Ausgabe 
12.6.1900
 
Einzelbild herunterladen

328

schiedenen Quarksorten, ähnlich wie der englische Stilton. Bei der Mischung des Gorgonzola ist der eine Quark kalt und der andere warnt und frisch Die Milch eines Tages wird auf ea. 25 Grad C. gebracht und das Lab wird hinzu- gethan. Das, Lab wird in ein Stück Zeug gelegt, durch dasselbe tu die MiW gepreßt und tüchtig umgerührt. Ist der Quark zum Zerkleinern fertig, so wird er in sehr kleine Stücke zerschnitten; diese werden in ein Tuch gebracht und über Nacht ausgehängt, damit die Molken abtropfen können. Die Temperatur in dem Raume muß 13 bis 14 Grad be­tragen. AM folgenden Morgen wird die srischi von den Kühen kommende MiW ebenso behandelt. Der neue Quark ist warm, süß und feucht, während der Quark am vorigen Tage kalt, trocken und säuerlich, ist. Jede tiefe Holz- oder Metallform kann benutzt werden. Auf den Boden kommt zuerst eine Schicht des frischen, warmen Quarks; dann wird eine Schicht von dem Quark vom Tage vorher darauf gedrückt, und so weiter abwechselnd, bis die Form voll ist. Es, ist nur dabei zu beuchten, daß eine Schicht des frischen warmen Quarks die ganze Oberfläche des Käses bedeckt. Die beiden Sorten wirken wechselweise aufeinander ein. Nach 2 Tagen wird die Oberfläche des Käses sorgsam mit sehr feinem Salz gesalzen. Dieses Salzen geschieht täglich, 2 bis 4 Wochen lang, wobei das Salz sorgfältig in die Schichten eingerieben werden muß. Erscheint dann der blaue Schimmel noch nicht auf dem Käfe, so wird dieser mit einem Metallinstrument durchstochen, damit Luft zu­tritt. In Italien wird in diesem Zustand der Käse in ine Höhlen zum Reifen gebracht; doch können nahezu ebenso gute Erfolge in einem dunklen, kühlen Keller erzielt werden, der aus einer Temperatur von 12 Grad erhalten wird. In 4 bis 5 Monaten reift dieser Käse. Während dieser Zeit zeigt sich auf seiner Oberfläche nach und nach, ein dunkel- roter und blauer Schimmel.

Man sieht also, daß auch die Käsebereitung eine Kunst ist, die studiert sein will; und diejenigen, weWe alle wert­losen Dinge des Kosmos «verächtlich Mit Quark zu bezeichnen pflegen, haben; jedenfalls den Wert dieses kostbaren Pro­duktes noch; nicht erfaßt.

Gemeinnütziges.

Der Mensch ist das, was er als Kind war. Dies ist ein wahrer Satz, den die Eltern bei Erziehung ihrer Kinder stets beherzigen sollten. Der Mensch begnügt sich im späteren Alter mit wenigem, wenn er mit einfachem Geschmack erzogen wurde; er widersteht dem Unwetter leicht, wenn er Sei guter Zeit «den; kostbaren/ Wider­stand gegen die Kälte erlernte, der ihn gegen manche Krank­heiten schützt. Ein Kind soll nicht mit allen möglichen An­nehmlichkeiten überschüttet werden; im Wohlbefinden ist alles relativ, und der Mensch verlangt mit um so größerem Genuß das, was er wünscht und erstrebt, wenn er längere Zeit desselben beraubt war. Derjenige dagegen, dem stets alle Wünsche in Erfüllung gingen, empfindet kein Ver­gnügen, keine Freude mehr, was so viele andere Menschen freuen und beglücken würde, siudet ihn gleichgiltig, und dann wer ist der, weWer in dieser Zeit der Umwälzungen und Verwandlungen noch des nächsten Tages sicher ist. Alle Glücksgüter sind äußerst vergänglich. In welcher Lage befindet sich aber derjenige im Elend und in der Armut, der an alle Annehmlichkeiten und Genüsse des Lebens ge­wöhnt ist. Gewinnt er alle so notwendige Krast, um gegen das Unglück anzukämpfen? Aufgabe der Erziehung ist es daher, den Kindern einen sittlichen und starken Charakter anzuerziehen, der im stände ist, gegen alle Widerwärtig­keiten anzukämpsen.

Weiße Flecken auf Dielen entfernt man, indem man ein feuchtes Tuch dick mit Zigarrenasche bestreut und die betreffende Stelle so lange reibt, bis sie die Farbe der übrigen Dielen wiedererhalten hat. Dann muß mit Wasser nachgewischt werden.

