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brenne, gießt die Jus von Hem Welschkohl hinzu, eventuell kann man sie mit etwas Brühe verdünnen, befreit den Kohl von Zwirn und Blättern, welche die Farce bedecken, schneidet jede Hälfte nochmals auseinander, ordnet sie auf der Schüssel und giebt die Sauce darüber.
Wie die Mannigfaltigkeit des Beerenobstes, die uns der Wald bietet, nimmt auch bet Reichtum an Pilzen zu, und da die Preise derselben niedriger geworden, so gehören sie nicht mehr zu den Spezialdelikatessen. Es giebt Galluschel oder Pfefferlinge, Steinpilze, Schälpilzc, Rotkappen, Schmer- oder Semmelpilze, Mousserons, Wald- nnd hellfarbige Wiesen-Champignons. Letzterer ist, wenn noch so billig eingekauft, immer ein teurer Pilz; denn 2—3 Stück gute Gartenchampignons verleihen einer Sauce dieselbe Würze, wie ein Liter dieser Wildchampignons, bei denen man sich außerdem leicht noch der Gefahr einer Verwechselung mit den schon in kleinen, Mengen sicher den Tod bringenden Gistchampignons aussetzt. Bei Verbrauch sämtlicher frischer Pilze ist immer wieder Vorsicht anzuraten; möglichst zu vermeiden sind bei Regenwetter gepflückte Pilze oder wenigstens sind sie sofort zu verwenden, da sie infolge ihres Wasserreichtums und Gehaltes an Eiweißstoffen leicht in Zersetzung übergehen. Vielfach ist eine Beigabe von Citronensaft, der die Bekömmlichkeit der Pilze sehr erhöht, zu empfehlen. Von einem Aufwärmen von Pilzgerichten ist entschieden abzuraten. Auf dem Obstmarkt finden wir alle Früchte. Süßkirschen verschwinden, Knorpel-, Sauerkirschen, Amorellen und, Weichseln stehen in vorjährigen Preisen; noch reichlich giebt es rote und weiße Johannisbeeren zum Einlegen, Himbeeren, Birnen, Aepfel, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen und Melonen bietet der offene Markt wie auch die Delikateßläden. An Waldbeeren finden wir Heidelbeeren, Preißelbeeren und Brombeeren. In Mengen bietet der Markt Tomaten, die meist üus dem Tokaier Gebiet gesandt sind und zwar die kleinfrüchtige hochrote Art, bie den in Norddeutschland gezogenen Paradiesäpfeln oder Tomaten vorzuziehen sind, weil diese nur den feinen weinsäuerlichen Geschmack besitzen. Tie Tomate liefert unübertreffliche Suppen und Saucen, und unter allen Handelssaucen verdient die Soja von Tokio und die Tomatensauce von Bozen den Preis, ebenso ist unter allen Fruchtsuppen die Tomatensuppe nicht allein die bekömmlichste, sondern auch eine für die heißen Tage gleichzeitig angenehme nnd kräftige Suppe. Man entkernt 6 reife Tomaten und kocht sie in einem Viertelliter Wasser mit einem Stück Butter, 1 Zwiebel, einer Scheibe rohen Schinken, 1 Gewürznelke, 3 Pfeffer- und 3 Gewürzkörner und einem halben Lorbeerblatt weich und drückt sie durchs Sieb. Nun macht man eine helle Einbrenne aus 30 Gramm Buter und 2 Eßlöffeln Mehl, giebt ein halbes Glas Rheinwein, etwas Citronensaft und Salz hinzu, läßt alles verkochen, giebt dann das Tomatenpüree und anderthalb Liter Brühe aus 15 Gramm Liebigs Fleischs-Extrakt hinzu, würzt die Suppe mit etwas Zucker und giebt sie über geröstete Semmelwürfel auf.
