Ausgabe 
10.4.1900
 
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Modenbericht über Frühjahrsmoden.

Bearbeitet unb mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresdens.

Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbuch zum Preise von Mk. 0,50 daselbst erhältlich.

Nr. 154.

meinerung der Modeformen im großen und ganzen ist das Bestreben anzusehen, in Einzelheiten apart und exclusiv zu sein. Die Mode läßt sich nicht mehr damit ge­nügen in Formen und Farben Neues zu bringen, sondern sie sucht das spezielle Eachet, den besonderen Chik durch sorgfäl­tig ausgeführte Kleinigkeiten zu erreichen. Schon, einmal konnte man eine ähnliche Strömung konstatieren, nämlich als die, nur von Männerhand wirklich tadellos ausführ­baren Schneiderkleider auskamen. Der Schnitt und Stoff, obgleich vom denkbar besten iiittb vollständig tadellos, bot jedoch nichts außergewöhnliches; nur die peinlich akkurate Arbeit, vor allem daS Bügeln bildeten die ganze Eleganz. Dies, von keiner Maffenproduktion je nachgeahmte Geheimnis der Schneiderkleider, hat ihnen ihre lange, auch heute noch andauernde Beliebtheit gesichert und auch in diesem Frühjahr gehören Schneiderkleider, besonders solche von schwarzem Tuch, zur höchsten Eleganz.

Die Mode ist Allgemeingut geworden! Die Belten, wo nur die oberen Zehntausend Anspruch auf die letzten Modeneuheiten machen konnten, find längst vorüber. Dies hat nicht allein seinen Grund darin, daß die immer fortschreitende Industrie durch Schnell- und Massenproduktionen alle Neuheiten auch den minder gefüllten Geldbeuteln zugänglich macht, sondern auch darin, daß das Zeitungs- und Bericht- erstattungSwesen bis zu einer Vollkommen­heit gediehen ist, welche kaum noch Überboten werden kann. Als Folge der Verallge-

Jm großen und ganzen ist die momentane Moderichtung den Schneiderkleidern wenig günstig; denn sie bevorzugt das Weiche, An- schmiegende, natürlich fallende. Ihr Bestreben nach Exklusivität hat sich daher auf ein anderes Gebiet begeben, auf das der Garnituren und Ausstattungen; denn die Grundformen find, bis auf Kleinigkeiten auch für das Frühjahr fast die gleichen, wie wir sie schön von der letzten Hälfte des Winter her kennen. Die Taillen zerfallen in zwei Formen- Blousen- und Jäckchenformen und für die Röcke ist die, schon den ganzen Winter über viel besprochene Faltenform ausschlag gebend.

Das Gepräge der Neuheit erhalten die Kleider also hauptsächlich durch ihre sorg­fältige Ausstattung. Da sind an erster Stelle die Falten zu nennen, welche sich mit einer wirklich erstaunlichen Regelmäßigkeit und Konsequenz an fast allen Kleidungs­stücken wiederfinden. Nicht allein die Röcke sind in der verschiedensten Art und Weise in Falten geordnet, sondern die Taillen, die Blousen, ja sogar die Jäckchen setzen sich aus Falten zusammen. CapeS und SackpaletotS, ja selbst Hüte find mit Falten und Faltengarnituren sehr ausgiebig aus­gestattet. Daß diese Falten und Fältchen nicht in jedem Falle von der Maffenpro­duktion nachgeahmt werden können ist ja leicht erklärlich; denn z. B. die Faltenröcke müssen, wenn sie elegant und gut sitzend erscheinen sollen, speziell für jede Person angefertigt werden. Bei den ganz aus in Fältchen gesteppter Seide bestehenden Blousen ist die Sache schon einfacher, denn hierbei wird der Stoff vor dem Zuschneiden gleich­mäßig in Fältchen gesteppt. Ebenso beiden und Garniturteilen. Und in der That, die

Industrie hat sich diese Mode bereits zu nutze gemacht; denn in der verschiedensten Art in Fältchen gesteppte Seide bildet einen der neuesten Handelsartikel. Bald find die Fältchen gruppenweise quer, dann grup­penweise schräg im Karo, dann wieder gleichmäßig schräg im Karo oder wieder in einem andern Falle mit andersfarbiger Seide gesteppt; kurz man hat bereits eine große Auswahl in diesen fertig zu kaufenden Fältchengarniturstoffcn.

Nr. 170.

