— 248
dieser
Fig- 2
Fig. 3
F-g. 1
Besonders tritt
Sommer nicht so schwer, trotzdem sie doch genügend, besonders gegen den Regen, schützen.
Natürlich sind diese Capes nicht die einzig in Betracht kommenden Ucberkleiderformen, doch bieten die Faltenmäntelchen, dieHängemäntelchen, die Mäntel mit kurzen Taillen rc. ec. zu wenig neues, als daß man sie eingehend besprechen möchte.
Aehnlich ergeht es uns mit den Kleidchen; denn alles, was man sieht, ist eigentlich bekannt und von einigen Formen kann man sogar sagen, daß man sie selbst getragen hat. So z. B. die Hängerkleidchen der Kleinen. Sie sind immer gleich faltig und immer gleich mit kurzen oder langen Puffärmclchen versehen, nur daß man sie entweder mit spitzen oder eckigem Koller fertigt oder je nach dem Zweck mit einfachen Börtchen, Stickerei oder bergt, verziert. Für kleine Mädchen bleibt diese Kleidform unverändert bis zum vierten, fünften Jahr, während man für kleine Knaben das Hängerchen in breite Tollfalten ordnet und im Taillenschluß durch einen hellen Lcdergürtcl znsammenhält.
schönen Tage kommen, tritt sie besonders in den Vordergrund. Man sucht die Sommergarderobe hervor und sieht, was noch gut daran ist, und was zu erneuern ist. Meist muß es ein wenig verlängert und ausge- laffen werden, wenn cs sonst noch gut ist; denn alle anderen Aenderungen, welche etwa Bezug auf Modeneuheiten haben sollten, sind nicht durchaus notwendig, da Frau Mode in Bezug auf Kindersachen äußerst tolerant ist.
Vernachlässigt hat sie dieselben deswegen jedoch nicht, denn Kleinigkeiten .sind auf allen Gebieten zu berichten, und die Mode für Erwachsene ist zu wechselvoll und zu sehr von Grund aus verändert, als daß sie nicht auch auf die Kindermode ihren Einfluß ausgeübt hätte.
Sehr gern werden jetzt auch für Kinder jeden Alters, Mädchen wie Knaben, die langen Capes, durch ein zierliches, bunt abgefüttertes Kapuschon ergänzt, getragen. Dieselben sind insofern sehr praktisch, als sie nicht so leicht ausgewachsen werden. Auch sind sie für den
wachsene fertigt man sie vorzugsweise aus glatten Tuchen, unter denen dunkelblau und dunkelbraun die praktischeren Farben vertreten, während hellgrau und Modefarben eleganter erscheinen. Als Verzierung wendet man vorzugsweise Stepplinien oder Mohairbortcn in zierlichen Verschlingungen an. Die Mäntelchen sind meist mit einem kurzen Schulterkragen ausgestattet, welcher beliebig auch etwas fantastische Formen aufweiscn darf. Zu den Jäckchen sieht man oft ein passendes Kleid oder nur dcnRock passend, was dann, durch eine hübsche Faltenbluse ergänzt, ein richtiges Kostüm, wie für Damen, ergiebt. Besonders für Schulanzüge ist diese Zusammenstellung sehr beliebt, und zeigt Figur 1 eine, wenn auch einfache, so doch modegerechte Vorlage dafür.
Bericht über Kindermoden.
Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmanufaktur, Dresden - N. Reichhaltiges Moden-Albuin und Schnittmusterbuch ä 50 Pfg. daselbst erhältlich.
„£) selig, o selig, ein Kind noch zu sein" singt der Dichter, und mit Recht; denn was kümmert sich ein Kind um die Sorgen der Welt Hat cs wirklich einen Kummer, so kommt es zu Mama, und nach einem kleinen Weilchen ist alles vergessen. Fiel die Puppe aus die Nase und zerbrach sich den Kopf, Mama machts wieder gut; kam beim wilden Lauf ein Loch ins Kleid, Mama muß es reparieren, oder flog wohl gar der Ball in Nachbars Garten, die gute Mama läßt ihn wieder holen. Ja, die Mutter weiß Rat für all die kleinen und großen Schmerzen, und sie ist es, die in der Hauptsache die Sorgen für das Wohl der Kinder auf sich nimmt. Nicht die geringste davon ist wohl die um die Kleidung und jetzt, wo die
Einfluß bei den Ueberkleidern hervor; denn Sackmäntel und Sackjäckchen sind für Kinder jeden Alters, besonders auch für Backfischchen modern. Genau wie für Er-
Fig. 4
formen für kleine Kinder ist und bleibt die Matrosenform, und ist es gleichgiltig, ob sie die bekannte Blusen- oder Kadettenjäckchenform zeigt, wie Figur 4. Letztere verwendet man gern für ganz kleine Kinder, da sic trotz größter Bequemlichkeit nicht so in der Taille bauschen. Als Material sür diese Matrosenkleidchcu bleibt für die heiße Jahreszeit der bekannte Satiudrell in Weiß- Hellund Dunkelblau, während in Wolle einfacher dunkelblauer Wollstoff das Beste ist..
