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iji Der BMsr Mt hi« Horm «ines viereckigen Blocks, öifftn obere Seite obeliskenartig ausgehl. Das Stück wurde in Frankreich gefunden, stammt aber wahrscheinlich aus Spanien und zwar der ziemlich roh ausgeführten Arbeit zufolge wohl aus dem zwölften Jahrhundert. Auf einer der Hauptseiten ist eine Kriegerszene dargestellt. Zwei Ritter in Harnisch und Visier stürzen sich mit vorgehal-- tenem Schild und erhobener Lanze aufeinander. Die gegenüberliegende Seite zeigt Adam und Eva im Paradiese und daher auch im paradiesischen Kostüm. Selbst das Feigenblatt fehlt, denn die ersten Menschen sind eben erst im Begriff, vom Apfel der Erkenntnis zu essen. Adam führt einen Apfel zum Munde, während Eva einen zweiten vom Baum pflückt und — was jedenfalls der Ueberlieferung nicht entspricht — einen dritten der Schlange anbietet, die um den Stamm des Baumes gerollt ist und weit das Maul öffnet, um die Frucht zu empfangen. Auf den beiden anderen Flächen des Stückes erblickt man auf der einen Adam, der im Schweiße seines Angesichts sein Brot gewinnt, auf der andern Eva, Wolle spinnend. Die obere Seite endlich ist mit zwei Tieren verziert, in denen wohl »in Wolf und ein Eber zu erkennen sind.
Schon die Beschreibung dieser komplizierten Ausschmückungen des Bauern läßt beurteilen, daß man es hier nicht mit einer der kleinen Figuren zu thun haben kann, an die wir heutzutage gewöhnt sind. In der That ist derselbe auch 6 Ctm. hoch, 6 Ctm. und 7 Mm. breit und 1 Ctm. 3 Mm. dick. Man kann sich daraus ein Bild machen, wie umfangreich Turm und Springer und gar König und Königin gewesen sein müssen. Ein Schachspiel aus Elfenbein galt aber auch im Mittelalter als ein wertvoller Besitz, der sich vom Vorfahr auf späte Enkel vererbte, ja manchmal diente es als eine mörderische Waffe, und es wird erzählt, daß Johann ohne Land, der Bruder von Richard Löwenherz, ein Spiel einem Ritter an den Kopf warf und ihn damit tötete. Es war also gefährlich in jenen Zeiten, einem passionierten, erregbaren Schachspieler gegenüber zu sitzen; auch von diesem Standpunkt aus betrachtet sind also unsere heutigen, weniger umfänglichen Schachspiele vorzuziehen, wenn sie auch weniger kostbar sind, als dasjenige, zu dem der beschriebene Bauer gehört haben muß, der noch Spuren von Vergoldung aufweist und doch jedenfalls eines der am wenigsten reich verzierten Stücke gewesen ist.
GsM-iMMÄtzigrs»
Gesundheitspflege.
Heiserkeit und leichte Erkältung, vonmckn- cheM wenig beachtet, find oft Vorboten schlimmerer Ereignisse; denn sie bergen ganz gefährliche Keime dauernder schwerer Leiden. Wer diesen rechtzeitig vorbeugt, der thüt wohl daran. Zu den wirklich wirksamen Borbeugungsmitteln gehört eine gute Tasse Fleischbrühe, leicht und rasch hergestellt aus allgemein bekannte Art aus Liebigs Fleisch-Extrakt (nur echt, wenn Liebigs Namenszug tn blauer Schrift quer durch die Etikette). Wer dies erwärmende, zugleich wohlschmeckende und erquickende Getränk zu geeigneter Zeit zu sich nimmt, der stärkt und kräftigt den Körper zur Ertragung winterlicher Strapazen,, sodaß er dem Einflüsse rauher Witterung zu widerstehen K.fähigt ist.
Aür die Küche.
RindSrouladeri mit Spinat. Man schneidet vom Rostbvatenstück — auch aus mürbegelegener Keule — kleinfingerdicke Schnitten, schlägt sie mit schwerem Messer etwas platt, salzt und pfeffert sie, spickt sie außen und bestreut sie innen mit feingeschnittener Zwiebel und Peter- sine, rollt sie zusammen und umwickelt sre mit Garn. Läßt sie auf dem Feuer erst rings herum schöne Farbe nehmen, und dämpft sie dann in zugedecktem Gefäße saftig weich, hie und da etwas Wasser zusetzend. Inzwischen bereitet man den Spinat, legt die Rouladen beim Anrichten um das Gemüse, und gießt den Bratsaft, mit einigen Tropfen Maggi verfeinert, über das Ganze.
