Ausgabe 
11.9.1900
 
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struktwn oder aber defekt sind, ab und dafür aber ra- I twnellere Vorrichtungen, Feuerherde usw. an. Bei schlecht eingerichteten oder verwahrlosten Oefen und Kochapparaten

I verbraucht man den Winter über leicht um so viel Geld | Abhr an Brennmaterial, als zweckmäßig eingerichtete

Oeftn und Kochmaschinen bei Neuanschaffung kosten. »aW6' die ber starker Heizung leicht in Oefen Und I Kochherden entstehen, dauernd zu verschmieren, reicht ae- wohnlicher LeHm nicht hin, da derselbe bald berstet oder

I absprrngt. Man hat also einen haltbaren Ofenkitt zu ver­wenden. Einen solchen erhält man durch Mischung ver- schredener Bestandteile, z. B. man siebe reine Holzasche durch ern fernes Sieb, thue eine gleiche Menge gestoßenen

| und gefrebten Lehm hinzu und vermische beides mit etwas I Salz Hierauf feuchte man diese Mischung mit soviel Wasser I m1,, ^/i tun Teig daraus entsteht und streiche damit die

Risse fest zu. Dieser Kitt wird steinhart und berstet nie- I mals. Derselbe ist deswegen auch bei dem Setzen neuer

Oefen zu empfehlen. Man untersuche sein Haus in allen fernen Teilen genau, damit man etwa nötige Repara­turen besorgen kann, bevor das Winterwetter eintritt. Man bedenke wohl, daß eine Reparatur zur rechten Zeit ausgeführt, im Verhältnis zu den Kosten, welche sie ! .^^rsachen kann, wenn sie versäumt wird, nur geringe

Muhe und geringe Auslagen verursacht. Wer sein Haus lange und ohne bedeutende Kosten in gutem Stande er- halten will, versäume es darum nicht, auch die geringsten Mangel an demselben baldmöglichst auszubessern. Der Keller muß, bevor man Wintervorräte hineinträgt, gründ­lich gereinigt werden. Nur in einem sorgsam gereinigten und rein gehaltenen Keller kann diejenige reine, frische ^uft herrschen, welche für dauernde Erhaltung der fruchte und eingemachten Sachen, wie auch- des Weines unentbehrlich ist. Womöglich halte man die aufzubewahren­den Gemüse in einem besonderen, abgeschlossenen Keller- raume; denn die Ausdünstung derselben wirkt sehr nach­teilig auf die Milch, Butter, Getränke, eingemachten Sachen usw. ein. Obstweinbereitung und Trocknen von Obst­arten usw. '

Eiumachegläser luftdicht zu verschließen. Man bestreicht den Rand von heißgemachten Einmach­glasern mit aufgelöstem Gummiarabikum und verbindet sie sofort mit in Wasser erweichtem, gut abgetrocknetem Perqa- mentpapier Sobald die Flasche erkaltet und das Papier trocken ist, bestreicht man letzteres wiederholt mit Gummi- ??^ockum, bis sich ein vollständiger Gummiüberzug ge­bildet hat. a a

Musiklitteratur.

I in Ku?? '^tUK Musik-Leitung" (Verlag von Carl Grüninger I ?" Stuttgart) verdankt ihre außerordentliche Beliebtheit nnd Verbreitung tn der ganzen musikalischen Welt dem Umstand, daß sie als illustrier- I t°s Familienblatt die weitesten Kreise des kunstsinnigen Publikums ebenso anzuziehcn vermag, wie sie ihren Charakter als Fachzeitschrift zu wahren weiß. Auch in ihrem letzten Quartale (zweites des XXL br'!9t (,c nieder eine Fülle belehrenden und unterhaltenden L>toffes aus allen einschlägigen Gebieten, u. a. Abhandlungen über die Klavierkompositionen von Johannes Brahms, Franz Liszt und seine Schule, über neue Kammermusiklitteratur, gcsangtechnische Fragen, Essays über das Auswcndigspiclcn, amerikanische Musikverhältniffe. Theater und Volksschule, Schubart als Komponist, neue Lyrik, ferner | Mitteilungen aus neuen musikgeschichtlichen Werken, spannende Er. zahlungen von Peter Rosegger, G. Fohrbach, M. Janitschek, L. Habicht und anderen beliebten Schriftstellern, kritische Besprechungen von Konzert- und Opernnovitäten, sowie von neuen Erscheinungen auf dem Bucher- und Musikalienmarkte, Biographien von Komponisten und Virtuosen mit deren Porträt-, künstlerisch ausgeführte Illustrationen, injeder Nummer auserlesene Texte für Liederkomponisten eine Menge Notizen aus der Musik- und Theaterwelt nebst zahlreichen Anekdoten, zudem 24 Seiten Musikbeilagen mit stimmungsvollen Liedern, gewählten Klavierstücken, Duos und Trios für Violine Cello und Klavier von namhaften Komponisten. Letztere repräsentieren allein den mehrfachen Betrag des Abonnementspreises von nur Mk 1 per Vierteljahr (6 Nummern). Endlich sei auch auf die sehr geschähe Ein­richtung des Briefkastens hingewiesen, der, einzig in seiner Art, den Abonnenten im weitesten Umfange Rat und Auskunft erteilt und in Bezug auf die zur Beurteilung eingesandten kompositorischen und litte raturischen Versuche auch kritische Winke giebt. Probenummern ver- ftndet an Interessenten jede Buch- oder Musikalienhandlung, sowie den Verlag von Carl Grüninger in Stuttgart auf Verlangen kosten-

