Ausgabe 
11.8.1900
 
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Toilettenpracht, zu jenem übertriebenen Luxus, wie er vor allem von den Bühnenkünstlerinnen der Gegenwart mauchf- mal entfaltet wird. Möchten die Künstlerinnen doch stets in erster Linie bemüht sein, ihr Kostüm mit dem Charakter der Rolle in Einklang zu bringen. Alle schönen Frauen aber seien stets eingedenk der Worte:

Schön mögen des Gewandes Falten sein, Doch schöner muß, was sie enthalten, sein.

GeinsinniWges.

Schutz des Holzes gegen Wurmfraß, Pilz- und Schwammbildung. Zur Aufnahme der Hölzer wird eine gemauerte Grube hergestellt, welche nach dem Einbringen der zu imprägnierenden Hölzer mit Wasser gefüllt wird. Darauf wird ungelöschter'.Kalk hineingeworfen und durch Umrühren gelöscht und gleichmäßig verteilt. Liegt das Holz zwei bis drei Monate in diesem Bade, so dringt die Imprägnierung bis auf 30 Millimeter nach dem Kern zu ein.

Entfernen von Rostflecken von vernickel­ten Gegenständen. Um Rostflecke von vernickelten eisernen Gegenständen zu entfernen, bestreicht man die­selben mit einem festen Oel und reibt sie nach einigen Tagen mit einem mit Salmiakgeist befeuchteten Tuche ab. Wenn noch Flecke zurückbleiben sollten, so wäscht man dieselben mit verdünter Salzsäure und poliert dann mit feinstem Tripel.

Gegen Ratten bewähren sich Meerschweinchen recht gut, da sie durch ihren penetranten Geruchs die Ratten vertreiben. Auch den Ziegenbockgeruch können die Ratten nicht vertragen und meiden die Ställe, in denen Ziegen­böcke gehalten werden.

Feuerfester Mörtel. 1. Feinen, trockenen Lehm arbeitet man mit gewöhnlichem Melasse-Syrup zu einer gleichmäßigen konsistenten Masse mit dem Spaten tüchtig durch. Anwendung wie gewöhnlicher Mörtel. 2. Ein Ge­misch aus feuerfestem Thon und fein gemahlenem Chamotte wir in einem flachen Kasten ausgebreitet und mit warmem Wasser übergossen. Nachdem derselbe sechs Stunden ge­standen, wird er tüchtig mit Wasser durchgearbeitet und dünnflüssig verarbeitet.

Mr die Küche.

Einbrennsuppe. Gutes Fleischbrühfett oder Butter in einem eisernen Tiegel recht heiß gemacht, einige Löffel Mehl hinein, unter großer Achtsamkeit und bestän­digem Umrührens langsam dunkel rösten. Borsicht sehr nötig, da das Mehl leicht schwarze Punkte bekommt, oder zu dunkel wird, was wenige Magen vertragen, und der feine Geschmack geht verloren. Zu hell geröstet schmeckt auch nicht gut. Sobald es die rechte Farbe hat, mit kochendem Wasser ausgefüllt, nach Belieben mit einem halben Theelöfsel Fleischextrakt tüchtig kochen lassen. Beim Anrichten mit 12 Ggelb, einigen Löffeln Milch oder saurer Sahne legiert. Dazu verlorene Eier oder würfelig geschnittene, in Butter gelbbraun geröstete Semmel.

Fleischpudding von Fleisch re st en. Jede Art gekochtes oder gebratenes Fleisch, auch? Fisch ist zu ver­wenden . Die Fleischreste fein wiegen, womöglich mit ab­gekochtem Fett. Zu 2 Teilen des Fleischgewichtes kommt 1 Teil Semmel. Dieselbe ist von der Rinde zu befreien, in Milch zu weichen, wieder auszudrücken, nebst Salz und Pfeffer mit dem Fleisch zu vermischen. Dazu füge man das Gelbe einiger Eier und 1 Löffel voll süßer Sahne. Un­mittelbar vor dem Einsüllen der Masse in die Form, die zuvor ausgebuttert ist, mische man den Schnee der Eier unter, lege ein Fettpapier darüber und lasse es je nach der Größe -eine bis anderthalb Stunde kochen.

Litterarisches.

Neueste E rfindungen und Erfahrungen" auf den Gebieten der praktischen Technik, der Elektrotechnik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, der Land- und Haus­wirtschaft re. 27. Jahrgang (A. Hartlebens Verlag in Wien). Pränumerationspreis ganzjährig für 13 Hefte franko 7 M.

