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Beschaffenheit und mit dem Vorzug der Billigkeit eignen sie sich ausgezeichnet für das Fürstengemüse, das meist aus vier Arten besteht, die man nach) der Jahreszeit wählt. Im Juli nimmt man Blumenkohl, Erbsen, Karotten und Kohlrabi. Nachdem jedes für sich) mit kochendem Wasser abgebrüht ist, dünstet man es in Brühe aus Liebigs Fleisch- Extrakt weich und verdickt die Brühe mit einer Mehlschwitze. Eine viereckige Schüssel teilt man durch! gekochte oder gebratene Saucischjen in vier Felder, ordnet in jedes Feld ein Gemüse, übergießt es mit der Brühe und garniert den Rand mit kleinen gerösteten Kartoffeln. — Den Markt beherrschen jetzt alle Latticharten, als Kopfsalat in besten Sorten und die sehr begehrten Sommerendivien, deren Blätter einen erfrischenden Salat und ein zartes Gemüse geben. Frühbeetgurken werden durch Freilandware verdrängt, welche anfangs ziemlich hoch im Preise ist, bald aber billig wird.
Um Johanni bßginnt die eigentliche Saison der Pilze, der Sonderlinge der Pflanzenwelt, die die alten Griechen und Römer schon als die feinsten Bissen priesen, die den .Nat,urhistorikern von jeher Kopfzerbrechen bereiteten. Carolus Crusius schwärmte schon für Pilze, ihn hatte der Pflanzenforscher Balthasar von Batthyany durch Pfefferlinge in Butter für die gute Sachte gewonnen, und Crusius brachte nicht nur die gedünsteten Pfefferlinge in Mode, sondern stellte auch die Zugehörigkeit der Pilze zum Pflanzenreich fest. Ohne Zweifel ist die Begeisterung für die Pilze gerechtfertigt, denn in keinem anderen Nahrungsmittel ans dem Pflanzenreich ist so viel Würzgeschchack enthalten, wie in den Pilzen. Leider ist der größte Teil des Nährstoffgehaltes für unseren Magen unverwertbar, und darum bleibt der Pilz hauptsächlich ein Genußmittel. Der Juli bietet uns: Steinpilze, Champignons, Pfefferlinge, Blut- und Grünreizker, welch' letztere vorzügliche Saucen und Suppen geben. 300 Gramm sehr gut geputzte Reizker werden in kleine Blättchen geschnitten, in 30 Gramm Butter 10 Minuten gedünstet, in anderthalb Liter Brühe aus 10 Gramm Liebigs Fleisch-Extrakt 12 Minuten gekocht und mit einer Hellen oder dunklen Mehlschwitze verdickt. Die so zubereitete Suppe wird zum Schluß mit Pfeffer und Salz schmackhaft gewürzt.
An Wild bringt der Juli neben dem Reh endlich eine Bereicherung durch den jagdbaren Hirsch und das zartere Damwild. Auch die Wildenten und -Gänse müssen jetzt vor des Waidmanns Schuß zittern, ebenso Bekassinen, die an Wohlgeschmack. die Waldschnepfe noch übertreffen. Unter dem Wild der niederen Jagd wird die Wildente sehr geschätzt. Nächst dem Braten giebt sie ein vorzügliches Ragout, Salmi und dergleichen, aber auch! gedämpft gereicht sie keiner Tafel zur Unehre. Man brüht die Ente zweimal ab, richtet sie vor, setzt sie mit anderthalb Liter Brühe aus 15—20 Gramm Liebigs Fleischi-Extrakt auf, fügt 50 Gramm feingewiegten rohen Schinken, drei Nelken, zwei Salbeiblättrr, Salz, 100 Gramm gehackte Zwiebel, etwas Gewürz und ein Keines Stück Zitronenschale bei und läßt die Ente gardämpsen. Sticht sich' das Fleisch! weich, so zerlegt man die Ente in Stücke, giebt die Sauce darüber und garniert die Schüssel durch! einen Kranz Röstkartoffeln.
Eier bewahren ihre Preise, Butter zeigt Neigung zum Nachgeben, und Geflügel aller Art ist reichlich und billig geworden.
Auf dem Fischmarkt steht der billige Lachs obenan, obgleich, die Zufuhr im Juli etwas knapper wird . Die Fisch- Handlungen bieten Seefische aller Art, die in sorgsamer Eisverpackung so gut wie im Winter hier ankommen. An Süßwasserfischen x haben besonders zartes Fleisch die Schmerle oder der Gründling, Felchen, Forellen, Huche, Aesche, Salm, Quappen, der Saibling oder Rotforelle, die sich« vorwiegend in den Seen von Salzburg und der Schweiz aufhalten. Schleie, Aale, Hummern und Krebse sind jetzt vorzüglich. '
Litterarisches.
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C h i n e s i s ch e B a r b a r e i, das ist augenblicklich dasjenige, was all' unser mit Bangen gemischtes Interesse ge. fangen nimmt. Welch ungeheurer Gegensatz besteht doch zwischen der Unkultur des fernen Ostens und der Lebenss führung des modernen Europa! Und speziell bei den Damen! Wohl nirgends kommt uns die Anmut der modernen und speziell der deutschen Frau so zum Bewußtsein, als wenn wir eine Nummer des illustrierten Weltmodenblattes „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin, zur Hand nehmen. Die elegantesten Toiletten, reiche wie einfache, in meister, hasten Genrebildern und einem farbenprächtigen, vielfigürlichen StahlstichpModen-Kolorit vorgeführt, geben uns einen Begriff von der unübertroffenen Gediegenheit dieses Weltblattes. Die jeder Nummer beiliegenden Schniit- musterbogen versetzen selbst die Anfängerin in die angenehme Lage, ihren ganzen Bedarf an Kleidung ohne weitere Hrlfe anfertigen zu können; außerdem liefert der Verlag Extraschnitte nach eingesandtem Körpermaß zu den minimalen Selbstkosten — 50 Pfg. für Schnitte für Erwachsene, 35 Pfg. für solche für Kinder. Eine vornehm geleitete, unterhaltende und belehrende illustrierte belletristische Beilage sorgt für die geistige Nahrung der Leserinnen, ferner bietet das Blatt für den geringen Preis noch mehrere Beilagen, wie die Handarbeitenbeilage, Monogrammbeilage und „Neuestes aus Paris". „Große Modenwelt" mit bunter Fächervignette, Verlag John Henry Schwerin, Berlin, — man achte genau auf den Titel! — ist für nur 1 Mk. vierteljährlich, zu beziehen von allen Buchhandlungen und Postanstalten. Gratis-Probenummern bei ersteren und durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 85. ,
Magisches Dreie».
(Nachdruck verboten.)
In die Felder nebenstehender Figur sollen die Buchstaben a a a, b b, d, e e, n n, r r r, u u derart eingetragen werden, daß die einander entsprechenden wagcrechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgender ergeben.
1. Einen Komponisten.
2. Mineral.
3. Erfrischungsmittel.
4. Teil von Spanien.
5. Einen Buchstaben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Arithmogriph in voriger Nummer:
Krim — Reh — Jlek — Eimer — Meer — Helm — Aller — Leim — Dime;
Kriemhild.
RAoftiOTt: «. Burkhardt. - »ruck und «erlag der «rlthl'schm UninersttiitS-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in «iej«.


