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Gädtr (später Gades-Cadix) erbauten, den berühmten Hauptstapelplatz des Handels mit Tarsis, dem Goldlande des Altertums, einer Landschaft im Süden der pyrenäischen Halbinsel. Nach einer anderen Quelle hat die Gründung von Gadir etwa 1100 v. Ehr. stattgefunden — in letzterem Falle hätte idie alte Stadt Veranlassung, in diesem Jahre die Feier ihres 3000 jährigen Bestehens zu begehen.
Etwa um 600 v. Ehr. — also vor 2500 Jahren — fand die erste Umsegelung Afrikas statt. Die kühnen Unternehmer waren phönikische Seefahrer, der eigentliche spiri- tus rector der gewagten Expedition war aber König Necho II. (Nekru II. 609 bis 594) von Aegypten, ein weitblickender, thatenlustiger Monarch, der vor allen Dingen der Handelspolitik hohe Aufmerksamkeit widmete. Sein Lieblingsziel bestand in der Errichtung einer großen Seemacht, er berief tüchtige Schtffsbaumeister aus Griechenland, welche ihm eine große Anzahl Schiffe bauen mußten und begann einen Kanal zu bauen, welcher das Rote Meer mit dem Mittelländischen durch den Nil verbinden sollte. Einen ähnlichen Vorläufer des Suezkanals hatten bereits 800 Jahre früher (1400 v. Ehr.) Sethos I. und Ramses II. Herstellen lassen. Necho vermochte zwar das begonnene Riesenwerk nicht zu Ende zu bringen, angeblich gab er es auf, weil ein Orakelspruch ihm verkündete, er arbeite damit nur für die Barbaren, vermutlich' ließ er die 100 Jahre später von Darius vollendete Arbeit aber aus strategischen Gründen und der bedeutenden Kosten, sowie der ungeheuren Menschenopfer wegen, die sie forderte (er soll 120 000 Mann dabei eingebüßt haben) fallen. Um so glücklicher endete sein Plan, Afrika umschiffen zu lassen, dessen Zweck es war, die von den Phönikern geheim gehaltenen Plätze zu erforschen, von denen sie ihre wertvollen Produkte bezogen. Die - Expedition sollte vom Roten Meere ausgehen, die gesamte Küste entlang fahren und durch die Säulen des Herakles wieder in Nechos Land zurückkommen. Herodot giebt uns einen Bericht über die Unternehmung in seiner schlichten, treffenden Art. „Die Phöniker", schreibt er, „fuhren aus dem Roten Meere ab und gingen in das Südmeer. Und wenn es Herbst ward, gingen sie ans Land, besäeten das Feld, und erst, wenn sie eingeerntet hatten, gingen sie wieder zu Schiffe, also daß sie nach zwei Jahren, im dritten Jahre, durch die Säulen des Herakles wieder in Aegypten ankamen. Und sie erzählten, wie sie um Libyen (d. i. um Afrika) geschifft, hätten sie die Sonne zur rechten Seite gehabt, was ich freilich nicht glauben kann." Der skeptische Geschrchts- sorscher bezweifelt also gerade den Umstand in der Reisebeschreibung, welcher uns die Gewähr für die Thatsache giebt, daß die Schiffer wirkliche die südliche Erdhälfte erreicht resp. die Südspitze Afrikas umschifft haben.
Um das Jahr 500 v. Ehr. begegnen wir den ersten beiden Reisenden, welche die Geschichte uns namhaft zu machen weiß, den vom Senat von Karthago zu Kolonisationszwecken entsandten Admiralen Hanno, und Himilko. Hannos Reiseziel war die Westküste Afrikas, er führte aus 60 Schiffen mit je 50 Rudern etwa 30 000 Menschen mit sich, welche zur Bevölkerung der neu zu gründenden Niederlassungen bestimmt waren. Die Reise Himilkos galt der Erforschung der westlichen Küstenländer Europas.
