Ausgabe 
13.2.1900
 
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Fig- 3-

Fig- 1.

Fig. 2.

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Men, so ist anzuraten, lieber eine andere Form, als gerade den Sezessionsstil zu wählen, und zeigt Figur 2, wie man in einem solchen Falle vorzugehen hat.

Anstatt der ersehnten Wenzel findet der Spieler zu seinem Schrecken zuerst Grün (Pique). Neun und außerdem Rot (Coeur) Acht. Mittel­hand hat 31, Hinterhand 26 Augen in ihren Karten.

Ist eS möglich, das Spiel zu gewinnen?

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer.

Ich habe keine Zeit, müde zu sein.

Lttterarisches.

Ammer Weitere Verbreitung in allen Nranentretsen finden die für jede Art Schneiderin so praktischen Papiermodelle der Jnternationalen-Schnittmanusaktur, Dresden. Jede nach diesen ganz vorzüglichen Schnitten gefertigte Toilette zeichnet sich durch einen eigenen Chick aus, sodaß auch Damen der ersten Gesellschaftskreise sich ihrer mit besonderer Vorliebe bedienen. Natürlich sind auch Schnitte für alle einfachen Kleiderarten erhältlich, die sich wegen ihre- leichten Gebrauchs für alle sparsamen Hausfrauen als ein sehr wertvolles Hilfsmittel zur bequemen Selbstverftrtignng von BekleidungSgegenständen bewahren. Sicher ist es für jedermann von Wert, diese praktische Neuheit kennen ru lernen, und empfiehlt eS sich deshalb, sich ein reichhaltiges Modealbum und Echnittmusterbuch für nur 50 Pfg. von der Internationalen Schnitmanufaktur, Dresden zu bestellen, welches eine ausführliche Uebersicht über die neue Mode und über namentlich erhältliche Schnitte gewährt. ______________

Skataitfgave.

Nachdruck verboten.

(Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)

Da alles paßt, hofft Vorhand auf einen guten Skat und tourniert mit folgenden Karten:

Maskenkostüm.

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden-!^.

Ausdruck kommen, außerdem aber der Aufwand für ein derartiges zumeist nur zu einmaligem Gebrauch bestimmtes Kleidungsstück auch nicht zu groß sein. Da ist denn oft guter Rat teuer, und manche unserer freundlichen Leserinnen, die mitten in diesen Faschingssorgen steckt, wird eS uns Dank wissen, wenn wir ihr mit einigen Vorschlägen an die Hand gehen. An ak­tuellen Ideen ist in diesem Jahre eigentlich kein Mangel. Vor allen Dingen legt eS uns die Jahrhundertwende nahe auf die Kleiderformen dieser vergangenen Zeitepoche znrüüzugreifen. Die Wahl eines derartigen Kostümcs ermöglicht es hier und da vielleicht, alle Herlichkeiten von Großmutlcrzeiten zu verwenden, waS man ja thun soll, denn je »rginalgetreuer ein Kostüm ist, um so wert­voller erscheint es. Auf diese möglichst naturgetreue Kopie ehemaliger Kleiderformcn, die uns dank der bereits seit 100 Jahren bestehenden Modezeitungen genau bekannt find, ist überhaupt Wert zu legen. So darf man, falls man wie anno 1800 geht, nicht etwa ein modernes Korsett tragen, sondern lediglich ein kurzes Miederchen. Wählt man die Mode von 1830, so dürfen die vielen faltenreichen Unterröckenicht weggelaffen werden, und bei der 1850 oder 1860 Mode ist eine regelrechte Krinoline Hauptbedingung. Näher auf die Moden deS vergangenen Jahrhunderts einzugehen, halten wir heute für unnötig, da schon unser letzter Bericht dieses Thema aussührlich behandelte und illustrierte. Außerdem bringen wir mit unserer Figur 1 ein Kostüm von vor hundert Jahren, welches wohl dazu angethan sein dürfte, jugendlichen Reiz mit Eleganz zur Geltung zu bringen, denn das weiße Atlaskleid von verhältnismäßig einfachem Schnitt ist wie ersichtlich mit bunten Blumcngu.rlanden ge­schmückt, welche entweder aufgestickt, aufgemalt oder aufgedruckt sind.

