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«MungSyabe folge wie ein edles Hund mit beharrlich ununterbrochener Ahnenreihe.
Natürlich bevorzugt der rechte Hundezüchter in jedem Falle die reine Rasse; das große Publikum schätzt aber die Hunde nacht ihren besonderen Eigenschaften, und was dem einen löbliche erscheint, würde ein anoerer vielleicht als großen Fehler ansehen. So rühmte einmal in einem Eisenbahnwagen, als die Passagiere von einer Hunde-Aus- stellung sprachen, ein kleiner Mann seinen Hund, den er nicht für die beste Rasse hingeben würde. „Er ist ein bischen von allen Rassen", so sagte er, „ein ordentlicher Mischling, aber wir könüten ohne ihn zu Hause nicht fertig werden. — Sehen Sie, als ich ihn vor einigen Jahren bekam, richtete ich! ihn so ab, daß er alle Eisenbahnzüge anbellte, die an unserem Hause vorbeifuhren. Das ist seine einzige Arbeit — Züge anbellen; und er heult um sie herum, besonders um Kohlenzüge. Er ärgert die Eisenbahnbeamten so, daß jeder Führer ihm den Tod geschworen hat. Aber er ist ein wertvolles Tier!" — Noch hatte niemand begriffen, worin eigentlich der Wert des Hundes ibestäüde,. „9hin, Meine Herren", fuhr der kleine Mann fort, „sein Wert würde Ihnen schon klar werden, wenn Sie an meiner Stelle wären. Alle Eisenbahnbeamten und Eisenbahnarbeiter schmeißen, da sie nichts anderes zur Hand haben. Nach dem „verflixten Hunde" mit Kohlen. Na, und ist es vielleicht nicht angenehm, wenn einem alle Kohlen, die man zum Brennen braucht, kostenfrei vor die Hofthür geworfen werden?"
Man hatte diesen Hund regelrecht zum Spitzbuben erzogen. Nichtsdestoweniger ist der Fall ziemlich harmlos. Zu einem rechten Straßenräuber hatten aber Pariser Gauner ihre Bulldogge erzogen. Sie war so ab- gerichtet, daß sie alte Herren auf der Straße ansprang. Die meisten derselben konnten gegen den kräftigen, vier Fuß langen Köter nicht standhalten und fielen hin. Sofort kam ein Ehepaar (Eigentümer des Hundes) und half oem Herrn unter tausend Entschuldigungen wieder auf die Füße, wobei sie ihn gleichzeitig mit großer Geschicklichkeit von seiner Uhr und anderen Kleinigkeiten befreiten.
Sehr häufig hört man erzählen, welch weite Strecken .Hunde zurücklegen, um ihr Heim wieder aufzusuchen, wenn sie an irgend einem Orte durch Zufall zurückblieben oder sich! 'verirrt haben. Thatsächftch ist; das eine Fähigkeit, welche den meisten Hunden eigen ist, und man hätte noch weit häufiger Gelegenheit, von dieser Tugend zu erzählen, wenn es nicht so viele Leute gäbe, die es sich zum Beruf gemacht haben, Hunde zu „finden" und sie zu verkaufen oder die dem Finder ausgesetzten Belohnungen einzustreichen. Auf edle Rassehunde oder Lieblingshunde reicher Leute, für welche, nicht felten sehr hohe Belohnungen ausgesetzt werden, haben es diese Finder ganz besonders abgesehen. Ein witziger Hundefreund sagte einmal einer Dame, als diese ihn über den Spürsinn der Hunde befragte: Das kommt ganz auf den Hund an. Ist es einer, den sie gern verlieren wollen, so findet er zurück, anchi wenn er 200 Meilen weit ist; ist er Ihnen aber wert, so kann er Ihnen verloren gehen, wenn er nur um die Hausecke herum geht.
Mellord, von dem ich oben schon gesprochen habe, war einmal bei einem Onkel, einem wunderlichen alten Herrn und großen Hundefeinde, zu Besuch; eines Tages macht er mit feinem" rauhhaarigen Terrier einen langen Spaziergang über Land. In einem etwa 12 Meilen entfernten Dorfe fühlte er sich! ermüdet und beschloß, mit der Eisenbahn zurückzufahren. Erst als er den Bahnhof, und zwar im letzten Augenblick vor Abgang des letzten Abendzuges, erreichte, bemerkte er, daß sein Terrier nicht mehr bei ihm sei. Beim Abendbrot erzählte er seinem Onkel den Zwischenfall und nahm wahr, daß dieser lächelte. Mellord aber lachte den alten Spötter einfach aus; denn er kannte seinen Terrier. Um 4 Uhr morgens kam der kleine ranhhäarige Herr an und verlangte laut bellend Einlaß! — Er wär noch nie vorher in jenem Dorfe gewesen und befand sich erst seit drei Tagen im Hause des bewußten Onkels.
