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löstem Kuhdünger oder Hornspähnen geben. Alle zwei .Jahre aber zur Zeit des Frühlings sollte man die Lor- Leeren umpflanzen. Man gebe eine Erdmischung von drei Fünftel guter verrotteter Komposterde, ein Fünftel Lehmerde Lind ein Fünftel reingewaschenen Flußsand. Angefaulte und überflüssige Wurzeln werden beim Verpflanzen glatt abgeschnitten. Der Boden des Kübels sollte mit mehreren kleineren Abzugslöchern versehen sein. Unmittelbar über diese bringe man Topfscherben, Kieselsteine, Holzkohlen, um den Abzug zu erleichtern.' Nach dem Verpflanzen tverden die Lorbeeren einigemal gehörig angegossen.
Im Zimmer schützt man seine Pflanzen gegen grelle Sonne, gießt und spritzt fleißig und lüftet auch viel.
Bevor die härteren Pfanzen Ende Mai aus einen sonnigen Stand im Garten gebracht werden, ist ihnen für acht Tage ein Stand unter Bäumen oder an der Nordmauer notwendig. Nur auf die Weise können die Blätter soweit abgehärtet werden, daß sie nicht von der Sonne braune Flecken bekommen.
I. C. S ch m i d t in Erfurt.
Ietd und Garten.
Eine der schwierigsten Fragen für den Gartenbesitzer ist die Wegebefestigung; ein guter Gartenweg soll fest sein, hübsch aussehen, soll unmittelbar nach dem Regen trocken und selbst für zarte Füßchen gangbar sein. Aus die Frage nach dem besten Belag für Gartenwege, die die Redaktion des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau an den Leserkreis richtete, ist Folgendes empfohlen worden: Eine 10 Zentimeter hohe Schicht von geschlagenen Brandziegeln, fest gestampft und oben 5 Zentimeter mit Kies bedeckt — Harzer Pochkies und Pochsand, aus Goslar oder Silberhütte — Koksgrus und Koksasche 7— Silbergrauer Erzsand aus Freiberg — Abfall aus Schwerspatgruben — Feinkörniger Basalt, aus Basaltwerken — Zweimal gesiebter Meereskies: Der Gartenbauverein Apolda empfiehlt Belegen mit alter Dachpappe, die geteert und mit weißem Sand bedeckt wird. Es versteht sich von selbst, daß die Ausschachtung und der Unterbau der Wege dem Belagsmaterial entsprechend ansgeführt werden muß.
Gesundheitspflege.
Soll man im Sommer gestärkte Wäsche tragen? Max Rubner, der Berliner Professor sür Hygiene, der sich seit öiniger Zeit mit der hygienischen Bedeutung der Kleidung und der Bekleidungsstoffe beschäftigt, hat uuch die Bedeutung des Stärkens der Wäsche untersucht. Er stellte dabei fest, daß die Stärke ein starkes Hindernis für die Wärmeabgabe bildet, und zwar merkwürdigerweise ein um so stärkeres und mehr ins Gewicht fallendes, je höher die Außentemperatur ist. Hiernach ist also das Stärken der Leibwäsche eigentlich eine recht unpraktische Einrichtung. Denn im Winter, wo wir uns alle Mühe geben, die Wärme festzuhalten, ist wegen der Außentemperatur der Wärmeschutz der Stärke nur gering, im Sommer dagegen, wenn wir uns bemühen, uns nach Möglichkeit abzukühlen, hält die gestärkte Wäsche die Wärme energisch am Körper zurück. ' Nun ist es ja richtig, daß bei steigender Temperatur der Schweiß die Stärke auflöst; aber auch noch im aufgelösten Zustande nracht sich die Stärke in der Wäsche unangenehm bemerklich. Denn auch in diesem Zustande verklebt sie die Poren der Leinewand und erschwert auf diese Weise die Zufuhr trockener Luft zu unserer Haut, und gerade diese Zufuhr wirkt ja bekanntlich so erfrischend. Also auf alle Fälle erscheint das Stärken der Leibwäsche wenig hygienisch.
