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„Fern sei es von Mir, Sie mit einer Frage zu behelligen, die Ihnen unerwünscht sein könnte. Und was auch immer Sie für uns gethan haben mögen — noch in der Stunde unseres Todes werden ich und meine Leute Sie dafür segnen. Daß ich an die Möglichkeit eines Erfolges nicht glaube und inach Lage der Dinge nicht glauben darf — können Sie -mir darum zürnen? Und verdiene ich wirklich Ihren Unwillen, wenn ich Mich! nicht durchs thörichte Hoffnungen bestimmen lasse, das zu versäumen, was die gegebenen Umstände gebieterisch von mir fordern?"
In verzweifeltem Schmerz preßte Elisabeth beide Hände auf das stürmisch- pochende Herz.
„Auch das also kann Ihren Sinn nicht ändern? Ich habe meine Sicherheit, meine Ehre, vielleicht meine Freiheit nutzlos aufs Spiel gesetzt, um Sie zu warnen!"
Auch Sixtus atmete schwer. Und plötzlich, ehe sie es hindern konnte, kniete er vor ihr nieder, um den Saum ihres regennassen Gewandes an seine Lippen zu führen.
„Wenn Sie in mein Herz sehen könnten, Elisabeth! Ich verabscheue mich selbst, weil Sie mich! nun mit dem Bewußtsein verlassen werden, Ihre -opferwillige Großmut an einen Unwürdigen verschwendet zu haben. Aber ich Unseliger bin ja nicht mehr Herr meiner Handlungen".
„Die erste Verirrung, die nichts mehr ungeschehen machen kann", fuhr Major Sixtus fort, „drängt mich erbarmungslos weiter und weiter, dem selbstverschuldeten Ende zu. Deshalb kann ich Sie nur noch um eines bitten: überlassen, Sie mich jetzt meinem Verhängnis, und unternehmen Sie nichts, das mein Gewissen zu allem anderen auch- noch mit dem furchtbaren Vorwurf belasten könnte, Sie in mein Unglück hineingezogen zu haben. Gott Möge Ihnen vergelten, was Sie bisher an uns gethan; ich armer Geächteter habe ja nichts als ohnmächtige Worte des Dankes."
Thränen wollten seine Stimme ersticken; da beugte sich Elisabeth zu ihm nieder, legte ihre Arme um seinen Hals und flüsterte so snahe an seinem Gesicht, daß er ihren warmen Atem fühlte: „Wenn Du stirbst, Sixtus, so sterbe ich mit Dir ! Ich könnte ja ohne Dich nicht länger leben. Du geliebter Mann!"
„Elisabeth!" schrie er - aus in selbstvergessenem, schrankenlosem Jubel, und aufspringend umfaßte er ihre herrliche Gestalt, sie wieder Und wieder voll stürmischer Leidenschaft an sich pressend. -.Ihre Lippen fanden sich in einem endlosen, glühenden Kusse, und minutenlang schien all das Entsetzliche, das sie umdrohte, völlig getilgt und weggewischt aus ihren Gedanken. "-Wer der süße, glückselige Rausch-, der wonnige Taumel einer so lange mit schier übermenschlicher Selbstüberwindung niedergehaltenen und nun in Hellen, heißen Flammen emporlodernden Liebe — auch er müßte endlich verfliegen. Und der Major war es, dessen starker Geist.sich zuerst in die grausame Wirklichkeit zurückfand. Er gab die Geliebte frei und preßte seine geballten Fäuste gegen die Schläfen.
„Zu spät!" stieß er hervor. „O, allbarmherziger Gott, warum muß es zu spät sein — warum?"
Ueber Elisabeth aber war jetzt, da sie ihm ihr teures Geheimnis preisgegeben, jene sonnige Zuversicht gekommen, der die wundersame Kraft innewohnt, sich auch auf andere zu übertragen, weil etwas von prophetischer Sehergabe in ihr ist.
„Nein, noch ist es nicht zu spät. Das Schicksal kann uns nicht auf so wunderbare Weise zusammengeführt haben, um uns nach einem einzigen Augenblick des Glückes grausam für immer zu trennen. Der Zufall, daß Du gerade hier in der Nähe von Lasdehnen Dein Lager aufschlagen mußtest —"
Doch Sixtus fiel ihr mit einem Kopfschütteln in die Rede: „Es war kein Zufall, Elisabeth. Schande über mich, wenn i-ch Dich jetzt noch belügen wollte. Die Sehnsucht, Dich! Noch einmal zu sehen, wäre es auch nur von ferne und ohne von Dir erkannt zu werden, hielt mich in diesen Wäldern fest, obwohl wir vielleicht in einem anderen Bezirk geringere Schwierigkeiten gehabt hätten, uns zu verproviantieren. Ich wußte, daß Du hierher kommen würdest, und seit ich erfahren, daß Du wirklich auf Lasdehnen eingetvoffen seiest, schlich ich mich oftmals auf jede Gefahr hin in einer Verkleidung bis in die unmittel
bare Nähe des Schlosses, um Dein geliebtes Antlitz oder wenigstens den Schatten Deiner Gestalt am erleuchteten Fenster zu erspähen".