Dem alten Herrn, der die, Hunde durchaus nicht leiden mochte, wurde daun noch, ein böser Streich!, gespielt. Er wohnte zwischen eineip Major a. D. auf der einen und
einem reichen SchifsSmaklev auf der andere« tzefte. Ksc letztere, besah einen laut bellenden Hund, de» dem OnSet das Leben „vergiftete". Endlich! verzweifelnd, schrieb er einige höfliche Worte an den Schiffsmakler, in denen er verspracht ihn mit einem Goldstuck zu belohnen, wenn eit nur den Hund loswerden könnte. Das Dienstmädchen des Maklers kam fast sofort mit der Botschaft herum, ihr Herr werde sein möglichstes thun, den Hund recht bald zu verkaufen. Der alte Herr fand dies sehr liebenswürdig und äußerte sich! auch in diesem Sinne. Am Spätnachinittag desselben Tages war er zufällig in der Stadt und sprach im Biireau des Schiffsmaklers vor. „Ist es Ihnen gelungen, den Hund loszuwerden?" fragte er. „O ja, vä)\ bin ihn los", war die Antwort. „Ach, nun kann ich! wenigstens nachts fchlafen." Eben wollte er, seinem Versprechen gemäß, die Goldmünze bezahlen, ater sich! bedachte und fragte, was aus dem Quälgeist eigentlich! geworden wäre. „O", sagte der Makler lebhaft, „ich habe ihn heute nachmittag an den alten Major verkauft, der n e b e n I h n e n wohnt, und bekam 10 Mark dafür. Das ist doch! nicht schlecht, nicht wahr?" Onkels Antwort soll durchaus unparlamentarisch gewesen sein. Hd.
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S ch l ü s s e l t a s ch e. Eine Schlüsseltasche von gefälliger und äußerst praktischer Form läßt sich auf folgende Weise herstellen: man nimmt zwei Tuchteile in grauer Farbe, jeden Teil 15 Zentimeter lang und 6 Zentimeter breit, und bestickt den einen Teil mit einem von Vergiß- meinnichtranken .umgebenen Schlüssel. Der Schlüssel wird in Silber, die Blumenranken in ihren natürlichen Farben mit Seide ausgeführt. Ist die Stickerei vollendet, so füttert man die Teile mit rotem Flanell oder, was noch! praktischer ist, mit grauem Waschleder und näht sie linksseitig 'mit überwendlich en Stichen zu einer Tasche zusammen. Sodann wird der obere Rand mit einem Stahlbügel nebst Schließvorrichtung, wie man solchen in Galanterie- und Lederwarengeschäften für Portemonnaies zu kaufen bekommt, versehen/
EineneueArt,ObstvoubestechendemAus-- sehen und schönem G e s ch m a <f ä u erziehen. Man war bislang der Ansicht, daß eine Frucht um so lachender und schöner werde, je mehr sie der vollen Sonne ausgesetzt sei und hat nach dieser Ansicht seine Früchte behandelt. Neuere Versuche bestätigen das aber nicht, zeigen vielmehr, daß das Obst im milden Schatten bei künstlich hervorgerufener hoher Wärme an Aussehen, Geschmack und zum Teil auch an Größe gewinnt. Der milde Schatten, die höhere Wärme werden durch Einhüllen der Früchte in Papier hergestellt. Die Kosten sind also nicht hoch! und kommen für den Liebhaber sowie den Formobstzüchter wenig in Betracht; sie sind aber auch für'' jeden . anderen Obstzüchter nebensächlich, wenn es sich darum handelt, herrliche Schaufrüchte zu gewinnen. In Nr. 32 des „Erfurter Führers im Gartenbau" sind die Veränderungen, welche die Früchte durch das Einhüllen erleiden, bildlich! dargestellt und die Kostproben veröffentlicht. Wer sich für Obstbau interessiert, lasse sich diese Nummer kommen. Sie wird unseren Abonennten postfrei zugesandt, sobald sie sich mittelst Postkarte an das Ge- schäftsamt des Erfurter Führers in Erfurt wenden.
Kür die Küche.
Gestürzter Kartoffelsalat. Frischgesotsene, gleichgroße Kartoffeln werden geschält, wenn völlig erkaltet, in messerrückendicke Scheibchen geschnitten und damit Boden und Rand einer Auslaufform fchneckenartig ausgelegt. Von den übrigen Kartoffeln hat man, solange sie noch warm, Kartoffelsalat bereitet, mit dem man die Form bis gut fingerbreit vom Rande füllt. 3 hartgekochte Eigelb werden zerdrückt, mit 3 Eßlöffeln gutem Oel, 2 Eßlöffeln Essig, ein wenig Salz und Pfeffer verrührt, ein Viertel Liter laue Fleischsülze, die angenehm mit Maggi abgeschmeckt wurde, darunter gemischt und diese Mischung über die Kartoffeln gegossen, die man an kaltem Orte damit sülzen läßt. Beim Gebrauch taucht man die Form schnell in heißes Wasser und stürzt den Salat auf eine Platte.


