Ausgabe 
5.5.1900
 
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desjenigen der Naturbutter, und über die Nährbestandteile geben die nachfolgenden Analysen Aufschluß:

Margarine-

Bokale und

. u

butter 13,59 pCt. 84,39 1,90

Ergänz««gsrStseU

Nachdruck verboten.

Der Schwerpunkt der ganzen Margarinebuttersabri- kation liegt nämlich darin, daß nur ganz frisches, unmittel­bar nach dem Schlachten gewonnenes Ochsensett verarbeitet werden kann, da sonst ein übel schmeckendes Produkt ent­steht. Durch diesen Umstand ist auch die Reinheit und Güte der Kunstbutter gewährleistet; jedes minderwertige Pro­dukt verrät sich sofort von selbst durch seinen Geschmack.

. u .

a .

Durchschnitts- Naturbutter

Wasser 9,02 pCt.

Fett 88,11

Casein und Salze. . . 2,87

Das Fazit ist also, daß die Kunstbutter lediglich

4 vCt. Fett weniger enthält, als Naturbutter; physio-

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer: HAFER A a A N FAT E N R

In den nachstehenden Wörtern sind die Striche durch die Punkte durch Konsonanten sinngemäß zu ergänzen.

a . . n . . a B.ä.» r

c . . e . S . e . . s;

i m . . u . n T . t

i.k n r i . . S . . e . . S-

Die Fettteile des Rindes werden sofort nach dem

Schlachten dem Körper entnommen und so schnell als ovk a, ----- . . ...

möglich an die Margarinebuttersabrik gesandt. Zu diesem I logische Versuche haben ferner ergeben, daß die Verdau- Zwecke dienen Weidenkörbe, welche nach dem Gebrauche I llchkeit ebenfalls nur in geringem Maßstabe hinter der der entweder nicht mehr verwendet oder sauber ausgekocht I Knhbutter zurückbleibt zwei Momente, die in Anbetracht werden. Nach dem Eintreffen der Fettsendung in der Fabrik I be§ Preises kaum mehr ausschlaggebend genannt werden wird das Material sorgfältig sortiert, und alle Teile, welche I Minen. Sehen wir aber zu, welche Vorteile andererseits nicht vollkommen tadellos sind, werden weggeschafft. I ber Margarine gegenüber der Naturbutter anhaften. Die Dieses Sortieren ist eine der wichtigsten Operationen bei | vielbesungene poetische Gestalt der Sennerin oder der Vwy- der gesamten Fabrikatwn; denn durch ein einziges schlechtes I maqd, welche die Kuhbutter herstellt, erfüllt ja manches Stück können große Quantitäten des Produktes verdorben 1 mit Wonne; ob aber die Hände und Buttergefatze und vollkommen unbrauchbar gemacht werden. Das sor- I h^ses lieblichen Wesens den Anforderungen an Sauberkeit, tierte Ochsenfett, das sog.Nierenfett", wird hierauf gründ- welche man bei Herstellung eines Nahrungsmittels zu lich mit Wasser gewaschen, um alle etwa anhängenden Blut- I stellen berechtigt ist, immer entsprechen, mag dahingestellt teilchen und Blutgerinnsel wegzuschwemmen, und dann zu I bleiben. In deii Margarinebutterfabriken herrscht stets feinem Brei zerhackt. Dieser Brei gelangt in große doppel- I hie peinlichste und genaueste Ordnung und Sauberkeit, waudige, verzinnte Kessel, wo er bei einer Temperatur I Die Böden sind mit Marmor oder großen Platten belegt von etwa 45 Grad geschmolzen wird. Das Schmelzen hat I ^md werden des Tages über so und so oft gewaschen. Alle den Zweck, die Fettbestandteile von den Gewebeteilen, von I Gefäße und Apparate aber blinken und blitzen nicht nur Haut, Adern, Sehnen u. s. w. zu trennen. Nicht alle I stets, sondern sie werden auch in regelmäßigen Zwischen- Fabriken schmelzen bei 45 Grad, manche gehen bis zu einer | räumen mit Dampf behandelt, eine Prozedur, der kern Temperatur von 52 Grad. Doch ist es ein allgemein gül- I Bazillus widerstehen kann; bekanntlich haben die Balterw- tiqer Grundsatz, daß das bei minderen Temperaturgraden I logen gefunden, daß der strömende Dampf das beste aller geschmolzene Produkt einen viel feineren Wohlgeschmack I Desinfektionsmittel ist. Diese stete Sauberkeit und peinliche hat, als das bei höheren gewonnene. Auch die Preise sind I Desinfektion ist auch die Ursache, warum bte Margarine- dementsprechend. Während des Schmelzens wird etwas | butterfabrikanten ihre Betriebe jederzeit jedermann zur Salz zuqesetzt, und nach Verlauf von etwa zwei Stunden | Besichtigung öffnen; sie können dies mit gutem Gewißen ist der ganze Schmelzprozeß, während dessen ein fort- I thutL Noch ein weiterer Umstand ist wohl zu beachten. Auf währendes Umrühren stattfindet, beendet. Die geschmolzene bcnT Lande wird das Wasser gewöhnlich Pumpbrunnen Masse besteht nun aus zwei Schichten: unten liegen die j oder gar Schöpfbrunnen entnommen; der Zusammenyang Gewebeteile und oben das Fett, welches eine gelbe Flüssig- 1 von Typhusepidemien mit solchem Wasser ist schon oster feit darstellt. Dieses letztere wird nach vollkommener Klär- I erwiesen worden, und es wurde festgestellt, daß insve-- unq abgezogen und zwar in verzinnte Wannen, welche in I sondere Milchgefäße, welche damit ausgeschwenkt wurden, einem Raume stehen, der eine Temperatur von 2025 Grad I ^ie Krankheitskeime übertrugen. Die Margarmefabriken Celsius hat. Bei dieser Temperatur krystallisiert das I befinden sich alle in großen Städten und verwenden das Stearin aus. Man trennt dasselbe von dem flüssigen Teil, I filtrierte und unter genauer Kontrolle von Hygienikern indem man das Ganze in Tücher schlägt und dem Drucke | unb Chemikern ^enbc ^«Jettung^ffe^ hybraulischer Pressen aussetzt. In den Tüchern bleibt das I ben Fortschritten der Wissenschaft fetzt fast überall allen Stearin in Form eines weißen Kuchens, des Preßtalges, I Anforderungen entspricht.

