwendbaren Schnitte der Internationalen Schnittmanufa tur, möaliÄ 'n-uU°le d» M°d° wenig wählen, Dresden. Eine große Anzahl solcher enthält das für Herbst und W-nt-r

wie eine solche durch das Cape Abbildung 1 veranschaulicht wird. Be- I erschienene reichhaltige Moden-Album und Schmttmusterbuch, '

51 , J,irorhbtrit He iefct von den «roßen Modehäusern ausgege- I welches zugleich mit fernen Hunderten von Modellen eine vollständige

testet man «llerdings die M-m- ^^Pelmodellksodürfte einem Schau d/r neuen Mode bietet. Die Schnitte der Firma w-rd-n seckens

das fast schwer fallen; denn man sieht da I der Frauenwelt sehr gelobt; sie wurden im Jahre 1900 auf 8 Aus-

die verschiedensten auffallenden Modeformen I stellungen durch erste Preise ausgezeichnet, was ebenfalls als Beweis

in überspanntester Ausführung. Da sind I ihrer allgemeinen Wertschätzung anzusehen ist.

zunächst ganze Cape« in Serpentinform, I ~ .

hinten und vorn zipflig aus kostbaren Zobel- I Littermrisches.

feilen zusammengestellt, wobei die feinen j Katechismus der Astronomie. Von Dr. Hermann I. Klein. Musterungen des Felles, alS Querlinien, zur 1 Mit 3 Tafeln und 143 Textabbildungen. Neunte Auflage, In

Geltung kommen. Dreiviertellange Mäntel I Originalleinenband 8 Mark 50 Pf. Verlag von I. I. Weber

aus Persianer mit breiten, auffällig ge- I ;n geizig.

formten Revers aus Chinchilla und gleichem I Die Astronomie gewährt einen doppelten Nutzen, einen materiellen Serpentinvolant am unteren Rande, ent- I unb einen jbeaten. Ohne Astronomie würde es keine richtige Zeitein­sprechen im Schnitt und Ausführung durch- I teiIun, unb zuverlässige Zeitmessung geben; ohne Kenntnis des gestirn- aus den neuesten Pariser Modeformen. I tcn &imntel8 wäre daher auch die mathematische Erdbeschreibung völlig Sackpaletots aus Zobel mit reich gestickten I unmöglich. Ohne Astronomie gäbe es keine Schiffahrtskunde; was aber Sammetpaffen sind weniger schön, als kost- I mäce wiederum der Handel ohne wissenschaktlich begründete Schiffahrt? bar. Am kleidsamsten sind noch immer tue I gjjeit bbbei. aI8 bee praktische ist aber der geistige Nutzen, der ideal- kurzen Boleros aus Persianer oder Sealskin, Wert der Astronomie. Deshalb sollte auch derjenige, der nicht in der und hat man darin auch die verschiedensten I Erforschung des Sternenhimmels feinen Beruf erkennt, wenigstens das Abwechselungen. Ihre Ausschmückung und I Wissenswerteste, was die Astronomie zu bieten vermag, kennen lernen, ihren Charakter erhalten dieselben durch Be- I Erreichung dieses Zweckes dient der nun schon in neunter Auflage sätze von langhaarigen, abstechenden Pelz- I obliegende, von berufenster Feder verfaßte Katechismus. Die vielfach sorten, wie Abbildung 2 zeigt. So ist es I verbesserte Neuauflage hat nicht nur alle astronomischen Entdeckungen z. B. sehr modern, die Reverse und das I bev j/ten aeit berücksichtigt, sondern auch von den Abbildungen die innere des hochstehenden Stuartkragens mit ^eten but^ bessere, neue ersetzt.

dem hellgrauen Chinchilla zu bekleiden. Da I ........

dieser zarte Pelz in echt, sowohl als auch I Gleichung,

in unecht, sehr empfindlich ist, so ersetzt I Nachdruck verboten,

man ihn gern, trotz seiner Schönheit, durch I , ,

andere Fellarten, wie z.B. Zobel oder den ihm ähnlichen weniger kost- I + '

baren aber desto dauerhafteren Skunks. Doch auch Persianerjäckchen I » dient dir tn Hof unb Haus,

ebne jeden andern Pelzbesatz sind sehr beliebt und nicht minder kleidsam. Gehet gern mit dir auch aus.

Jedenfalls dürfte das im Rücken nur bis zum Taillenschluß reichende I b >st hölzern, dünn und lang.

«ch «ach vorn «in wenig verlängernd« Bolero mit zu den kleidsamsten I o macht Herz unb Sinn brr krank.

Formen für moderne Pelz-Kleidungsstücke zu zählen fein. Denn schon I d fei immer heilig dir.

das Jacket mit längerem Schößchen, verstärkt die Hüften in unschöner ! In den x, da ächzten wir.

Weise. Auch die Verwendung langhaariger Pelzsorten ist für ganze I Auflösung in nächster Nummer.

Kleidunasstücke weniger zu empfehlen, da sie die Figur ungemein ver- I ~ . .

ftätlen Dieselben sind vielmehr als moderne Garnituren und Ver- I Auflösung des Bilderrätsels tn voriger Nummer ° brämungen, wie eine solche an Abbildung 3 ersichtlich ist, weit eher an I Alberne Leute sagen Dummheiten, gescheite machen sie.

Redaktion: E, Burkhardt. Druck und Aerlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- unb «teinbruckerei (Pietsch Srben) in Aiehell.