Auch für festliche Gelegenheiten ist in Kleiderformen nichts auffallend Neues zu berichten. Mau verwendet hierzu lediglich einen hübschen, hellen Stoff in Wolle oder Wachsstoff. Für kleine Mädchen bis zu neun Jahren ist dabei ein weißes Batisthängerchen, zierlich mit Stickerei und Stüfchen garniert, immer das eleganteste. Dann folgen die Blusen- und Passenkleidchen aus hellem Barege,Wollmusselin oder anderem
leichten Wollstoff, welche man ganz allerliebst mit den verschiedensten Matcralicn garnieren kann, Bändchenrüschen, Faltennäherei, Zierstichc oder mit Kreuzstichen verbundene Seidenblenden werden je nach dem Stoff alle gleich gut verwendet und geben jedes eine ebenso nette wie billige Garnitur ab.
Fügt man einem derartigen hellen Kleidchen eine breite, um die Taille geschlungene Schärpe hinzu, welche nach Art der Japanerinnen in eine große hochstehende Schleife geordnet wird, so ist woht die höchste Eleganz, wenigstens für vernünftige Mütter, erreicht; denn dem übertriebenen Luxus, wie seidene Kleidchen, kostbare Spitzen rc. möchten wir nicht das Wort reden. Will man seinen Liebling noch besonders hübsch schmücken, so knüpft mau ihm ein buntes Band ins Haar, und zwar sieht man neuerdings vielfach das aus Großmutters Zeiten her bekannte Arrangement, wonach man die Haare aus einer Seite abteilt und auf der anderen an den Schläfen mit einem Schleischen zusammenhält. Größere Mädchen bevorzugen dagegen immer den Zopf, welchen man ebenfalls auch mit einigen Zierkämmchen ausputzen kann..
Besonders nett und festlich sehen diese Faltenkleidchen aus, wenn man sie, wie Figur 2 mit breitem Matrosenkragcn ausstattet, welcher bei besonderen Gelegenheiten einen glcichgeforintcn, weißen Spitzenkragen übergeknöpft erhält.
Werden die kleinen Mädchen älter, so löst nian die Hängerkleidchen. durch Blnsenkleidchcn ab, welche ihre Form auch wenig verändert haben. Paffcnbluscn oder Faltcnblusen werden je nach ihrem Zweck einfacher oder eleganter ansgcstattct, wozu Figur 3 eine hübsche Vorlage bietet.
Dabei hat man sein Augenmerk lediglich darauf zu richten, daß alles hübsch reichlich und faltig sei. Sogar die Aermel hält man vorzugsweise blusig nach Art der Hemdblusenärincl, was außerdem den Vorteil bietet, daß die Ellenbogen nicht so leicht entzwei gehen. Eine der reizendsten Kleider-
3
Litterarisches.
Die Herstellung und Instandhaltung der Garderobe schneidet oft recht empfindlich ins wirtschaftliche Budget, namentlich, wenn man auch nicht gerade hoch- so doch ein bischen modern sein möchte und die Sachen außer dem Hause unfertigen lassen muß. Nun erlernen zwar viele Damen das perfekte Klcidcrmachen in Lehrinstituten und Fraucn- arbeitsschulen. Aber wcnn's darauf und dran kommt, haben sie nicht den Mut, in die um teures Geld erworbenen Stoffe einmal beherzt einzii- chneidm, da sie eben kein Selbstvertrauen haben und oft nicht die zuverlässigen Schnittmuster besitzen. Die meisten wissen sehr wohl, welche Ersparnis erzielt wird, wenn man in der Lage ist, seine Garderobe oder doch Hauskleider und gewöhnliche Kostüme selbst anzufertigen, bezw. wenigstens zu modernisiereu. Seit einigen Jahren betreibt nun angesichts eines notorischen Bedürfnisses die renommierte Firma Internationale Schnittmanufaklur, Dresden, die Herstellung und den Versandt von Schnittmodellen zur Anfertigung eleganter und praktischer Damen- und Kindergarderobe. Ihre Muster und Modelle zeichnen sich namentlich durch ungemein leichte Verwendbarkeit, modernsten Chik, vorzüglichen Sitz und große Preiswürdigkeit, ja frappante Billigkeit aus. Man erkennt bei ihrem Gebrauch sofort, daß es keine Phantasiestücke, — am Zeichentisch erdacht und unerprobt in die Welt gesandt sind, sondern daß sie aus erprobter praktischer Arbeit hervorgegangen nnd sich bewährt haben. Wenn man in Betracht zieht, daß beim Selbstanfertigen von Kleidern mit Hilfe dieser Schnittmuster ganz wesentliche Ersparnisse erzielt werden können, so werden diese noch erhöht dadurch, daß mancher vielleicht schon gebrauchte Stoff, dessen Ncilverarbeitung durch die Schneiderin sich nicht lohnt, vielleicht für Hauskostüme oder Kmderkleider noch zweckentsprechend Verwendung findet. Zur genaueren Orientierung dient ein reichhaltiges Moden-Albmu und Schnittmusterbuch, welches von der Schnittmannfaktur Dresden zum Preise von 50 Pfennig — in Marken — überall hin versendet wird.
•toottien: E. Burkhurdt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitStl-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