Nasenbluten. Ein Arzt versuchte in einem sehr hartnäckigen Fall von Nasenbluten, an dem die Geschicklichkeit verschiedener Mediziner scheiterte, das viel ange^ wandte Mittel, nämlich heißes Wasser mit gutem Erfolg. Er verordnete ein fast unerträglich heißes Fußbad. Die
Füße des Patienten wurden in Wasser von 35 Grad R. gethan; nachdem jener ein wenig daran gewöhnt, goß der Arzt kochendes Wasser nach, und in einigen Minuten schon verminderte sich die Blutung, die bereits einige Stunden gedauert hatte, um endlich ganz aufzuhören.
Der Haarschwund oder die Fuchsräude, den die medizinische Wissenschaft mit bent Namen Alopecie areata oder Area Celsi bezeichnet, wird, wie man annimmt, durch Ernährungsstörungen (nervöse Störungen) der Haut ver- ursacht, andererseits wird auch ein Pilz als Ursache genannt. Diese auffallende und deshalb unangenehme Krankheit charakterisiert sich dadurch, daß die Haare an einzelnen Stellen ausfallen, so daß freie haarlose Inseln auf der Kopfhaut entstehen. In seltenen Fällen vergrößern sich die Inseln so, daß nicht nur der ganze Kops, sondern auch der ganze Körper vollständig haarlos wird; dann ist alle Anwendung zwecklos und keine Heilung mehr möglich. Man muß deshalb beizeiten durch tägliche Kopf- waschungen mit 26 Grad R. Wasser die Ausbreitung hindern. JSic Verwendung spirituöser Einreibungen und anderer Schmiermittel ist wohl bequemer, hat aber auch keinen früheren Erfolg als das Wasser aufzuweisen und kostet Geld.
Litterarifches.
Mit Volldampf voraus! Direkt an die neuesten Frühjahrs- kostümc für Mädchen und Knaben führt uns das ganz allerliebste Titelbild der Mainuminer der weitverbreiteten illustrierten Monatsschrift „Kindergarderobe", Verlag John Henry Schwerin, Berlin. Was die Kinderbekleidung anbetrifft, so steht genannte Zeitschrift mit ihren Modebildern und Schnittinusterbogen einzig und unerreicht da. In 72 Ansichten wird uns der ganze Bedarf der Kleinen an Frühjahrs- klcidung vorgeführt. Der mustergültige Schnittbogen ermöglicht die Selbstanfertigung, außerdem liefert der Verlag Erlraschnitte nach Maß gegen 35 Pfennig pro Stück. Auch die häuslichen und ärztlichen Winke, ferner die Spielbeilagen, die reiche Anweisung geben, aus den Resten des Hauhalks die schönsten Spielzeuge leicht selbst herzustellen, sowie die reizende Beilage „im Reiche der Kinder" werden allen hochwillkommen sein „Kindergardcrobe", mit den Beilagen „Für die Jugend" und „Im Reiche der Kinder" — Abonement nur 60 Pfg. pro Quartal — ist zu beziehen von allen Buchhandlungen und Postanstaltcn. Gratis- Probenummern durch erstere und den Verlag John Henry Schwerin. Berlin W. 35.
Schachaufgabe.
Von Abcla.
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a b c d e f g h Weiß.
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(Nachdruck verboten.) a b c d e f g h
Weiß zieht, uub setzt mit dem zweiten Zuge matt. Auflösung folgt in nächster Nummer.
Anflösnng^deS Ergänzungsrätsels in voriger?.Nummer. Die Tage sind ja Blätter nur Im Buche deines Lebens;
Füll' sie mit guten Thaten an Und Wirken reinen Strebens.
Daniel Sanders.
Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'scheu Uni»erfität«.Buch. nnb Steindruckern (Pietsch Erben) in «hieße-.