zurück. Dasselbe wird zu Stearinkerzen verarbeitet; bte 1 Anbetracht aller dieser Umstände wird das Vor­aus den Tüchern abtropfende Flüssigkeit heißt Oleomar- I urtcil .eqcn bic Margarine wohl immer mehr , schwinden, garin und erstarrt infolge ihres Gehaltes an Diem mit I unfc> b|e|efßc wird bald vorurteilslos allgemein als em butterähnlicher Konsistenz. I Volksnährmittel ersten Ranges betrachtet werden.

Während Meges-Mouries ursprünglich durch eine Art 1 ----------

künstlicher Verdauung, nämlich durch Zusammenbringen mit zerkleinerten Schwememagen, Salzsaure und Phos- I

phaketi, diesem Fette ein Butteraroma geben wollte, mischt I aieittiuMi Schon Sie den Herrn dort drüben? Der hat sich man dasselbe jetzt direkt mit Kuhmilch, Wasser und fe nach ,r y gemacht!" -Womit?" - Als er von hier

der Jahreszeit mit größeren oder kleineren Mengen frischen I bur(6brnnntC| hieß er Samuelsohn, jetzt hecht er Smith/

Speiseöls. Das Gemenge wird genau so wie Rahm ver- 1 Eine Mutter sagt zu ihrem Töchterchern:

buttert. Die ausgebutterte Mischung wird um fte er- | ( Summ bcr" mon petit »oge, je venx te putze ton Rotznäsele. So- starren zu machen, in ein mit Eiswasser gefülltes Bassin I 0_0| et maintenant donne-moi un Süffele." abgelassen. Um dieses Wasser und die überschüssige Milch wieder zu entfernen, wird bann das Produkt durch Walzen gepreßt und durch besondere maschinelle Vorrichtungen, die sogenanntenKnetteller", ausgeknetct. Ist dies ge­schehen, so ist dieMargarinebutter" fertig, und es er­übrigt nur noch, sie abzuwiegen, in die Verscmdtgefaße ueue runde, oder ovale Gebinde von weißem Buchen- »

bolz zu pressen und eveut. die Oberfläche zu verzieren. I m ®

Da diese Margarinebutter vollkommen rein und weiß I . ü . l'

fit, so setzt man, um derselben auch nach außen hin das I n. .

Ansehen natürlicher Butter zu geben, etwas Curcunm, I Safran oder sonstige unschädliche Farbstoffe zu, welche I ihr einen gelblichen Ton verleihen.

Preis und Gehalt an Nährbestandteilen bestimmen den I reellen Wert eines jeden Nahrungsmittels Sehen wir deshalb zu, wie sich in dieser Hinsicht das Verhältnis der Ännstbutter zur Naturbutter stellt. Der Preis der Kunst- butter beträgt, wie schon eingangs erwähnt, etwa die Hälfte |