Seideneinsätzen

Die Mode bringt außerdem als Garnitur immer wieder die direkt in den Stoff einzuarbeitenden Verzierungen, von denen Stepplinien,

Applikationen, unterlegte Durchbrucharbeit und Stickereien an sich ja nichts durchaus Neues sind, die Art jedoch, wie man sie in diesem Jahre wieder anwendet, ist neu. Die Stepplinien z. B., welche übrigens, stets abstechend vom Stoff zu halten sind, treten nicht mehr lediglich als Streifen und in Begleitung von aufgesteppteu Stoffstreifen auf, sondern man verwendet sie, wie jede Art von Stickerei zu ornamentalen Mustern. App­likationen und unterlegte Durchbrucharbeit kommen besonders an den hochmodernen­kurzen Jäckchen vorteilhast zur Geltung, woselbst sie entweder das ganze Jäckchen ober nur die Vorderteile nach hinten ver­laufend, bedecken. Stickereien dagegen bringt man gorn an einzelnen Kleiderteilen, rote Steh- und Schulterkragen, Kollerteilen, Einsätze usro. an.

Alle diese Garnituren sind besonders für die Tuchkleider und schwerere Stoffe, rote man sie zur Uebergangszeit trägt, geeignet. Für die leichteren Sommerkleider dürften sie weniger passend erscheinen. Hier sind wieder die Spitzen und Spitzenauflagen in jeder Ausführung, sowie alle duftigen und durchbrochenen Garnituren am Platze. Be­sonders die creme oder ecrüfarbigen mehr oder minder reichen und kostbaren Spitzen­einsätze dürften diesen Sommer eine große Rolle spielen. Man setzt sie dem Rock oder der Taille glatt auf, indem man sie an den Rändern sorgfältig festnäht und schneidet den Stoff darunter fort, sodaß das ab- stechende Futter hindurch schimmert.

Noch eine reizende Kleinigkeit sei hier

Schärpen. Sie dürfen fast an keiner eleganten, duftigen Toilette fehlen, hier eine Gruppe Falten, dort eine Draperie da einen Gürtel zusammenhaltend. Die Enden der Schärpen, welche beliebig kurz ober lang zu halten find, schließen fast immer mit einer Franze ab.

Aus allen sieht man, daß es trotz der Allgemeinheit der Mode an Mitteln und Gelegenheiten nicht fehlt, durch aparte Ausstattung hervorzutreten. Wer allerdings genötigt ist, bei einer kleinen Schneiderin arbeiten zu lassen, wird von ihr unmöglich all die mühsamen Garni­turen und zahlreichen Fältchen verlangen können, besonders wenn verhältuißmäßig nur niedrige Preise gezahlt werden. Anders ist es schott, wenn man selbst mit Hand anlegt und über einiges Geschick verfügt. Da läßt sich manches hübsche- Stück schaffen, zumal man in­folge der neuzeitlichen Einrichtung gut passende Schnitte fertig zu erhalten, die Schwierigkeiten des korrekten Zuschnitts, spielend überwindet. Unsere nebenstehen­den vier Abbildungen geben int Zu­sammenhang mit unserem vorausgehen- den Bericht einige sehr gefällige Modelle wieder.

Nr. 171.

erwähnt. Es sind die

Mouffeltnchtffon-Rosetten und

Nr. 173.

Literarisches.

Fleißige« Nrauenhänden ist eine neue Gelegenheit zu häus- licher Betriebsamkeit geboten, seitdem fertige Schnitte für alle Arten Bekleidnngsgegenstände, so wie sie die Internationalen Schnittmanufaktur in Dresden N. liefert, erhältlich sind. Aus eigner Erfahrung weiß jede praktische Frau, wie alle die mit großen Fleiß erworbenen Fertigkeiten int Schneidern, Maschinenähen ec. oft gar nicht recht zur Verwertung kommen konnten, weil man zur Ausführung keine guten Vorlagen und Schnitte zur Verfügung hatte. Das ist jetzt anders. Wer für sich irgend ein Bekleidungsstück selbst fertigen will, fei es einfach, sei es apart, sei es für groß ober klein, sei es fürs Haus, für bie Gesellschaft, für Sport rc. rc., für alles erhält man int billigen Preis einen aus- probierten, Passenden, neuen Schnitt, der leicht zu verwenden ist. Ueber- all, wo diese im Jahre 1900 bereits prämiierten Schnitte angewendet werden, finden sie den größten Beifall, Es ist daher jedermann zu empfehlen, sich das Reichhaltige Moden-Album und Schnittmusterbuch, Preis 50 Pfg. von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden N. kommen zu lassen, um ebenfalls von der neuzeitlichen, praktischen Einrichtung Nutzen ziehen zu können.

Redaktion; E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl-scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.

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