HrrinopWsches.
Anzüglich. Junger Doktor: „Ach, mir ist heute ein Patient gestorben!" — „Das ist allerdings bitter, wenn Sie gleich die Hälfte Ihrer Patienten mit einem Male verlieren!"
Ans dem Examen. Professor: „Run, wonach müssen Sie sich in erster Linie bei jedem Patienten erkundigen?" — Kandidat: „Nach den Bermögensverhältniffen."
Komische Bermniung. Karlchen: „Sage 'mal, Emil: was sind denn das für Soldaten?" — Emil: „DaS find Eisenbahner." — Karlchen: „Aber der trägt ja Sporen." — Emil: „Na, der wird dann wohl von der Pferdeeisenbahn fein."
Literarisches.
„Wie erwerbe, verwalte und vermehre ich ein kleines Vermögen?" Unter diesem Titel hat die Verlagsbuchhandlung von E. Heinrich, Dresden-Neustadt, ein Büchlein erscheinen lassen, das weiteste Empfehlung verdient. Es ist nicht von einem Fachmann, sondern von einem Laien geschrieben, dessen Erfahrungen aus diesem Gebiete auch anderen von Nutzen jein dürften. Von anderen, unter ähnlich klingendem Namen erschienenen Broschüren hebt es sich in wohlthuender Weise ab. In demselben werden so gesunde Grundsätze ausgesprochen, daß die kleine Ausgabe für diesen Ratgeber (60 Pfg.) als eine wohlangebrachte zu bezeichnen ist. Der Verfasser rät in der Einleitung zu Sparsamkeit und Ordnung, sowie zum Maßhalten im Genüsse an und wendet sich weniger an die Reichen, für welche andere Gesichtspunkte maßgebend sein mögen, als an den sogenannten Mittelstand, zu dem der Verfasser Beamte, besser bezahlte Arbeiter, Handwerker, Kaufleute, Besitzer kleiner ländlicher Anwesen und kleine Rentner zählt. Weiter werden in dem Büchlein Mitteilungen über Spar- und Depositenkaffen, Versicherungen und Wertpapiere, sowie über die Verwaltung einer kleinen Vermögens gemacht.
Laforest, Dubut de, „Die Rächerin," Pariser Sittenroman. Deutsch von Ludwig Wechsler; Preis 3 Mk., Verlag O. Gracklauer, Leipzig. In scharf umrissenen Linien zeichnet Laforest in seinem Roman „Die Rächerin" gewisse Kreise der höchsten Pariser Aristokratie. Der Inhalt des Buches läßt sich in wenig Worten zusammenstellen: Eine von ihrem Vetter auf den Weg der Schande getriebene junge Dame wird dessen Geliebte, um sich an ihm für sein Bubenstück zu rächen, indem sie ihn total ruiniert. „Die Rächerin" von L. Wechsler in bekannter Weise vorzüglich übertragen, ist eine gewaltige Anklageschrift gegen gewisse Sittengesetze und Vorurteile der besseren Gesellschaft, die leider teilweise auch bei uns herrschend sind, und kann deshalb die Lektüre des Buches vorurteilslosen Lesern nur empfohlen werden.
Kreuzrätsel.
Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a, e c, e e e e e e e e, f f, h h, i i i i i k k k k, l l l l, n n n n, p p, rr, ssSsss derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Wohlschmeckende Frucht.
2. Deutsches Land.
3. Bezeichnung ans der
Litteraturgeschichte.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Licht, Gicht.
Auflösung des Preisrätsels in Nr 28: .... Würdest du dem ärmsten Bettler gleich, Bleibt dir ein Freundesherz, so bist du reich; Und wer den höchsten Königsthron gewann ' Und keinen Freund hat, ist ein armer Mann.
Badenstedt.
Es gingen insgesamt 14 richtige Lösungen ein, das Los fiel auf Nr. 9. Einsender: Friedr. Mette, Gießen, Bahnhofstraße 56.
Der Preis — „Bucher, Kunstgeschichte" — ist von dem Gewinner gegen Vorzeigung der Abonnementsquittung in der Geschäftsstelle der „Familienblätter" in Empfang zu nehmen.
riedaktion: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Stetndruckerei (Pietsch Erbens in Gießen.


