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Ermüdung in den Augen gespürt, die sonst schon in zwei Stunden sich bei mir bemerkbar macht.
Der Preis des kleinen Apparates ist so niedrig gestellt, daß die Anschaffung selbst dem Aermsten ermöglicht wird. Er ist ungleich billiger als jene direkt schädlichen bunt gefärbten Cylinder- und Lampenglocken, die die künstliche Beleuchtung dem Ideal allen Lichtes, der Sonne, noch; mehr unähnlicher machen. Haben wir doch gesehen, daß die reiz- und ermüdungswidrige und daher so wohlthätige Eigenart des Sonnenlichtes gerade in dem Fehlen aller gelben und roten Strahlen besteht.
jßum Schluß seien noch einige wichtige Regeln betont. Zunächst stelle man die Lampe so aus, daß sie zur Linken des Arbeitenden sich befindet. Die Forderung leitet sich davon her, daß z. B. der Schatten einer schreibenden Hand nicht aus die Schreibflächx fällt, sondern nach rechts. Würde die Lichtquelle aber rechter Hand stehen, so würde die Schreibfläche teilweise beschattet.
Ferner muß die Arbeitslampe einen nicht zu niedrigen Fuß haben, damit das Licht von oben her einsalle. Es empfiehlt sich auch, den Lampenfuß in dunkler Farbe zu wählen, um die Einflüsse des falschen Lichtes zu schwächen. „Falsches Licht" nennen wir jenes, das bei Einstellung des Auges auf einen bestimmten Gegenstand gleichzeitig von anderen Punkten aus die Netzhaut trifft.
So kleinlich jede einzelne Maßnahme vorerst auch erscheint, sie wird bedeutsam, wenn sie vereint mit andern angewandt wird. „Vieles Wenige niacht eine Berechnung". Wie die Schädigungen der heutigen Kulturentwicklung nicht plötzlich und. überraschend sich fühlbar machen, sondern allmählich und kaum merkbar, bis sie in nie rastender Minierarbeit in Jahren, oft erst in Jahrzehnten Geist und Körper untergraben, so erkennt man die heilsamen Wirkungen unserer hygienischen Maßregeln auch nicht von heute auf morgen.
GeMOßnMNtziges.
Gesundheitspflege-
Sin Mittel gegen Influenza wird in Frankreich, auf Empfehlung des bekannten Bienenschriftstellers Herrn Abbee Delaigues, vielfach angewendet: Man versetzt ein Liter Weißwein tüchtig mit Honig und kocht ihn auf. Vor dem Schlafengehen trinkt man davon nach Belieben, aber so warm wie möglich. — Ein Mittel gegen Husten besteht, nach demselben Verfasser darin, Honig mit gut gewaschener Schwefelblüte zu vermengen und davon beim Schlafengehen einen Löffel voll zu nehmen. Dieses auch gegen Brustsucht ausgezeichnete Rezept ist zu gleicher Zeit ein mildes und ungefährliches Abführmittel. D.
Einschlafen der Hände. Nicht selten tritt während des Schlafes infolge von Druck auf den Arm jener Zustand ein, der sich durch Kribbeln, Pelzigsein und Verlust des seinen Gefühls äußert. Das Gefühl ist eine teilweise Lähmung der Empfindungsorgane. Ein solches durch Druck bedingtes „Einschlafen" ist nicht bedenklich, es geht vorüber, sobald der Drnck aufhört. Nur halte man während des Schlafes die Arme stets ausgestreckt, damit das Blut frei durchfließen kann und mache vor dem Niederlegen eine ISgrnbtge- Ganzwaschung und früh' eine ebensolche des Rückens, und vermeide selbstverständlich aufregende Speisen, wie Kaffee, Wein und Bier.
Mumenpflege.
Ein selb st zu fertigend es Weihnachts-Geschenk für Blumenfreunde. Im Gewächshaus des Gärtners herrscht fröhliche Gesundheit und kräftiges Wachstum unter den Pflanzen; im Zimmer des Liebhabers oft Krankheit und Siechtum. Ein erklärlicher Wunsch des Pflanzenliebhabers ist es deshalb, ein Hänschen zu besitzen, in welchem unabhängig von der Zimmer- lnft die Pflege empfindlicher Gewächse vor sich gehen kann. Dieser Wunsch ist ziemlich leicht und ohne viel Kosten dnrch die Erbauung eines kleinen Zimmergewächs
hänschens zu erfüllen. Wie dies gemacht wird, lehrt die Nr. 36 des „Erfurter Führers im Gartenbau", nach dessen Zeichnungen sich jeder leicht herausfindet. Da unseren Abonnenten diese Nummer kostenfrei vom Geschäftsamt des „Führers" zugesandt wird, wenn sie sich mittelst Postkarte nach Erfurt wenden, bereitet es vielleicht manchem Vergnügen, seinen Angehörigen ein solches Weihnachts-Geschenk anzufertigen.
