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den in folgender Weise erzeugt: man setzt die Stangen aus verschiedenartigen Zuckerstäbchen zusammen und gießt den Rauru zwischen diesen mit gefärbtem Zucker aus. Die Drops werden auf Walz- und Prägewerken hergestellt, und zwar finden letztere nur für die feinsten Sorten Anwendung. 'Sie geben den Drops unter Anwendung gravierter Stempel in derselben Weise die Form wie die Prägstöcke den Münzen. Dfe Maschinen, welche man zur Herstellung der wohlfeilen Sorten anwendet, bestehen aus zwei eng aneinander gerückten Walzen, welche je das entsprechende Muster zur Hälfte in vertiefter Form enthalten und durch seitlich. angeordnete Zahnräder derart in Connex gehalten werden, daß die obere und untere Form genau aufeinander passen. Nun kann der Walzenumfang natürliche einige Hundert dieser Formen aufnehmen, sodaß solch ein Walzwerk äußerst leistungsfähig wird. Der Antrieb erfolgt in der Regel mittelst Kurbel durch einen Arbeiter, der aus dem gekochten Zucker flache Stücke formt und dieselben auf einem Zuführungsblech gegen die Walzen schiebt.
Mit ebenso großer Geschwindigkeit erfolgt das Ausschneiden von Pastillen. Aus dem glänzenden Stahlcylinder einer komplizierten Maschine bewegt sich langsam ein dünner Strom raffinierten Zuckers mit Zusätzen, die ihm Konsistenz und würzigen Geschmack verleihen; er gleicht einem breiten, endlosen Bande aus schimmernd weißer Seide oder Atlas und bewegt sich bis zu einem bestimmten Punkte, an welchem sich mehrere scharfe Stempel auf ihn niederdrücken, welche die Pastillen ausstechen; die übrig bleibenden Stückchen werden wieder aufgerollt, ausgebreitet und aufs neue den Maschinen zugeführt.
Der Zucker ist zwar der vorherrschende Faktor in der Konfitürenfabrikation, doch spielen auch die Nebenartikel, wie Gummi, Gelatine, Mandeln, Kokosnüsse, Walnüsse, Pistazien u. a. m., bei ihrer Herstellung keine unbedeutende Rolle. Der Zuckerbäcker fertigt durch Schmelzen und Vermischen des in Form kleiner Tropfen aus der Akazie austretenden Gummis mit Zucker Pasten und Pastillen. Die als Würzmittel allgemein beliebten Mandeln werden gemahlen und geben dann, mit Zucker vermischt, das wohlbekannte Marzipan. Tausende von Tonnen Gummi und Nüsse, und Schiffsladungen von Kokosnüssen u. s. w. gehen Jahr für Jahr durch die Hände des Zuckerbäckers.
Die Zweige dieses Gewerbes sind jetzt so weit verbreitet, daß es gegenwärtig kaum ein Land oder Klima gießt, das ihm nicht in irgend einer Form seinen Zoll bezahlt. Auf dem Balkan und an der Riviera pflücken fleißige Hände die Blumen zur Parfümierung der beliebten Bonbons und Konfekte. In den Hainen Italiens und Spaniens werden die Zitronen, Apfelsinen, Mandeln und Nüsse gepflückt, und es find die besten, die gerade für diese Fabrikation wuserwählt werden. Tausende von Mädchen in Frankreich teilen Walnüsse zu gleichen Hälften, die mit Zucker übergossen werden sollen. Das große Heer derer, die im Dienste dieser Industrie stehen, ist kaum zu ermessen; es umfaßt die größten Chemiker und die kleinsten Mädchen, die an der Seite ihrer Mutter Blumen zur Bereitung von Essenzen pflücken. Dieses Heer, das in allen Kulturländern nach vielen Tausenden zählt, ist aber doch verschwindend klein gegenüber all den großen und kleinen Menschen, welche jahraus, jahrein mit der Vertilgung der Süßigkeiten beschäftigt sind, nnd welche dank der unermüdlichen Thätigkeit Meister Adebors alljährlich, einen Zuwachs von kleinen Leuten erhalten, aus deren Leistungsfähigkeit die Zuckerwarenfabrikanten sicher bauen können.
Gemeinnütziges.