Der Schnitt dieses Kostüms ist auch vorzüglich zur Verkörperung des sogenannten Sezessionsstils, der einfache Linienführung mtt der etgen- a tümlichen, immer wrederkchrenden Wellen­

linie der modernen Kunstrichtung dar- stellt. Man wählt dazu am besten eine geeignete Blume, welche man stilisiert und dem glatten Grunde des Kleides auf setzt. Besonders die Lilie, die Wasier- rose, die Schwertlilie vielleicht auch Mohn, Sonnenrosen, Stiefmütterchen, Narzissen, Alpenveilchen werden zur Darstellung des Sezessionsstils benutzt, indem man Stengel, Blätter und Blüten stilisiert und dem Kleide so auffügt, daß eine einzige Pflanze vom Saum deS Kleides bis zum Halsausschnitt reicht.

Doch auch Tiere, wie Schmetterlinge, Flamingos, Eulen -c. können zur Ver­körperung deS Sezessionsstils benutzt werden, ob mit Glück, ist Sache des dabei entwickelten Geschmackes. Jedenfalls werden sie dann ihre Wirkung nicht verfehlen, wenn eS sich mehr um Ori- ginalität, als um reizvolle Schönheit des KostürneS handelt.

Will man direkt eine Blume bar«

diese einfache, wenig kostspielige Art der

Verkleidung jetzt sehr beliebt, waS deutlich den praktischen Zug unserer Zeit charakterisiert. Trotzdem werden die lustigen Maskenbälle mit ihren originellen MaSkenscherzen wohl nie von der Bildfläche verschwinden, sondern noch immer frohen, heiteren Menschen willkommene Gelegenheit zu harmloser AuS- gelaffenheit bieten.

Di,k-z Kostüm stellt eine Riesenmohnblume dar. Der Rock besteht aus j ®ä£ rosaem, plissierten Tüll oder Chiffon über welchen vom Gurte rrasiig roiarm, p II , Blätter aus grünem Sammet fallen; I

.1'2 .l d TM- n rünen Blättern bedeckt, zwischen welchen vlissierwr * TMzum Vorschein kommt. Den Kopf bedeckt eine einzige große Mohnblume, und der Pompadour aus Sammet zeige die I dl-

das Chrysanthemum, ja sogar einen Salatkopf darstellen können, und besonders das letztere Kostüm aus lauter übereinanderfallenden grüne» Blättern bestehend, dürfte sich recht drollig auSnehmen, wenn eS von einem kleinen zierlichen Persönchen getragen wird.

Für solche ist eS überhaupt immer leichter, etwas geigneteS zu finden, und auch das der

Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch I Märchenwelt entnommene 3 KostümAschen-

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Die Oual der Wahi tritt wohl bei keiner Kostümgattung so I Wollstoff mit einem schwarzen Sammetstreifen in Erscheinung, wie bei der Maskengarderobe, soll in derselben doch I geiiert- Die Schürze ist weiß, und als »icht nur guter Geschmack, sondern auch Originalität und Witz zum I Anputz dient ein weißes Häubchen. oi..i I Den Hauptreiz würde dabei eine

I schöne blondlockige Perücke bilden und recht I niedliche, schwarze Lackschuhe zu grauseidenen I Strümpfen. Wenn noch dazu die Trägerin I ein recht nettes Persönchen ist, dann wird I sicher, trotz der Einfachheit des Kostümes, der I Königsprinz nicht ausbleiben.

Schließlich möchten wir noch bemerken, I daß es neuerdings sehr in Ausnahme kommt, I statt des ganzen Kostümes nur einen Kopf- I putz zu wählen, wozu man ein gewöhnliches I Ballkleid trägt wie z. B. zu einem rosaen I Ballkleid eine große rosae Mohnblüte, wie I Fig. 2 oder eine andere große Blume. Auch I bizarre Hüte: wie Dreimaster, Pompadour- I hüte, große Hauben dienen den gleichen I Zwecken. Oft sogar genügt eine originelle I Frisur wie anno 1830 oder aus der Zeit | der Rokoko. Besonders bei DinerS ist

^rion- E. «nrkUTI Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in «testen.