„O, diese Tollkühnheit!" ries sie mit strahlendem Gesicht. „Und doch- behandeltest Du mich bei unserer ersten Begegnung so kalt und gemessen, daß ich! verzweifelnd fürchtete, Du habest mir noch- immer Deine Verzeihung vorenthalten".
„Durfte ich denn anders — ich, der Ausgestoßene, Geächtete, Verfehmte? Beging ich nicht eben eine neue Ehrlosigkeit, da ich es wagte, Deine reinen Lippen zu berühren?"
Doch sie schmiegte sich aufs neue voll hingebender Zärtlichkeit an seine Brust.
„Nein, Teuerster, denu es kann nimmermehr ehrlos sein, ein anderes Wesen zu beglücken. Aber wenn Du mich in Wahrheit so innig liebst, daß Du Dein Leben aufs Spiel setztest, nur um mich zu sehen, kannst Du Dich dann noch länger weigern, mir die erste, flehentliche Bitte zu erfüllen, die ich an Dich richte? Sieh, mein Geliebter, der Morgen ist nicht mehr fern, und wenn Du darauf beharrst, die Soldaten zu erwarten, so bedeutet dieser Morgen die Todesstunde unserer Hoffnungen, gleichviel, ob Du die Kürassiere besiegst oder unter ihren Säbeln fällst. Darfst Du mir diesen furchtbaren Schmerz anthun, da es doch in Deine Macht gegeben ist, ihn mir zu ersparen? Ich verlange ja nichts, als daß'Du Dich über die Grenze zurückziehst und so lange einer Begegnung mit dem preußischen Militär ausweichst, bis ich die Antwort des Königs auf meine Eingabe erhalten habe. Lautet sie bejahend, wie ich zuversichtlich hoffe, so har alle Not und Drangsal für Dich wie für die Deinen ein Ende. Wird meine Bitte aber abschlägig beschieden, nun, so ist es für Dich noch immer früh genug. Dich Deinen Feinden zu stellen, und für mich, an Deiner Seite den Tod zu suchen. Denn ohne Dich; — das schwöre ich Dir noch, einmal, Sixtus —i ohne Dich will ich- nicht mehr leben!"
Stumm hielt der Major das schöne, opfermutige Weib umschlungen, seine Augen senkten sich tief in die ihren, und sie verstanden auch ohne Worte das heilige, feierliche Gelöbnis, das eines dem andern in diesen weihevollen Momenten ablegte.
Das Helle Zwitschern eines erwachenden Vogels über ihrem Haupte machte Elisabeth auffahren.
„Die Nacht geht zu Ende, Sixtus! Willst Du nun, daß ich hier bleibe, um mit Mr die Mörder unseres Glückes zu erwarten?"
„Nein!" rief er entschlossen. „Du wirst auf der Stelle nach Lasdehnen zurückkehren. Ich aber thue, was Du verlangst. Die Kürassiere vom Regiment Möllendorf sollen diesmal umsonst vor Tau und Tag aufgebrochen sein. Noch ehe ihnen die Sonne ins Gesicht scheint, sind wir jenseits der Grenze".
„O Dank, tausend Dank, mein Geliebter! Und Du sollst eilen, Dein Versprechen zu erfüllen. Nicht eine Minute länger darf meine selbstsüchtige Zärtlichkeit Mch hier zurückhalten".
Sie drängte ihn mit sanfter Gewalt zu seinem Pferde hin. Der Major aber zauderte noch, um sie zu fragen: „Und wie soll ich nun eine Nachricht von Dir erhalten? Denn ich! werde nicht dulden, daß Du Dich zum zweiten Male der gleichen Gefahr aussetzest wie in dieser Nacht. Länger als eine Woche können wir uns and), auf russischem Boden nicht behaupten, ohne eine zehnfach, überlegene Streitmacht hinter uns zu haben. Und selbst wenn ich Deine Hoffnungen auf die Gnade des Königs teilen könnte: daß sie noch! früh genug einträfe, um uns zu retten, glaube ich nimmermehr".
Elisabeth dachte nach „Könntest Du nicht nach vier oder fünf Tagen einen Deiner Husaren in unauffälliger Verkleidung nach Lasdehnen senden? Vielleicht denselben Mann, der schon einmal dort war, und der mich, jetzt hierher geführt hat?"
„Wohl! Mag es so sein! Ihn oder einen anderen. Einige Worte von meiner Hand, wenn auch, ganz unverfänglichen Inhalts, sollen ihn bei Dir beglaubigen. Wir führen immer eine genügende Anzahl von bürgerlichen Kleidern mit uns, um im Notfall selbst ein Dutzend unserer
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