Der Kampf zwischen Mensch und Tier. Von Prof. Dr. Karl Eckstein. Mit zahlreichen Abbildungen. Geh. Mk. —.90, geschmackvoll geb. Mk. 1.15. („Aus Natur und Geisteswelt." Sammlung wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 18. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig.
Die umfassenden Maßregeln, die von feiten des Menschen getroffen werden, für welche in der neuesten Zeit die Staatsverwaltnngen große Mittel bereit stellen, um Versuchsstationen, Auskunftstellen zu unterhalten, zeigen, welche hohe wirtschaftliche Bedeutung allerseits den Angriffen durch Tiere beigelegt wird und wie viel von dem Sieg in dem „Kampf zwischen Tier und Mensch" abhängt. Die einzelnen Kapitel führen uns in vielen Bildern und Schilderungen Episoden ans dem Kampfe vor, dem Kampfe des Jägers, der Fleisch- und Pelztiere jagt, während der Hirte zum Verteidigungskampfe durch die Angriffe des Raubtieres gezwungen wird. Auch der Fischer, der Land- nnd Forstwirt kämpft gegen eine große Zahl meist kleiner, versteckter, heimtückischer Feinde aus verschiedenen Tiergruppen, zumal gegen Säuger, Würmer und Insekten. Nicht zu vergessen ist schließlich der Kampf aller Menschen gegen die „giftigen" Tiere und die Parasiten. Die Kampfmittel, welche von beiden Gegnern angewendet werden, werden geschildert. Wie der Kampf schwankt, wie der Mensch häufig Freund und Feind nicht zu unterscheiden vermag, die ersteren d. h. die nützlichen Tiere, der Vernichtung durch andere preisgiebt oder gar selbst verfolgt, weist der Verfasser an einzelnen treffenden Beispielen nach und führt uns so in interessanter Schilderung ein Stück des ewigen großen Kampfes ums Dasein vor.
In seinem eleganten Ganzleinenband, dem überaus reichen und vor allem äußerst gediegenen Inhalt ist für den billigen Preis von 1 Mk. Trowitzsch's Reichs-Kalender ein Kalender für jedermann. Der vorliegende Jahrgang 1901 befriedigt Freunde einer anregenden und stimmungsvoll illustrierten Lektüre in jeder Beziehung; bringt er doch in einer stattlichen Anzahl von Beiträgen Unterhaltungsstoff, wie er für ein echtes Familienbuch — das Trowitzsch's Reichs-Kalender immer war — kaum entsprechender ausgewählt werden konnte. Es sind beliebte Autoren, wie Hermann. Heiberg, A. von Hedenstjerna, Zoö von Reuß, Victor Blüthgen, Johs. Trojan u. a. mit Beiträgen vertreten, deren packende Fische die Illustrationen von Wilhelm Clan- dius u. a. in den sorgfältig ausgeführten Druck aufs beredteste veranschaulichen. Die illustrative Ausstattung ist überdies durch Bollbilderbeilagen — zwei Genrebilder und eine italienische Landschaft in sehr hübsch ausgeführten Tonholzschnitten — in würdigster Weise bereichert. An Aufsätzen allgemein belehrenden Inhalts finden wir u. a. eine Rechtsbelehrung „Mieter und Vermieter nach dem bürgerlichen Gesetzbuch" und im speziellen Hausfrauenteil Artikel über Schnitzmalerei und Ornamentik. Das eigentliche, für Nottzen eingerichtete Kalendarium kommt dem praktischen Bedürfnis darin recht entgegen, daß es in einer Reihe von Hinweisen für Garten- und Blumenpfiege, ebenso in Nachschlagetabellen bei den mannigfachsten Anlässen erwünschte Aufschlüsse giebt.
Magisches Quadrat.
Nachdruck verboten.
1. Stand.
2. kleines Gefäß.
3. jüdischer Prophet.
4. Titelheld eines Shakespeare'schen Dramas.
In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben AAA, DD, EEEE, LL, 0, RR, 88 derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend sind und Wörter von der beigesügten Bedeutung bilden.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des LogogriphS in voriger Nummer:
Wende, Ende.
Redaktion; E, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße».