50 Pf. Einzelne Hefte für 60 Pf. in Briefmarken. Diese Zeitschrift dient ausschließlich! der Praxis. Ihre Mitteil­ungen, die sich über alle Berufsarten verbreiten, bestehen in praktischen, zuverlässigen und leicht ausführbaren An­weisungen, Arbeitsverbesserungen und Steuerungen auf technischem und industriellem Gebiete. Besonders wert­voll sind die zahlreichen Anweisungen zu neuen, lohnenden Erwerbsarten. Aus der Fülle des Inhaltes des neunten Heftes vom siebennndzwanzigsten Jahrgange seien beson­ders folgende Artikel hervorgehoben: Neues Verfahren zum Zuwerfen von Leinen und Schwimmobjekten. Prak- rische Erfahrungen über die Herstellung von Backpulvern. Neues Rohrbruch-Sicherheitsventil. Neuer Straßen­brenner. Die Verwendung von Ochsenblut zum An- streicheu. Gährnng durch! Hefepreßsast. Neuer Wein- Imprägnier-Apparat. Hartlöten von Gußeisen. Neues Verfahren zur Herstellung von Verzierungen aus Glas- kügelchen oder blinden Perlen. . Erfahrungen über Luft­druck-Fernzündung für Straßenlaternen. Praktische Er­fahrungen über das Härten. Schneiden von Fournier- hölzern. Elektrischer Fahrkarten-Automat für elektrische Bahnen. Fortschritte in der Telegraphie und Telephonie. Temperatur-Ermittelungen zur Konservierung von Nahrnngs- und Genußmitteln. Thee-Extrakt. Er­fahrungen über Champagnerlimonaden. Bestimmung des Gesamtschwefels in Kohle. Neues Verfahren zum Füllen von Gefäßen mit stark kohlensäurehaltigen Flüssig­keiten. Der Ombrophor, ein transportabler Apparat für Regenbäder mit kohlensaurem Wasser. Praktische Erfahr­ungen über Satinweiß, Herstellung von waschbarem Mineralöl für Spinnzwecke. Darstellung von Feinsoda. Neues Verfahren zur Herstellung frostbeständiger Kunst­steine. Bezugsquellen für Maschinen, Apparate und Ma­terialien. Ein neuer Filtriertrichter. Nachweis von Gelatine in Pastillen und Gummipasten. Elektrolytische Darstellung von Chloroform. Praktische Anleitung zur Mostbereitung aus Aepfelu, die durch Hagel vom Baume geschlagen wurden. Erzielung von Gurkensamen. Neue amerikanische Himbeeren. Darstellung von Lötpaste.

Bereitung wasserdichter Wachsappretur für Wagenverdecke- Mattweiß für Silbergegenstände. Herstellung Porr Tintensteinen und Tintentafeln. Kleinere Mitteilungen. Neuigkeiten vom Büchermärkte. eingegangene Bücher und Broschüren. Neue Erscheinungen auf dem Patent­gebiete. Technisches Feuilleton. Photographisch-chemi­sches Feuilleton. Chemisch-technisches Feuilleton.An­stellungs-Feuilleton. Fragekasten. Beantwortungen. Briefkasten. DieNeuesten Erfindungen und Erfahr­ungen", nunmehr int 27. Jahrgange erscheinend, bieten jedermann, insbesondere dem Techniker und Industriellen, die Mittel, alle neuen Erscheinungen und alle wertvollen praktischen Errungenschaften kennen zu lernen und so zu verstehen, daß er sie in seinem Geschäfte sofort verwerten kann und demzufolge immer auf der Höhe der Zeit steht. Hunderte von Fragen aus allen Berufsfächern finden in dieser Zeitschrift praktische und kostenlose Beantwortung-

Logogriph.

Nachdruck verboten.

Wir spenden dir Schatten zur Sommerszeit, Wenn heitz die Strahlen der Sonne brennen.

Ein Zeichen änd're, nun wirst du sogleich

Als äußerst nahrhafte Speise uns kennen. m.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer:

(Mil a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a Eichel, Treff; b Grün, Pique; c Rot, Coeur; d Schellen, Carreau; A = U = Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.) Vorhand hatte a U, a 7, b 9, c Z, c K, c D, c 9, c 8, c 7, d A, im Skat lagen bK, bD; für Mittelhand die übrigen. Spielgang:

1. V. d A 5DZ.dK d Z = 25.

2. V. °Z M. dH cA = 23.

3. M. bA H. aA $. b 9 = (4-22).

4. §. b U V. all M. b Z = 14.

Sa. 62.

ReNafttos: ®, Burkhardt. Druck und Strlag der Brühl'scheu Univerfititr-Buch. und Etrtndruckerei (Pietsch «rdeus in »iei«.