Zitronenschale aufzubewahren. Man reibe die frische Zitrone vollständig ab, vermenge die geriebene Schäle reichlich mit llarem Zucker, thue beides in eine Büchse und verschließe dieselbe gut.

Weiße und graue Filzhüte zu reinigen. Man mische entweder Arrow-Root oder Magnesia, beides ist in jedem Drogengeschäft erhältlich, mit kaltem Wasser, daß es einen Brei giebt, und bestreiche mit demselben mittels einer kleinen Bürste den Hut, bis er ganz davon bedeckt ist, lasse ihn vollkommen int Schällen trocknen, klopfe das Gröbste vorsichtig ab und bürste ihn anfangs mit einer gröberen, später mit einer weicheren Bürste ab. Läßt man die Hüte nWt zu schmutzig werden, so werden sie durch dieses Verfahren wieder neu.

Reinigen von Glasgesäßen. Um Gefäße von darin gehaltenen fettigen Flüssigkeiten zu reinigen, bedient man sich des Buchweizens resp. dessen Samenhülsen be­sonders bei Gläsern mit engen Mündungen; bieffcr Same bezw. dessen Schale entfernen alle Fettteile u. a. m. sehr schnell und so gut, daß Gesäße, worin Leberthrau usw. aufbewahrt war, in einigen Minuten völlig rein werden und ihren üblen Geruch verlieren. Bei Gesäßen, worin dicke Flüssigkeiten, aufgelöste Harze und Firnisse aufbe­wahrt waren, ist es gut, das an den Wänden Klebende zuerst durch heißes Wasser zu erweichen.

Glänzend gewordene Kammgarnstoffe erhalten ihr früheres Aussehen wieder durch Bürsten mit einer Abkochung von Blauholz und Süßholz. Man weicht für §twa 10 Pfennig Blauholz und 5 Pfennig Süßholz 24 Stunden in 1 Liter Regenwasser ein, kocht es dann einige Stunden und setzt der Lösung, wenn sie erkaltet ist, für 10 Pfennig Terpentinöl zu.

Mr die Küche.

Aufbewahrung der Butter. In der Milch- versiWsstation Thun ist ein Versuch über die Frischerhalt­ung der Butter angestellt worden. Gleichgroße Mengen Butter wurden ranzig: Im Zimmer bei 12 Grad Reanmur in 1 Tag, in luftiger Milchkammer bei 8 Grad Reanmur in 4 Tagen, daselbst in kaltem Wasser in 13 Tagen, unter Wasser in 15 Tagen, in dem Gefäß mit Salz eingefttefei in 29 Tagen. Dieser Versuch« ist um so bezeichnender, als die zum Versuch! dienende Butter dadurch, daß sie bei 12 Grad Reanmur schon in 1 Tag ranzig wurde, als eine Butter von äußerst geringer Haltbarkeit charakterisiert wird.

Erbsen mit Kartoffeln und Speck. Erbsen in weichem Wasser abends vorher weichen, abkochen, bis die Hülsen sich mit dem Schaumlöffel abnehmen lassen. Mit der Brühe, in welcher ein Stück Speck gar gekocht ist, und geschälten, rohen, in 4 Teilen geschnittenen, mit kochen­dem Wasser abgebrühten Kartoffeln fertig weich und ge­bunden kochen. Man kann den Speck auch, noch eine halbe Stunde mitkochen lassen.

Anisbrot. 4 ganze Eier, 250 Gramm feiner Zucker eine halbe Stunde tüchtig gerührt. Einen Theelösfel ge­reinigten Anis, 250 Gramm gesiebtes trockenes Mehl dazu. In länglWen, mit Butter ausgestricheuen Formen gebacken. Kalt in zwei Messerrücken dicke Scheiben geschnitten, aus einem Backblech! hübsch gelblich geröstet. Hebt sich lange in verschlossener Glas- oder Blechbüchse auf.

Silvent-ätskl.

(Nachdruck verboten.) der, dt, et, et, ei, en, g, gol, i, in, je, ki, lip, lo, mu, ra, fe, sta, te, w, w.

Ans vorstehenden Silben nnd Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart unter einander gesetzt werden, daß die Anfangsbuch­staben, von oben nach unten, und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben. Cs bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Nützlichen Bogel.

2. Insektenfressendes Tier

3. Nordische Gottheit.

4. Mathematische Figur.

5. Russischen Staatsmann.

6. Stadt in Baiern.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Homonym in voriger Nummer:

Strauß.

Reboftien: *. Burkhardt. Vruck und Vertag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erden) in Gießen.