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zwei Mundwässer,
billig, unschädlich und ärztlich empfohlen.
1. „Eukalyptus kann als Desinfektionsmittel für die Mundhöhle nicht genug empfohlen werden. Zwei bis drei Tropfen der Urtinktur werden in das zum Mundausspülen bestimmte Glas Wasser gethan und damit die Mundhöhle gründlich gereinigt. Personen mit kariösen Zähnen, die oft von Schmerzen befallen waren, haben mir erzählt, daß sie nach diesem Mundwaffer keine Zahnschmerzen mehr hatten. Diese Ausspülungen sind besonders des Abends vor dem Schlafengehen zu machen." (Dr. med. Spatzier.)
2. „Bet den häufig vorkommenden Zahnschmerzen, ohne daß Ursachen angegeben werden, wodurch dieselben entstanden find, lasse ich seit vielen Jahren ein Mundwaffer zum Ausspülen des Mundes, welches aus einem Theelöffel Arnikatinktur in einer Taffe Wasser besteht, gebrauchen, auch bei Kindern, die nach dem häufigen Küssen Zahnschmerzen bekommen, wird davon in den Mund gestrichen." (Dr. med. Blau.)
Beide Mittel, Arnika wie Eukalyptus, sind demnach wichtige Vorbeugungsmittel gegen Zahnschmerz, wie zugleich wichtige Konservierungsmittel für Zähne.
Gartenarbeit im Heilverfahren.
Oberstabsarzt Dr. Diemer-Trachenberge schreibt in einem längeren Aufsatz im praktischen Ratgeber im Obst- und Gartenbau über den Wert der Gartenthätigkeit u. a. folgendes:
Wonach der durch seinen Beruf an geschloffene Räume bei vielleicht fitzender Lebensweise Gebannte streben müßte, um seine Gesundheit zu erhalten, das ist: der möglichst häufige Genuß frischer, reiner, freier Luft, dabei kräftige ausgiebige Atmung, Anregung der Herzarbeit und dadurch beschleunigter Blutumlauf im ganzen Körper und in allen Organen, gleichmäßiger Gebrauch und dadurch Kräftigung der verschiedenen Muskelgruppen mit allseitiger Bewegung der Gliedmaßen und des Rumpfes, und endlich ein offener Blick in die Natur mit Verständnis und Freude an ihrem Werden und Gedeihen. Könnte jeder sich womöglichst täglich, wenn auch nur stundenweise, diese gesundheitlichen Genüsse gönnen, so stände es sicherlich weit beffer um des Volkes Gesundheit.
Es giebt nichts, was die Bedingungen zur Gesunderhaltung von Körper rmd Geist so in sich vereinigt, als die eigene Thätigkeit im Garten in ihrer anregenden, unterhaltenden, vielseitigen und wechselreichen Form, stets mit der Möglichkeit, nach Bedarf ausruhen zu können, dabei beständig in ruhiger, freundlicher Umgebung und in freier, reiner Luft. In vielen Heilanstalten für Nerven- und Gemütskranke wird deshalb Gartenarbeit als die wirksamste Heilmethode angesehen und ausgeübt, sie gilt als körperliche und seelische Behandlung zugleich. Nervös beanlagten Menschen wird vielfach von Aerzten als günstigste Berufsart die des Gärtners empfohlen, weil sie vorzugsweise ein stilles, naturgemäßes Leben gestattet.
Weshalb sollte da nicht jeder, der seine Gesundheit erhalten will und Zeit und Mittel dazu aufwenden kann, sich einen Garten, je nachdem größer oder kleiner, zu schaffen suchen, dessen Pflege durch eigene Arbeit er als seine Erholung und Erfrischung betrachten müßte!
Grundsatz aber soll dabei sein, möglichst alles selbst zu machen, nicht etwa zu unbequemeren oder nebensächlicheren Arbeiten andere zu kommandieren. Man darf sich keine Wahl der Art der Arbeit laffen, sonst wird man doch leicht zur Gemächlichkeit verführt und versäumt dadurch vielleicht gerade eine Gelegenheit zu einer zwar unbequemen, aber sehr heilsamen Körperbewegung.
