Ausgabe 
12.5.1900
 
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untergehl.

- wir folgten ihr hinauf

Ob sein Töchterchen, das einzige ihm verbliebene Kind, das fühlte, ob es darunter litt?

In der ersten Zeit war die kleine mutterlose (Eber« hardine dem Vater nachgeschlichen, wenn sie ihm in den langen dämmrigen Korridoren, welche ihr Licht durch hohe bunte Glasfenster erhielten, begegnet war, aber nachdem! er sie ein paarmal mit zusammengezogenen Augenbrauen angeblickt und heftige, unverständliche Worte botet gentur«

und fanden alles bestätigt." , ..

Gut, ich werde sofort kommen", lautete der Beschetd des Inspektors.Schließen Sie das betreffende Zimmer ab, lassen Sie niemand hinein. Schluß."

Etwa eine Viertelstunde später erfchien der Polizei- inspektor im Hause des Verbrechens. Ohne Säumen be­trat er mit dem ihn begleitenden Arzte und einem Poltzet- diener das Schlafgemach, während mehrere andere Be­amte das vor dem Hause versammelte Publikum vom Ein­dringen abhielten. Inspektor Osborne sand alles so, nne der Buchhalter es beschrieben. v t

Mr. Smith, ein alter Junggeselle von bemahe - Jahren, der aber noch sehr rüstig und arbeitskräftig ge- wesen, war durch mehrere Messerstiche in die Brust getötet worden Der Tote schien im Schlafe überrascht worden zu sein; denn er hatte sich nicht zur Wehr gesetzt. Erst als er die tötlichen Wunden erhalten hatte, schien er aus dem Bett gesprungen zu sein, wahrscheinlich war er daneben zusammengebrochen. Hilferufe hatte die Haushälterin nicht gehört; außer ihr befand sich niemand im Hause Zimmer fanden sich mehrere nttf Blut besudelte stellen, Blutstropfen waren umtzergefpritzt. Da« Leben war schon

Das Gastmahl des Mörders.

Bon George Fulton.

Nachdruck verboten.

Ein Klingelzeichen

Nr. 105 Polizeiamt"

Hier Inspektor Osborne wer dort?" .

Buchhalter Miller vom Hause .Henry 6. Dnnth, 5. Avenue 19."

Was giebt es?"

Eine schreckliche That ist soeben entdeckt worden. Mr.

Smith liegt tot in seinem Bett!"

Also ein Selbstmord?"

Nein ein Mord! Der Unglückliche ist erstochen worden."

Weih man etwas über den Thater?"

Nein, gar nichts."

Wer hat die Leiche gefunden?" -

Die Haushälterin Miß Mertens"

III.

Die arme Frau.

Die meisten Erinnerungen sind Wasserpflanzen, die nur von Thränen leben."

Anaeredete will verdrießlich aussehen, es gelingt 1 melt hatte, war sie ihm gegenüber ängstlich und verschüch«

-ZHWZMM WWZMZW .....jKSgÄsas WZZMMsS

ÄS^rau ffÄSiflSeW in ihrem Bänkchen, dem Mündchen gefragt ,Ist es sehr unrecht von mt^ einer: Abglanz längst verschwundener Jugend auf dem Brigitte, daß ich lebe und nicht auch m die finstere Erde bereUs"das^^ied^gesungen ^vielle?cht^at te?©Siebte ihr"er BrüderchenUnd^dann hatte^w die Arme um den Hals teuftet stenS bat die schlanke Gestalt der Erschreckten gewor en und laut aufgeschluchzt:

sehnt, und das kleine Mädchen steht neben ihm, den Kranz I den Himmel. furchte mich vor Tapa.

im schimmernden Haar, die großen dunklen Träumeraugen (Fortsetzung folgt.) ...

in die Ferne gerichtet, wo eben der Sonnenball blutrot 1 --------

Dieselberi Strahlen der scheidenden Sonne, welche die kleine Gruppe auf dem alten Friedhof beleuchteten, streiften auch das Antlitz einer zarten, bleichen Frau, welche unten im Städtchen am geöffneten Fenster ihres Zimmers stand, und zauberten trügerisches Rot auf ihre schmalen Wangen.

Aus dem Gärtchen vor dem Hause drang süßer Linden­duft ins Gemach, abgebrochene Vogellaute erklangen, letzt übertönt durch den tiefen Ton der Abendglocke. Die Frau mit den durchsichtig weihen, müde herabhängenden Händen atmete tief auf, lehnte sich in den hohen Sessel, der am Fenster stand und schloß die Augen. Ihre letzte Muftk- schülerin, die zehnte von den täglich erscheinenden, hatte sie soeben verlassen, und die Stille, welche sie jetzt umfing, , ^ann^" that ihren gequälten Nerven wohl. Einen Augenblick hatte I "Soeben. Es fiel ihr auf, daß Herr Smith, ein großer sie daran gedacht, Brigitte und den Kandern entgeaenzu-- I »rn^'au?rfef)er heute morgen gar nicht zum Vorschein kam. gehen, aber sie war so müde, fühlte heute auch wieder so ZsdwUhrendlich die ächte Stunde zeigte, ward es ihr lebhaft den zuckenden Schmerz m der Brust, ba war es I Eie horchte wiederholt an der Thür alles toten- wohl besser, wenn sie ganz sttll tn ihrem Sessel hegen 0 pachte keine Antwort. Im Begriff, hinunter- » ***** dort brm*n »Alten He Sonne

»erglomm, tangfam »erbliche» bie Jenngen Sinton am f«Ä|m(t'flcts eingetolbffe,. Firmament, die Dämmerung warf Ihren Schleier über das Neugierig wirft sie einen Blick in das Gemach

Land, aber die blasse Frau sah nicht auf. Mit gesenkten I b erblickt sie? Herr Smith liegt tot neben

Lidern träumte he vor sich Han! "nmer ^ster umftns fte der 3 V mit $Iutßehetft, das ganze Bett ist mit Blut Zauber des Frühlingsabeiids. Was er ihr vorfuhrte. Was I i Schreiend lief sie hinweg, um im Kontor die

er sie mit den Augen ihres Geistes schauen ließ zu dieser Il^^^otschaft zu verkünden wir folgten ihr hinauf

Ein altes Schloß mit Türmen und Zmnen hoch oben auf grüner Anhöhe, und ihm -gegenüber, nur durch die Fahrstraße getrennt, ein niedriges, von wildem Wem eng umsponnenes Häuschen. Dort wohnt Herr Engelhardt, der Lehrer des Dorfes, welches zum Schlosse gehört, und im| Schlosse selbst der Herr desselben, der Gras von und zu Mellinghausen.

Er ist ein stolzer, stattlicher Herr, groß und kraftvoll wie die Eichen in seinen Wäldern, aber seine Augen blicken streng, fast finster, und seinen Lippen ist das Lächeln fremd. Sie haben es verlernt in einer einzigen Stunde, in der­selben, als man f ein junges Weib mit dem eben geborenen heißerwünschten Söhnlein zusammen ins Grab gesenkt