Hühner, fette Enten und Gänse, und die Delikateßläden ^bten aus emhermrschen und ausländischen Mästereien junge Puten, Poulees nnd Poularden in bewundernswerter Ware, September sind die meisten Fische wohl- fchmeckend, und die kühlere Witterung bringt neuen Auf- schlvung^ in den Handel, so daß darin jeder Wunsch erfüllt werden kann. Die ersten Teich- oder Edelkarpfen

^rTt gekommen, ferner sind da: Lachs

^achsforelle, Hechte, Schleien, alle Sorten Weißfische, Aale' Brassen und muntere Welse in allen Größen, Stettiner Zander, obenan Bratzander. Die Stettiner Zander haben viel zarteres Flepsch als die etwas billigeren Weichsel­zander. der Küche wird der Zander im wesentlichen ?? der Hecht behandelt, für den bescheidenen Tisch ist er besonders rn einer Petersiliensauee zu empfehlen. Auch dre Vorräte an Seefischen sind in allen Sorten reichlich vor allem Schellfisch und Dorsch. Krebse sind noch immer gut, Hummern tn norwegischer und englischer Ware vor- zugncy.

Gute Gemüse sind in bester Auswahl vorhanden und 8^M°ss^b Eohlsorten sichtlichen Vorsprung. Weiß-, ober Wirsing und Blumenkohl sind vor- x6en^° Jui9.e Kohlrabi neuester Ernte. Guten Absatz ftnden noch grüne Bohnen und Wachsbohnen. Bei Auswahl guter und frischer Gemüse ist nach- ?bzept für die einfache Küche vielleicht be­achtenswert. Man mmmt dazu etwas Rindermark thut tn ctnen gut schließenden Topf, darauf legt man abwechselnd nnt dem unten angegebenen Fleisch ein bis -geschälte, in Scheiben geschnittene Kar- LYln, acht Mohren einige kleine Kohlrabi und Sellerie- V- E Vwrtel Kilo junge Bohnen, zwei Zwiebeln und zwei Eßlöffel feingewiegte Petersilie. Die Gemüse müssen durchweg fern geschnitten sein und vor dem Gebrauch einige Stunden eingesalzen stehen. Für die Fleischzwischenlagen Nimmt man em halbes Kilo Rindfleisch und ein Viertel mageres Schweinefleisch, schneidet es in Würfel, salzt und Pfeffert es, und wendet es in Mehl um. Nun füllt Jleckcki^i^Äp ^^?bchfelnder Reihe mit Gemüse und Fleisch, als letzte Schicht nehme man Kartoffeln, gebe etwas Salz und Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt vermischt darüber. Das Gericht muß zwei Stunden kochen, am besten stellt man dasselbe auf eine Asbestplatte, um das An­brennen zu verhüten. Bleibt von dem Gericht etwas "übrig ^6lebt dieser Rest mit leichter Bouillon aus Fleisch- i Extrakt für den folgenden Tag eine kräftige Suppe

. Gurken gehen zu Ende, dieselben sind trotz der reichlichen Ernte nicht billig geworden, namentlich die Salatgurken, die über der zum Einsauern bestimmten Feldgurke steht. Für Salat ifh Endivien in bester Bleich- ware und Kopfsalat noch vorhanden. In den Delikateß- mden sehen wir Artischocken, Teltower Rüben, und als Beilage oder Nachtisch Maronen oder Edelkastanien. Große Oporto-Zwiebeln, die für die Küchenverwendung weit I angenehmer sind als unsere Marktzwiebeln, schöne Perl- I zwiebeln, Schalotten rc. sind ebenfalls da. Sehr gut qe- I drehen sind sämtliche Wurzelarten. 7 , ö I

Der Wald liefert bis Ende September gute Pilze: als Ereignis für die feine Küche ist die hannoversche Trüffel zu melden. " |

J?011 Beeren fruchten kommt nur noch die Preißelbeere m Betracht, die erheblich teurer ist als in den Vorjahren. | 3n reicher Zufuhr kommen Weintrauben, Pflaumen, Aepfel, I aus Spanien die ersten Traubenrosinen, und von | der Sudspitze Italiens frische Pistazien.

.. Die Stände der Thee- und Kräuterfrauen verdienen I ?re Beachtung, teils der Gewürzkräuter wegen, teils der I als heilsam geschätzten Wachholderbeeren, Schlehen und I Wegen ^Gtsächlich aber der bitteren Theekräuter I

Arbeiten im September.

Im September melden sich die Vorboten des Winters I on, und es sind deswegen in Haus und Hof alle Vor- I Bereitungen zum Schutze gegen alle Unbilden der Witterung I £ treffen. Man setze namentlich alle Heizvorrichtungen I .leistungsfähigen Zustand, und schaffe alle I Jefen, Maschinen usw., welche von zu unpraktischer Kon- >