Ausgabe 
5.8.1900
 
Einzelbild herunterladen

436

ufer ebenso fleißig aufsuchen, wie derjenige, der sich gegen eine etwaige Erkrankung zu panzern sucht. Die Reinheit der Luft bewirkt nach dem Ausspruche eines Arztes, daß der Mensch,der wochenlang darin atmet und lebt, shch täglich mehr von den ihm aus der staubigen Stadtlust noch anhaftenden Keimen, diesen Störenfrieden seiner Ge­sundheit, befreit, und schließlich ganz keimfrei wird wie ein neugeborenes Kind". An eine Erkältung ist während solchen Aufenthalts am Meere viel weniger zu denken als etwa an einem Orte im Binnenlande. Das Seeklima ist nämlich überaus gleichmäßig in Bezug auf den Wärme­gehalt; Schwankungen in der Temperatur vom Tage zur zur Nacht und umgekehrt sind so gering, daß selbst empsind- liche Naturen darunter wenig oder gar nicht zu leiden haben; sie können sich deswegen fast ununterbrochen im Freien anshalten, und sie thun gut daran, wenn sie, soweit dies angängig, selbst bei offenen Fenstern schlafen. Freilich ist zwischen Seebad und Seebad immer noch ein sehr be­deutender Unterschied. Die Bäder der Nordsee, wie sie gewissermaßen in einen stets strömenden Born milder See­winde getaucht sind, müssen, wenn man sein Hauptaugen­merk daraus richtet, daß die Lungen recht fleißig vom Odem des Meeres durchtränkt werden, unbedingt den Vor­zug haben vor denjenigen der Ostsee. Da diese sehr häufig vom Landwinde gestreift werden, kann die Luft unmöglich hier immer gleichmäßig krystallen rein sein. Anderseits sind gerade die Gestade der Ostsee in landschaftlicher Hin­sicht oftmals wunderbar schön. Mutter Natur hat auf sie wie aus einem Füllhorn die Gaben gestreut. Die Küstenlinie ist reich an anmutiger Wellenwindung oder sogar scharf charakteristischer Einbuchtung. Jenseits des weißen Dünensandes, der wie ein lichter Gürtel die sma- ragdenschimmernde Fläche umspannt, steigt der Wald auf, der echte nordische Wald mit seinen Baumriesen, die den grünen blattgewobenen Dom tragen. Und die Schönheit der Vegetation soll niemand unterschätzen, der Genesung sucht von einem Leiden, welcher Art es immer auch, sein mag. Auch von ihr strömt eine Heilkraft aus, deren Ziel das Gemüt ist, und während die Salzflut den Körper er- starken macht, läßt sie dafür in allmählicher, schier un- bemerkbarer Wechselwirkung jenes gesunden.

Neuerdings hat man den hygieinischen Wert der See noch insofern zu erhöhen gewußt, als dem, der sich ihr anvertrauen will, der Aufenthalt aus dem Meere selber angeraten wird. Seereisen zu Kurzwecken Haber sich über­aus bewährt. Alle jene Vorteile, die schon für den Aufenthalt in einem Seebade gelten, verdichten sich hier gewissermaßen zur denkbar größten Vollkommenheit. Mitten auf dem Meere muß wohl die Luft rein sein, da sie nicht die mindeste Zufuhr an schädlichen Stoffen er­hält. Selbst das am meisten günstig gelegene Nordseebad kann niemals so ununterbrochen von Seewinden umspielt werden wie das Schiff, das, Tausende von Meilen entfernt von den Stätten, wo Menschen hausen und die Fabrikschlote den rußigen Dampf gegen den Himmel speien, über den Meeresspiegel hinweg seine Bahn nimmt. In England ist man heute schon so weit gekommen, daß man eigens Schiffe ausrüstet, die den Zweck haben, nur Kranke oder Genesende aufzunehmen. Ebenso hat eine durchaus zielsichere Arzenei- wissenschaft ausfindig gemacht, welche Seereisen gerade für bestimmte Krankheiten und Konstitutionen am besten zu empfehlen sind. Ein deutscher Arzt, der Jahre hindurch auf Schiffen des kürzlich so schswer heimgesuchtenNord­deutschen Lloyd" beschäftigt war, hat die Erfahrungen, die er hier gesammelt, überaus eindringlich dazu verwertet, daß er auch dem eigenen Vaterlande die betreffende Ein­richtung empfahl. Wer nur eine Seereise zur Erholung machen will, der soll nach seiner Anleitung die Fahrt nach Ostindien unternehmen. Für Lungenkranke eignet ftä), am besten die Reise nach dem Kap oder sogar bis Australien. Skrophulvse, Blutarmut, Rekonvaleszenz nach einer schweren Rippenfellentzündung kommen in Betracht für jene Schiffe, die Südamerika zum Ziel haben. Nervöse Be­schwerden aller Art werden behoben, wenn der Kiel munter den Atlantischen Ozean durchschneidet. Freilich, werden die Seereisen überhaupt Wohl noch viel billiger werden müssen.

wofern der Durchschnittsmensch daran denken soll, an einer Kur dieser Art teilzunehmen. Allein schließlich! hat die hygieinische Wissenschaft in jüngster Zeit doch so viele segensreiche Umgestaltungen und Erweiterungen erfahren, daß inan bestimmt noch auf manchs fernere Ueberraschung gefaßt sein darf.

Ameisen können zu einer unerträglichen Plage werden, wenn sie in die Zimmer kommen, und sich hier in Schränken und Möbeln, Speisekammern, Schubladen oder gar in den Betten einnisten. Der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau empfiehlt als Mittel, Ameisen zu vertreiben: Petroleum oder Pottasche mit Zucker ge­mischt und ausgestreut, oder ausgestreutes, frisches Kerbel­kraut.

Bild-rrätfel.

(Nachbildung verboten).

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer:

; Damhirsch Estoc Regenwetter Kairo Leberwurst Ananas Panther Pauline.

Der Klapperstorch.

Preisrätsel.*)

Königspromenade.

Nachdruck verboten.

Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man wie der König auf dem Schachbrett stets von einem Felde aus auf ein benachbartes übergeht.

*) Von 1900 ab bringen wir in angemessenen Zwischenräumen in den Familienblättern Preisrätsel, an deren Lösung recht eifrig sich zu beteiligen, wir unsere geschätzten Leser bitten. Die Lösungsfrist läuft stets acht Tage nach Ausgabe der betr. Nr. ab. Unter den an die Redaktion derFomilienl»lätter" einzusendenden richtige«» Lösungen wird eine ausgelost, deren Einsender mit einem Preise nützliches Buch oder dergleichen bedacht wird.

sa zu nur wer

weiß

gen

nichts

ni

schreit

leis

cht

schim

wer

re

cht

es

flu

pft

es

den

kcn

klin

ein

sch

kann

ner

star

re

ge lag des mann

RtMtan: 9, Burkhardt. »ruck und »«lag der Brühl'scheu Universitäts-Buch, und Steindruckerei (Pietsch Erden) in »ießen.