Das Turnen befördert und regelt den BlutumlausderKinder. Das Blut belebt und stärkt unter dem Einfluß der thätigen Mitwirkung des Herzens und der Muskelzusammenziehung alle Teile des Körpers. Die Brust erweitert und entwickelt sich, durch die Thätigkeit der hier einlaufenden Muskeln, die Lunge gewöhnt sich daran, sich! auszudehnen. und begünstigt so die Blutbereitung und Blutbelebung, und das Blut ist, wenn wir uns
so ausdrücken dürfen, die Quelle des Lebens. Ausgezeichnete Dienste leistet das Turnen achh beim Lymphatismus und den Skropheln, bei her englischen Krankheit und besonders bei den in unserer Zeit so häufigen Nervenkrankheiten. Diese Krankheiten sind besonders in großen Städten verbreitet und richten hier ihre Verheerungen an, meistenteils trägt, wie durch zahlreiche Aerzte festgestellt wurde,, der Mangel an Bewegung und Uebung die Schuld an ihrem Vorhandensein.
Iür die Küche.
Schalet. Einfaches, gesundes, billiges Gericht, sehr nahrhaft. Ein Ttzps mit gut schließendem Deckel ist dazu nötig. Belege den Boden mit einigen Markknochen, füge gewaschene weiße Bohnen und die gröbsten Graupen zu, alles roh. Lege noch einige Stücke fettes Fleisch oben auf oder dazwischen, falze. Fülle den Topf abends mit Wasser, verschließe ihn, stelle das Gericht zeitig in einen Backofen, in welchem es bis zum Anrichten mindestens 6 Stunden bleibt.
Lttterarisches.
Nichts Schöneres als Kindheit und Jugend? Besonders wenn ein treues Mutterauge die Nahrung, Kleidung und Beschäftigung der kleinen Lieblinge sorgsam überwacht. Die Nahrung vor allen Dingen! Dann aber die Kleidung! „Ja>. wenn die nicht so teuer wäre!" seufzt manche Mutter; „ich möchte meine Kleinen so gern immer nett und adrett gehen lassen". Ist denn aber die Kleidung der Kinder wirklich so teuer? Man nehme nur die Psingstnummer der weit verbreiteten illustrierten „Kindergarderobe", Verlag John Henry Schwerin, Berlin, zur Hand! Welche reiche Auswahl an reizenden Kindermodebildern erblicken wir da, welche die Mutter mit Hilfe den jeder Nummer beiliegenden Schnittmusterbogen vollständig in den Stand setzt, ihren ganzen Bedarf selbst anzufertigen. Außerdem liefert der Verlag Extraschnitte nach eingesandtem Mäst gegen 35 Pfennig pro Stück. Auch die häuslichen und ärztlichen Winke, sowie die reizenden Beilagen „Kindergarderobe", mit den .Beilagen „Für die Jugend" und „Im Reiche der Kinder" — Abonnements nur 60 Pfg. pro Quartal — ist zu beziehen von allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Proüe- Nummern durch erstere und den Vertag John Henry Schwerin, Berlin 35.
DiamantrStsel.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur- sind die Buchstaben a a, c c, e e, h h h, i i i, k k, l, m, n, o, p, r r r r, s s derart einzutragen, daß die einzelnen Reihen, von oben angefangen, folgendes ergeben:
1. Einen Buchstaben.
2. Ein Fürwort.
3. Stadt in Sachsen.
4. Wohlschmeckende Obstfrucht..
5. Einen Edelfisch.
6. Ein Organ.
7. Einen Buchstaben.
Die wagerechte und senkrechte Mittelreihe haben die gleiche Be-- deutung.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer:
(Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel, Treff; b — Grün, Pique; c — Rot, Coeur; d — Schellen, Carreau;
A — Aß; U — Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.)
Vorhand erhielt a7, b 9, b 8, b 7, c 7, d A, d Z, d D, d 8, d 7, in: Skat lagen b K und d 9; Rest für Hinterhand. Verlauf des Spieles r 1. V. o7 M. ov H. oL — — 7.
2. H. aA V. a7 M. b A.
3.—5. Spieler zieht den Gegnern die Trümpfe ab.
6. M. dK
$. aZ
B. dA =
— 25.
7. 53. dl)
M. bZ
H- a 9.
8. M. oZ
$. cA
V. dZ —
— 31.
Sa. — — 63 Augen.
Rebaltion: ®. Burkhardt. — Druck und «erlag der Brühl'scheu UniversttSts-Buch- und Steindrucke! ei (Pietsch Erben) in Sieben.