Der Mensch würdigt und schätzt nur das, was er versteht oder wenigstens verstehen lernen will und so ist, wie
bei allem andern, auch bei der Gartenthätigkeit mit dem guten Willen der Anfang zu machen, dem dann das Jntereffe und daS Verständnis allmählich wachsend folgen wird. Ist dieses erst vorhanden, so entwickelt sich aber auch Lust und schließlich geradezu begeisterte Liebe zu dem, was man geschaffen und an dessen Gedeihen und Entwickelung man täglich seine Freude hat. rann aber wird auch der etwas egoistische Trieb wach, sich diese Freude erhalten zu wollen, wozu man wieder durch Arbeit und getreue Pflege beitragen muß. So entwickelt sich schließlich eine moralische Pflicht, ein leiser Zwang zur regelmäßigen Beschäftigung im Garten. Ach! Wie heilsam ist doch dieser Zwang für bequeme, unlustige, verstimmte und mißvergnügte Herren!
Jedenfalls giebt es im Garten so vielerlei zu denken und zu thun, daß schlechte Laune und Unbehagen bald vergessen und überwunden sind und, glaube es mir, lieber Leser, wenn Du es noch nicht selbst erfahren, nach dieser stille», friedlichen Arbeit ist auch Befriedigung in Dein Gemüt eingezogen und sanften, heiteren Sinnes kehrst Du jedesmal aus dem Garten in Dein Haus und zu Deinen sonstigen Geschäften zurück.
Das ist das Bekenntnis eines Arztes, der selbst aus Gesundheitsrücksichten die Gartenarbeit als Heilverfahren wählte und deren trefflichen Einfluß am eigenen Leibe erprobte.
Humoristisches.
Drastischer Vergleich. „Sich' nur, wie schneidig der M. wieder gekleidet ist." — „Ja bei dem kann man auch sagen: Havanna- Deckblatt und Pfälzercinlage."
Litterarisches.
Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. XXII. Jahrgang 1900. (51. Hartleben's Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pfg. Pränumeration incl. Franko-Zusendung 10 Mk.) Unter den verschiedenen geographischen Zeitschriften nimmt die „Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik" sowohl durch Reichhaltigkeit als auch durch Gediegenheit ihrer Aufsätze eine hervorragende Stelle ein. Was immer auf dem Gebiete der Erdkunde Neues und Wissenswertes auftaucht, findet in derselben entsprechende Beachtung uud Würdigung, so daß sie für jedermann, der an geographischen Dingen Interesse nimmt, eine erwünschte Lektüre bildet. Auch das eben erschienene vierte Heft des XXII. Jahrganges enthält wieder eine Reihe wertvoller Beiträge: Der 7. internationale Geographenkongreß in Berlin vom 25. September bis 4. Oktober 1899. Bon Prof. Dr. Robert Sieger. — Die Tabakpflanzungen auf Sumatra. Nach dem Norwegischen des H. T. Kamstrup, von Friedrich v. Känel in Aeschi (Bern). (Mit 4 Abb.) — Deutsch-Südwcst-Afrika. Wanderungen in der deutschen Kolonie von Kurt Sinter in Salem, Damaraland. (Fortsetzung.) — Nene Kolonien der Mormonen. Von Emma Poesche in Washington. — Astronomische und physikalische Geographie. Der Schatten irdischer Bergmassen auf dem Monde. Das Klima von Berlin. — Politische Geographie und Statistik. Ergebnisse der im Jahre 1898 ausgeführten Versuchsfischerei im Kaiser Wilhelm-Kanal. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. Ernest Krause (Carus Sterne). (Mit 1 Porträt.) — Geographische Nekrologie. Todesfälle. Professor Dr. Eduard Petri. (Mit 1 Porträt.) — Kleine Mitteilungen aus allen Erdteilen. — Geographische und verwandte Vereine. — Vom Büchertisch. (Mit 3 Abbildungen.) Der äußerst mäßige Pränumerationspreis der „Deutschen Rundschau für Geographie und Statistik" ermöglicht ihr eine weite Verbreitung.
Magisches Dreieck.
(Nachdruck verboten.)
..................., — In die Felder nebenstehender Figur sollen die Buchstaben a a, e e, f f, 1 1 1 1, n, p --—— p, u u derart eingetragen werden, daß die einander entsprechenden wagerechtcn und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben: __ 1. Eine Obstfrucht.
2. Männlichen Vornamen. -- 3. Chinesisches Maß.
4. Teil von Eldorado.
— 5. Einen Buchstaben.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Logogriph in voriger Nummer: Waffe, Affe.
Redaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