Wir verlassen nunmehr den schwankenden Boden der Schätzung und begeben uns auf historischen Grund. In den Jahren 401 und 400 v. Ehr. sand jener berühmte Rückzug der 10 000 Griechen unter Xenophon aus Athen, einem Schüler des Sokrates, statt, der nicht nur geschichtlich eine große Bedeutung gewonnen hat, sondern auch durch die ausführliche Beschreibung, welche Xenophon in seiner „Anabasis" geliefert hat, als geographische Entdeckungsreise ein ehrenvolles Andenken verdient. Die Griechen waren nach Persien gezogen, um Kyros dem Jüngeren Sen seinen Bruder Artaxerxes Beistand zu leisten, mußten aber, nachdem Kyros bei Kunaxa geschlagen und ge- tötet worden war, beständig verfolgt und mit den wuden Bewohnern der durchzogenen Gegenden kämpfend, von Babylon nach dem Schwarzen Meere zurückzrehen resp. mühsam durchschlagen. Endlich erblickten sie (im Februar oder März des Jahres 400) das rettende Meer, ber dessen Anblick der Jubelruf„Thalatta!" „Thalatta!" brausend durch ihre Reihen Ang.
Der Strom der Jahrhunderte trägt uns weiter bis zum Jahre 1000 n. Ehr., in welchem der Boden Amerik-2 zum ersten Male von europäischen Füßen betreten wurde. Denn die ersten Entdecker Amerikas sind die alten Normannen; schon 986 erreichte Bjarne, der seinen Vater in Grönland aufsuchen wollte, die Küste von Labrador, ohne indessen das neu aufgefundene Land zu betreten. Vierzehn Jahre später zog Leif Erikson, der Sohn Eriks des Roten aus, das von Bjarne entdeckte Gebiet zu untersuchen. Auf seiner waghalsigen und glücklichen Fahrt erforschte er die Küsten von Unter-Kanada, Massachusetts, Rhode-Island, Connecticut und Newyork, er überwinterte sogar mit seinen Leuten in dem neuen Lande und kehrte rerch mit Schätzen (Früchten, Holz usw.) beladen, nach Grönland zurück. Die Normannen besuchten seitdem wiederholt die amerikanische Küste und gründeten oort sogar eine Kolonie, doch ging dieselbe bald wieder zu Grunde. Für die Zivilisation und Kultur wurde Amerika jedenfalls erst durch Kolumbus gewonnen, dessen unsterbliches Verdienst durch die Vorentdeckung der Normannen aus Island und Grönland nicht geschmälert erscheint.
Ein wichtiges Jubiläum, und zwar ein 400 jähriges — ist das der am 21. oder 24. April 1500 erfolgten Entdeckung und Besitznahme Brasiliens durch Pedro Alvarez Cabral. Als Befehlshaber einer Flotte von 13 Schiffen ging Cabral am 9. März 1500 unter Segel, um im Auftrage des Königs Emanuel von Portugal das von dem eben zurückgekehrten Vasco de Gama zum ersten Mal auf dem Seewege erreichte Indien von neuem zu besuchen und mit den Bewohnern desselben in nähere Verbindung zu treten. Durch anhaltende Stürme verlor Cabral die Richtung und sah M immer weiter nach Westen verschlagen. Am 22. April erblickten die Schiffer einen hohen Berg und bald darauf eine lange Küstenreihe, der man den Namen VeraUÄH (Kater in Santa-Cruz umgewandelt) beilegte. DasM^l»elMeckWLand war Brasilien, und Cabral säumte nich^^füLtrerWöntz von Portugal in Besitz zu nehmen. Tie Untersuchung deü Küste hatte ihn überzeugt, daß er hier ein außerordentliche fruchtbares Land mit höchst mildem Klima vor sich' habe, auch die Eingeborenen, welche voll- kommen nackend einherschritten, schienen von äußerst frred- lich-em Charakter und traten den neuen Ankömmlingen ohne jedes Zeichen von Furcht entgegen- Am Ostersonntag des Jahres 1500 ließ Cabral in Gegenwart der Indianer am Strande Messe lesen, sodann erklärte er das Land für Portugals Eigentum, worauf er sofort einen besonderen Boten nach Lissabon absandte, um den König von der wichtigen Entdeckung zu benachrichtigen. Die rechtmäßigen Besitzer, die Indianer, wurden natürlich gar nicht gefragt; später sollte ihnen das Vergnügen, entdeckt worden zu sein, teuer genug zu stehen kommen.
Skataufgabe.
Nachdruck verboten.
(Bei französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.)
Vorhand hält bis Null, worauf Mittelhand auf folgende Karte
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an Stelle des Rot(Coeur)-SoloS das erheblich teurere Grün(Pique).Golo spielt. Obgleich noch ein Trumph im Skat liegt, geht dar Spiel verloren. Vorhand hat in ihren Karten 24, Hinterhand 46 Augen. Wie war die Kartenverteilung und der Gang des Spieles?
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Logogriphs in voriger Nummer;
Birne — Biene.


