Ausgabe 
13.2.1900
 
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^Kutter nicht anvertrane, es würde sie nur unglücklich, Gott will nicht, daß eines seiner Geringsten untergehe, Sn erwiderte der junge Mann mit gebrochener Stimme

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Der August brachte große Hiße, welche besonders rn I Äuf Wiedersehen. ~ .rY. ,. M

bett vernachlässigten Straßen, wo ihre Wohnung lag, fühl- I Dann kam jene absolute Stille, die er wohl versttind. bar wurde Howell litt am meisten darunter und eines I Er senkte den Kopf aus die kalte Stirn des toten Mädchens Tage? wurL er so krank, 4 er seine geschäftlichen und toeinte

Vsttibten nickt erfüllen konnte. | nen Schmerz ttt der Bemühung, chn fort zu juyrmt un»

" Ich darf nicht krank werden, sagte er zu sich selbst, eine zu trösten, aber er klammerte ich an Bellas leblose Gestatt, ganzkleine Dosis Morphium wird mir durchhelfen. JA Plötzlich sprang er aufund ^ltesort.

habe jetzt geistige Stärke genug, um es- oder zweimal als I Robert! Robert! Wohin. rief Mildred.

Ä* -- doch An. 9?Ä®Ä !*hs!lÄfc « » deruna der Schmerzen in dem gewohnten Gift und vergaß I sticke ich! Sie ist ermordet worden . Er stürzte fort. die^Anast die es verursacht hatte. Er dachte nicht daran. Nach kurzer Zeit kehrte er zuruck. Nun, Mildred, die gefährliche Gewohnheit wieder anzunehmen, er wollte I ist mir besser, ich werde nicht wieder schwach werdem nur für den Augenblick Linderung haben. Er nahm das Dann nahm er sie in seine Arme und ließ sie de« Gift und zu seinem Entsetzen fand er, daß er einen neuen Schmerz ausweinen. Die Mutter lag auf dem Sofa, mar- Brand entzündet hatte. Seme alte Gier erwachte mit frühe- I morbleich, mit trockenen, weitgeoffneten Augen. Sie hatte rer Kraft, sein Wille war wie ein Strohhalm in der Faust I keine Thranen mehr.

eines Riesen, er verfluchte sich selbst, aber bald lag er wieder I Fortsetzung folgt.

in den Ketten. .L . . I-----------

Einige Tage lang suchte Howell semen Zustand den

Seinen zu verbergen, aber ihre Augen waren jetzt wachsam, I UttuttlW0llU)£ X-tlly vl«*

und sie beobachteten ihn zuerst mit Angst und dann mit I Nachdruck verboten.

Entsetzen. Sie baten, sein Weib fiel auf die Knie vor ihm | mQn Borhat in einer Stadt länger als gerade nur

aber mit einem Fluch auf sich selbst eilte er fort und schrieb I $agc JU öeiroei[en, so beeilt man sich nicht, die Sehens­seiner unglücklichen Frau, er werde nicht zuruckkehren, bis I Würdigkeiten hastig nach des guten Freundes Baedeker Kommand» er seine Menschenwürde wieder erlangt habe. Aber ach, I abzulausen. Es sind daher Wochen vergangen, bis ich im alten dieser Tag sollte niemals kommen! I Bremen von einer gruseligen Lokalität vernahm, deren spezisgcye

I Eigenart freilich in einem Weitgereisten und zumal m Einem XXXIV. I Archaeologen allerlei Gedanken und Erinnerungen wachrufen

Tiefes Leid kann. Mit Interesse las ich die Worte in BaedekersNordwest-

. " vJ , , , I Deutschland:Im südlichen Seitenschiff fuhren einige Stufen

Frau Willow, der Geistliche und Robert thaten, was I {n toenig tiefen Bleikeller, welcher einige unverweste leberartig sie konnten, um die Familie zu trösten, und mehrere xingetrocknete Leichen birgt, die älteste 400, die jüngste 100 ^afae

Nächte lang, suchte Robert nach dem Vermißten. Aber a[t Diese Eigenschaft des Gewölbes ist heute noch ungeschwacht,

