Ausgabe 
6.12.1900
 
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(Nachdruck verboten.)

Unter dem Schwerte der Themis.

Roman von Reinhold Ortmann.

(Fortsetzung.)

Er nahm die Lampe vom Tisch und ging hinaus, um zu öffnen. Ein schwacher Lichtschein fiel' auf die Steintreppe hinaus, als sich die schwere Thür in ihren Angeln gedreht hatte; aber der Doktor vermochte im ersten Augenblick da draußen nichts von einem mensch­lichen Wesen zu gewahren.

Wer ist da?" rief er.Will man sich etwa einen schlechten Scherz mit mir macken?"

Da antwortete ans der Dunkelheit eine beklommene heisere Stimme:Ich bin es, Ruthardt! Und ich bitte Dich von Herzen: wirf die Thür nicht wieder zu, weil ich es bin." f

Ein kleines, mageres Männchen, mit spitzem, ver­kniffenem Gesicht war.zögernd in den Lichtkreis der Lampe getreten. Er trug keine Kopfbedeckung, und ein paar Strähnen des spärlichen grauen Haares hingen ihm wirr über die Stirn. Sein Unterkiefer zitterte, und aus dem Sechzigjährigen schien plötzliche ein Achtziger ge­worden.

Sartorius Du?" sagte der Doktor, und seine Rede klang hart wie der Schlag eines stählernen Hammers. Was giebt es für Dich in meinem Hause zu suchen?"

Sei gut, Ruthardt, bergieb mir, was ich Dir äuge» than habe! Ich habe keine Hoffnung mehr, als auf Dich! Mein Sohn" und die zitternde Stimme drohte ihm vollends zu versagenmein Sohn liegt im Sterben. Denke an Deine Kinder, Ruthardt! Ich habe ja nichts auf der Welt, als den Jungen."

Du rufst den Arzt das ist etwas anderes! Komm herein und sage mir, um was es sich handelt." Kaum fünf Minuten später gingen die beiden Gegner Seite an Seite die Straße hinab der Doktor mit raschen, langen Schritten, als ob alle Müdigkeit von ihm abgefallen sei, und der kleine, barhäuptige Mann hastig trippelnd neben ihm her, das dünne Haar dem schneidenden Nachtwind preisgebend und mit dem Ausdruck verzweifelter Angst in den Zügen.

Donnerstag den 6. Dezember.

* * V * " .

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den Wolken muß es fallen, Aus der Götter Schoß, das Glück, Und der mächtigste von allen

Herrschern ist der Augenblick.

Schiller, Gunst des Augenblicks.

Als sie über die Schwelle traten, die der Doktor Ruthardt stcherlich nie mehr in fefoiem Leben hatte über» schreiten wollen, wandte er sich, zum erftenmate auf dem Wege das Schweigen brechend, nach seinem Begleiter zu­rück:Bleib' draußen, Sartorius, bis ich mich überzeugt habe, wie es steht. Ein Gesicht, wie das Deine, soll man einem Schwerkranken erst zeigen, wenn man sicher ist, daß rhm auf Erden nichts mehr schaden kann."

Dann öffnete er leise die Thür des matt erleuchteten Krankenzimmers und ging hinein.-----

Fahl dämmerte im Osten der junge Tag herauf, und in den stillen Straßen begannen sich schon hier unbl da die ersten Lebensäußerungen der erwachenden Stadt zu regen, als die hohe Gestalt des Arztes wieder aus des Stadtrat Sartorius' Hause kam. Auf feinem Gesicht war nichts von der freudigen Heiterkeit des Retters, dem em schweres, aber beglückendes Werk gelungen ist. Dusteren Blickes und mit gesenktem Haupte kehrte er langsam in sein Heim zurück.

Schon auf dem Flur vernahm er die Stimme feiner grau, die im Begriff war, ihre Tochter zu wecken

Steh' schnell auf, Grete! Dein armer Vater ist bie ganze Nacht nicht nach Hause gekommen Gott weiß, was er wieder hat dnrchmachen müssen. Aber er soll wenigstens eine gute Tasse Kaffee bereit finden, und Du weißt ja: wenn Du jtt gemacht hast, schmeckt sie ihm am besten. Aber da ist er schon dem Himmel sei Dank! Ich habe seit langem nicht mehr eine so heillose Angst ausgestanden, wie in dieser Nacht."

»Die Frau eines Arztes sollte von solchen Schwächen frei sein", meinte der Doktor, eine beabsichtigte Um­armung sanft abwehrrend.Und Du darfst mich nicht anrühren, bevor ich mich gewaschen habe. Ich komme von einem Diphtheritiskranken".

Nach einer Viertelstunde erst erschien er völlig um­gekleidet im Wohnzimmer. Der aromatisch duftende Kaffee stand bereits auf dem Tische, aber der Hausherr zeigte wenig Appetit. Er sprach nicht gern von den Vorgängen in seiner Praxis, und nach der etivas barschen Abfertig­ung, die ihr gestern in Bezug auf Franz Norrenberg zu teil geworden war, hatte seine Frau nicht den Mut, eine Frage an ihn zu richten. Aber gegen seine Gewohn­heit schien ihr der Doktor heute aus freien Stücken die Mitteilung machen zu wollen, nach der sich sich mit frauenhafter Wißbegierde sehnte.

Tas war eine Nacht, wie ich ihrer nicht viele mehr erleben möchte!" sagte er bekümmert.Und wenn sie wenigstens noch mit einem Hoffnungsschimmer geendet hätte! So aber es ist mitunter doch ein recht trostloses Handwerk, das man da treibt."

Wen hat es denn betroffen ?" erkundigte sich Frau Ruthardt schüchtern.Ist es eine Familie, die ich kenne?".