Die eßbaren; Pilze von den giftigen oder ungenießbaren Arten unterscheiden! zu lernen, sollte jedermann sich angelegen sein lassen; denn diese können viel Unheil anrichten, jene lassen sich mit großem Vorteil verwendend Das demonstriert recht anschaulich eine neue Serie sog. Liebigbilder, Empfehlungskärtchen der Kompagnie Liebig, die getreue farbige Abbildungen von reickflich zwei Dutzend verschtchener Pilzarten vorführt, oben an die brauchbaren, unten in Medaillonbildchen abgesondert die schädlichen. Die Rückseiten der Kärtchen enthalten zur Bereitung von Champignons, Steinpilzen, Pfisferlingen, Morcheln rc. geeignete Küchenrezepte, die den Hausfrauen willkommen sein werden. Das echte Liebigs Fleischextrakt, das so viele Speisen wirksam verbessert und unübertroffen dasteht (enthält es doch; üur beste eingedickte Bouillon ohne jegliche fremdartige Beimischung) entfaltet auch hier seine vielseitig nutzbringenden Eigenschaften.
LitterarLfches.
Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. 22.<Jahrgangjl900. (A. Hartlebens Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu äö Pfg. Pränumeration inkl. Franko-Znsen- dung 10 Mk.) Unter den verschiedenen geographischen Zeitschriften nimmt die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik' sowohl dur-chi^ Reichhaltigkeit als auch durch Gediegenheit ihrer Aufsätze eine hervorragende Stelle ein. Was immer aus dem Gebiete der Erdkunde Neues und Wissenswertes anftaucht, findet irk derselben entsprechende Beachtung und Würdigung, so daß sie für jedermann, der an geographischen Dingen Interesse nimmt, eine erwünschte Lektüre bildet. Auch das eben erschienene elfte Heft des 22. Jahrganges enthält wieder eine Reihe wertvoller Beiträge: Rhodesien. Von Paul Friedrich in Berlin. (Mit 1 Textkarte. — Die Grundlagen des französischen Protektorates in Tunesien. Von Viktor Levy. (Schluß.) (Mit 3 Abb.) — Fortschritte der geographischen Forschungen und Reisen im Jahre 1899. 3. Amerika. Von Dr. I. M. Jüttner. — Astronomische und physikalische Geographie. Warum die Leoniden ausblieben. Welche Erdgebiete dürfen noch als unbekannt gelten? — Politische Geographie und Statistik. Die Verkehrsstraßen in China. Deutschlands Rhedereien. — Berühmte Geo- graphen, Naturforscher und Reisende. Friedrich I. Ga- browsky. (Mit Porträt.) — Geographische Nekrologie. Todesfälle. Dr. Friedrich Jagor. (Mit Porträt.) — Kleine Mitteilungen aus allen Erdteilen. — Geographische und verwandte Vereine. — Vom Büchertisch. Der äußerst mäßige Pränumerationspreis der „Deutschen Rundschau sür Geographie und Statistik" ermöglicht ihr eine weite Verbreitung.
„Du bist erkannt!!!" Jedermann sein eigener Graphologe. Kurzer Leitfaden der Handschriftendeutung Nach eigenen Studien verfaßt von Carl Ronninger. Leipzig 1900, H. Haessel. Mit 4 Tafeln und mehreren Textabbildungen. Preis 1 Mark. — Der Verfasser, der sich seit etwa 12 Jahren erfolgreich mit Handschriftendeutung befaßt, hat in diesem Merkchen seine reichen Erfahrungen, das Ergebnis jahrelanger Studien, in so vortrefflich gemeinverständlicher Weise niedergelegt, daß jeder Laie nach kurzem Studium desselben im stände sein wird, über jede Handschrift ein allgemeines graphologisches Urteil abgeben zu können. Was die vorliegende Arbeit besonders auszeichnet, ist der Umstand, daß sie — entgegen den Werken anderer Graphologen — völlig frei ist von jedem Charlatanismus und in einfacher klarer Ausdrucksweise den Laien mit dem Wesen der Handschriftendeutung bekannt macht Die Ausstattung der Broschüre, die mehrere instruktive Tafeln enthält und in allen Buchhandlungen käuflich ist, kann eine vorzügliche genannt werden.
Skataufgabe.
Nachdruck verboten.
(Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)
Hinterhand spielt Eichel(Trefs)»Solo mit folgenden Karten:
Obwohl die gegnerischen Trümpfe nicht zusammenstehen, wird daS Spiel verloren. Vorhand hat 30 Augen in ihren Karten und Mittelhand ebensoviel. — Wie war die Kartenverteilung und wie wurde gespielt? Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummer: W Cis Falke
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Redaltisn: $. Bnrkhardt. — »ruck und Verlag der Brühl'schen llnn.rrfit«tS.Buch. uud Eteindruckerei (Pietsch Erben) m «ießeu.


