Ausgabe 
12.7.1900
 
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'^RCTer sich selber nur gefällt, Sitzt verarmt allein:

W» Liebe schenkt die ganze Welt, Was du liebst, ist dein.

Julius Lohmeyer.

(Nachdruck verboten.)

Die Irre von Sankt Rochus.

Kriminalroman von Gustav Höcker.

(Fortsetzung.)

In Wonne Und Schmerz zugleich sog er den süßen, reinen Hauch ihres Mundes ein und preßte das geliebte Mädchen an sein Herz.

Dann sprang er plötzlich auf und durchmaß mit heftigen Schritten die Zelle wie ein gefangener Löwe.

Konst.anze, es giebt nur einen Weg für Sie und mich", sagte er in leisem beschwörenden Tone, vor ihr stehen bleibend.Sie müssen fliehen! Die Mittel zu Ihrer Be­freiung liegen in meiner.Hand. Ich versehe Sie mit an­deren Kleidern und öffne Ihnen unter dem Schutze der Nacht die Zelle; einen Schlüssel zur Seitenpforte, die ins Freie führt, habe ich,als Anstaltsarzt bei mir. Wir haben nur den Wächter zu fürchten, aber ich werde ihn zu täuschten wissen, und ihn für die Folgen seines Irrtums reicht ent­schädigen. Alle Vorbereitungen, die unsere Flucht sichern, werde ich aufs forgfältigste treffen. Ich bin reich und un­abhängig, und führe Sie nach, einem fernen Lande, wo uns! niemand findet".

Er hielt sie in seinen Armen, während er ihr dies zuflüsterte. Bei jedem seiner Worte spiegelte sich, in ihrem Antlitz, in ihrem schönen großen Auge die Empfin­dung zärtlicher Dankbarkeit ab ,für das, was er für sie thun wollte. Aber mit dieser Empfindung mischte sich auch ein Zug schmerzlicher Entsagung.

Und wenn der Fluchtversuch mißglückte?" erwiderte sie, ihm mit der Hand sanft über das Haar streichend.Ein unvorhergesehener, ganz geringer Zwischenfall, ein zu­fälliges Geräusch- die Schlaflosigkeit einer Wärterin kann alle noch- so geschickt angelegten Fluchtpläne zu Nichte machen, ehe noch die gefährlichste aller Klippen, der Wächter, in Frage kommt. Ein unglücklicher Ausgang ist sicherer Vorauszusehen, talsi das Gelingen,! undwelch' schwere Verantwortlichkeit Sie dann als Arzt dieser Anstalt treffen würde, das wage ich kmir kaum auszumalen. Nein, nein! versuchen Sie nicht, mir zuzureden, ich würde mich an Ihrer Hochherzigkeit schwer versündigen, wollte ich einem

Wagnis, bei dem Sie glles aufs Spiel setzen, meine Zu« stimmung geben".

Er bat, er flehete, doch sie blieb unerbittlich Die Ehre des jungen Arztes war ihr so heilig wie die Ehre ihrer Mutter........

Ein paar Tage später befand man sich in Sankt Rochus in großer Aufregung. Eine der Kranken war spurlos ver­schwunden. Bleich und starr wie ein Marmorbild, vernahm Doktor Gerth die Kunde, daß die Verschwundene Konstanze Herbronn sei. Es gab keinen Winkel in der ganzen Anstalt, wo nicht nach ihr gesucht worden wäre, aber vergebens. Daß sie entkommen sei, konnte keinem Zweifel mehr unter­liegen. Wie es ihr gelungen war, ihre Flucht unbemerkt zu bewerkstelligen, ließ sich unschwer erklären. In denk Hofe, welcher ihr mit der untersten Klasse ihrer Unglücks« gefährtinnen zum Spaziergange angewiesen war, hatte es. an diesem Tage einen furchtbaren Tumult gegeben. Eine der beiden Wärterinnen, welche die Aussicht führten, hatte sich an einer der widerspenstigsten Irren thätlich vergriffen und war von dieser zu Boden geworfen und gewürgt wor­den. Ein großer Teil der Irren ergriff Partei gegen die Wärterin, die allgemein verhaßt war, und als die andere Wärterin ihrer hartbedrängten Kollegin beistehen wollte, wurde sie gewaltsam daran verhindert und sogar selbst bedroht. Sie stürzte fort, um männliche Hilfe herbeizu­holen. In der Hast hatte sie vergessen, die in den Hof führende kleine Pforte hinter sich wieder zu verschließen. Vielleicht hatte Konstanze dies zunächst nur benutzen wollen, um dem Tumulte zu entrinnen. Sie hatte dann Korridore passieren müssen, wo sie jeden Augenblick an­gehalten werden konnte, sie hatte sogar durch das! Empfangszimmer gehen und darauf vertrauen müssen, daß in demselben gerade niemand gegenwärtig war. Aber erst einmal so weit gekommen, vhne auf ein Hindernis zu stoßen, stand ihr allerdings der Weg zur Freiheit offen. Aus dem Empfangszimmer führen ein paar steinerne Stufen in einen kleinen Blumengarten, und die niedere Hecke, welche denselben .einsäumte, war leicht zu übersteigen; denn daß ein Insasse der Anstalt bis hierher gelangen konnte, war nicht vorauszusehen gewesen und nur in einem so ^außergewöhnlichen Falle denkbar, wie er sich heute ereignet hatte.

Der Weibertumult im Hofe hatte durch dre Hrnzukunft mehrerer herbeigerusener Wärter nur noch größere Di­mensionen angenommen. Es war zu Szenen der wildesteu Wutausbrüche gekommen. Viele der Nichtbeteiligten wur­den von dem allgemeinen Taumel angesteckt, der nahezu in eine bedenkliche Meuterei Msgrtete. Ehe die Ruhe wieder hergestellt werden konnte, jehe man die Rasenden wieder in ihren Zellen inntergebracht, den Verwundeten die nötige Hilfe geleistet hatte, waren Stunden vergangen. Da erst wurde Konstanze vermißt. Nach verschiedenen

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