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die er Gegend oft schrecklich verdorben war aber das war gegossen wurde rst ^ wemg^r w^

nicht möglich, denn sie wollten auf die Rückkehr des Vaters der Archaeologe und Kultur­

warten. Eines Abends wurde Bella von einem heftigen I Historiker Zunächst freilich ist die Unverweslichkeit, die diesem Frost ^überfallen, woraus Fieber und Delirium folgten, g ' ct, eine meI)t oder minder künstliche, und darum ebenso und der Arzt erklärte ihren Zustand für bedenklich. I me^r oder minder mangelhafte. Ich erinnere zuvörderst an die Vor allem müssen die Kinder aufs Land, gebracht wer- I Leichengruppe der Mumien. Welche Vollkommenheit die Kunst

"ÄKÄS«»; sah mit jedem Tage ernster aus und erklärte endlich den | bfIt ^nsten, harten Zügen des Pharao Ramses spricht. Hoch- Zustand der Kranken für hoffnungslos. I interessante Beispiele sorgfältigster Mumifikation aus schon christ-

Eines Wends sahen sie, daß die Krisis nahe war. I sichen Epochen Egyptens hat uns Dr. Forrer m Straßburg i E.

Bella war fast leblos. Frau Howell, Mildred und Robert I vom Gräberfeld in Achmim-Panopolis gebracht. Die egyptische faken in dem großen Wohnzimmer, in welches das Bett I Mumifizierung hing eng mit dem unverwüstlichen Unsterblichkeits- MSLZK «M W4 *0. b" Augen auf, Ätta-ÄSSÄ ihre Mutter küßte sie. 1 Nachweis, daß z. B. auch Lazarus von Bethanien nach Mumienart

Wo ist Papa? murmelte Bella. I gewickelt und gebunden im Grabe lag, ist sowohl aus dem Evan-

Du bist noch nicht stark genug, ihn zu sehen, erwiderte I gej|unt, wie aus den monumentalen Darstellungen der römischen die Mutter. r m Katakomben leicht zu erbringen: ich möchte ihn auch für den

Schlafe, Bella, mein Kind, flüsterte die Mutter. Bald I toten Christus in gewissem Maße nicht ablehnen: Wozu allerlei tnirb es besser mit Dir gehen. I Kräuter, Myrrhe und Balsam, die von den frommen Frauen zum

Lwbe Mutter^fliistert^sie vergieb mir allen meinen I Häupten^des'Eri^ndenen?^Das MumMzieren" Einbalsamie-

mir zu vergeben, denn es geht schnell zu Ende mit Mir. I g^tkenden" oderkauernden" Mumien altindianischer Stamme Frau Howell wäre aus ihr Kind herabgesunken, wenn I Afrikas ich erinnere hauptsächlich an peruanische Hockergräber Robert sie nicht gehalten hätte. , I und bitte u. a. auch in unseren städtischen Museen sich einmal nach

Lebe wohl, Mildred, Du beste der Schwestern! Du diesem Kapitel umzusehen sind sprechende Beweise hierfür. Die wirst noch einst lange und glücklich leben trotz allem! I amerikanische Mumifizierung ist keineswegs ungeschickt, aber sie Mildred umklammerte sie leidenschaftlich, aber auf ist wesentlich verschieden von der egyptischen, und mit dieser an B-Il-s 8r«8« »ut, to»« tniet«g an bcm S8«tt Äft aJ Ü

meder und beobachtete leise weinend die Ännayerung oes unfere 2age geblieben. Weniger gut, ist es doch teuer

Todes. I geblieben wie in alten Zeiten, wenn es gründlich geschehen soll.

Robert, flüsterte Bella, heben Sw mich auf, ich will I ^an barf sich unter der Einbalsamierung sürstlicher Leichen nur

an Ihrer Brust sterben! Sie haben mich gerettet.* I fetten ein Kunststück vorstellen. Der moderne Zweck ist meist nur

Sorgen Sie für Mildred, Mama und die Kleinen! die Parade vor der Bestattung, nicht die Erwartung der Auf-

Fekt sagen Sie mir etwas tröstliches aus der I erstehung, des Totengerichts oder der Wanderung. Biel Sorg-

Bibel! B I falt wird oft auf die Einbalsamierung der päpstlichen Leiche ut