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HMMolle die Besten erreichen,
■iCssC* Den Besten gleichen, kW Und doch ganz und rein
Du selber sein! Frida Schanz.
Nachdruck verboten.
Heimatlos.
Roman von R. P. Roe.
(Fortsetzung.)
Der Eindruck dieses Gespräches war ein bleibender, und Mildred sah aufs neue, wie tief sie dem Manne verpflichtet war, den sie so lange zurückgestoßen hatte. Der Geistliche hatte eine reiche Dame für Mildred interessiert, welche einen günstigen Eindruck auf sie gemacht hatte, und sie erhielt nun reichliche Arbeit. Howells Gegenwart und sein ruhiges, stolzes Wesen, sowie Roberts häufige Besuche hielten die mißgünstigen Nachbarn in einiger Entfernung, aber die häufigen Berührungen mit so viel Verworfenheit und Rohheit waren fast unerträglich. Mildred war beständig bemüht, Fred und Min'ni davor zu bewahren, auch ihre Mutter litt viel darunter, doch ohne zu klagen. Eines Abends war Howell nicht zu Hause, und Mildred war ausgegangen, um Arbeit abzuliefern. Die Kinder, welche die Mutter bei sich zu halten suchten, waren entflohen und hatten die Thüre offen gelassen. Noch ehe sie sie schließen konnte, drang ein betrunkenes Weib herein, setzte sich auf einen Stuhl und ließ ein Bündel aus ihren Händen fallen. Es fiel zu Boden, öffnete sich und ein totes Kind lag vor Frau Howells entsetzten Blicken. Auf ihren Hilferuf erschien ein kräftiges Weib mit einem roten Gesicht, welches sogleich zu verstehen schien, was für Frau Howell ein so entsetzliches Geheimnis war, denn sie faßte die Betrunkene an der Schulter und suchte sie hastig hinaus zu ziehen. Aber das Weib hatte weder Scham noch Furcht und zog aus der Tasche eine handvoll Banknoten.
Hahaha! rief sie. Ich habe einen guten Tag gehabt! Drei feine Familien gaben mir das, um den Balg zu beerdigen! Den Teufel auch, das ist ja ein Vermögen. Wenn wir nur genug tote Kinder kriegen könnten, so wären wir alle reich, Bridget. Aber hier ist genug dazu, für eine Weile Suppe zu kochen und zu einem guten Schluck Branntwein obendrein. Da, nehmt einen Schluck! sagte sie und dabei zog sie eine Flasche hervor und hielt sie Frau Howell entgegen. Was gaffen Sie mich an?! Ach, kaß mich zufrieden, alte Hexe! rief sie ärgerliche dem Weib mit dem roten Gesicht zu, welches vergebens der Betrunkenen den Mund
zu schließen suchte. Wer hat Angst? Wenn diese da ein Wort ausplaudert, so werde ich sie mit dem toten Balg totschlagen.
Als die Frau mit dem roten Gesicht sah, daß ihre Worte wirkungslos waren, griff sie das Geld auf und lief aus dem Zimmer. Diese List hatte den gewünschten Erfolg, denn das Weib lief ihr hastig, aber mit unsicheren Schritten nach. Einen Augenblick darauf kam das Weib mit dem roten Gesicht wieder herein, nahm das tote Kind, wickelte es im das Tnch ein und erhob ihre mächtige Faust gegen Frau Howells Gesicht.
Wenn Sie davon sprechen, was Sie gesehen haben, so wird es Ihr Tod sein, bei der heiligen Jungfrau! Also kein Wort, sonst wird's schlimm!
Als Mildred zurückkehrte, fand sie ihre Mutter in einer Betäubung vor. Es war ein schreckliches Erlebnis! rief sie.
Mama, rief Mildred trostlos, wir müssen fort von hier! Du kannst hier nicht bleiben! Ich gehe morgen mit Frau Willow aus, um eine andere Wohnung zu suchen.
Jenes trunkene Weib war eines der Ungeheuer, welche das Mitleid zu erregen suchen, um Geld zum Begräbnis ihres angeblich verstorbenen Kindes zu erbetteln, und oft größere Summen bis zu fünfzig Dollar auf diese Weise zusammenbringen.
Die Ereignisse des Abends bestätigten sie in ihrem Vorhaben, denn eine Rotte, welche sich alle Abend am Eingang des langen Durchgangs versammelte, hatte beschlossen, das hochmütige Wesen der Fremden nicht länger zu ertragen und sie zu lehren, daß sie nicht besser seien, als ihre Nachbarn. Als Bella bei der Rückkehr aus dem Laden wie gewöhnlich rasch an ihnen vorüberging, folgte ihr ein Bursche nach, und an der dunkelsten Stelle des Ganges legte er seinen Arm um sie und drückte einen lauten Kuß auf ihre Wangen. Ein brüllendes Gelächter brach aus, aber der junge Mensch fand sogleich, daß er eine Tigerin geweckt hatte. Wütend über die Beleidigung, erhob Bella die Hand und traf das Gesicht des Burschen! mit solcher Kraft, daß das Blut hervorströmte. Dann eilte sie weinend wie ein Kind zu Mildred und erklärte, sie wolle keinen Tag länger in dieser Höhle bleiben. Als die Mädchen sich beruhigt hatten, beschlossen sie, weder ihrem Vater, noch Robert etwas davon zu sagen, um einen gefährlichen Zusammenstoß zu vermeiden. Später kam Robert in glücklicher Stimmung und brachte neues Leben und neue Hoffnung.
Kommen Sie, sagte er endlich. Sie brauchen beide frische Luft! Der Abend ist prachtvoll.
Wir können nicht weit gehen, erwiderte Mildred, denn Mama schläft, und ich kann sie nicht länger allein lassen.
Gut, wir gehen nur durch zwei oder drei Straßen, damit Sie Kräfte sammeln für morgen. Denn Mildred.


