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Ein Gang durch Feld und Garten.
Nachdruck verboten.
„Rosenzeit, wie bald vorbei!" Sang und Klang verschwinden allmählich in Busch und Wald, auf Wiese und Feld. Das Blühen jedoch will noch nicht enden. Die Glockenblumen läuten. Mchngeformte Kamillen-, Mohn- und Ritterspornarten erfreuen das Auge. Flockenblumen, Skabiosen, Schafgarben mischen sich mit einem Heer von Lippen- und Larvenblütlern. Stolz erhebt sich das Wollkraut, bescheiden blühen Thymian und Augentrost. Dort am Wege reckt sich die blaßblaue Wegwarte neben dem Taubenkrops, mit dessen blasig aufgetriebenen Kelchen wir schon als Kinder unser Spiel getrieben. Weithin leuchten die gelben Blüten der Lysimachie und der Nachtkerze, die rosenroten Blumen des Weidenröschens. Die Ufer des geschwätzigen Bächleins besäumt die wilde Balsamine, das Pflänzchen „Rühr' mich nicht an". Am sonnenbeschienenen Hügel haben sich Verwandte aus der Sippe der Nelken gefunden: die Pechs- und Buschnelke, die Gras- und Kar- läusernelke. Am Rande des Fruchtfeldes wuchert die Hau- echel, von der Höhe grüßt der reichblühende Ginster. Des Kornfelds Grün neigt stark zum Fahlen. Bald laben sich die Augen zum letztenmal am dämmerigen Halendickicht. Am Waldesrand erhebt sich stolz der rote Fingerhut mit den Purpurglocken; Goldruten und Habichtskräuter besäumen den Weg.
Allmählich schwellen zwischen den dunkelgrünen Blättern die Früchte; ihr Reifen bedeutet für die Natur den Uebergang zur Ruhe.
Das Frühjahr ist zu Ende, der Sommer hat begonnen, es beginnt die Hochsaison für Kanne, Schlauch und Spritze, um den Pflanzen Dünger und Wafser zuzuführen, dem Ungeziefer tüchtig Abbruch! zu thun. Die Spargel werden, wo es bislang noch nicht geschehen, mit Schweinfurter Grün gespritzt, oder gegen den Rost mit Kupferkalkbrühe überschüttet. Man häufelt und hackt in den Gemüsebeeten, man jätet und sorgt, daß kein Unkraut in Samen schießen kann. Die Tomaten werden entspitzt und gegossen, die Erdbeeren entrankt, Pflanzen zur Treiberei herangezogen. Es beginnt das Bleichen der Sommer-Endivien, des Cardy und des Bleichsellerie, wenn von letzteren beiden schon starke Pflanzen vorhanden sind. Leerwerdende Beete sind gut für Salat, Grünkohl, Rosenkohl, auch Winter-Endivien, Herbstrüben, Winterrettiche Harren aus ein Plätzchen. Buschbohnen geben noch eine gute Ernte, und da die Frühkartoffeln zum Teil gerodet werden, so läßt sich alles unterbringen. Man soll aber nicht lange zögernd Jeder verlorene Tag ist ein großer Verlust für die Pflanzung. Bei Dürre soll man durch, Gießen auch darauf halten, daß für genügende Feuchtigkeit gesorgt wird, um das Anwachsen und Keimen schnell zu fördern. Zwiebellaub wird geknickt oder gedreht, um die Nährstoffe in größerem Maße der Zwiebel zuzuführen. Frühkartoffeln, „echte Lechswochen Nieren", die zur Saat stehen bleiben, dürfen nicht blühen, Raupen am Kohl nicht aufkommen. Kohl, der kropfig wird, gehört ins Feuer, damit wir Pilz und Kohlfliege, welche das Kropfigwerden Hervorrufen, vernichten.
Abschneiden der verblühten Blumen im Blumengarten ist eine Hauptsorge, es erhält uns den Flor. Gegen Rosenmehltau ist energische zu schwefeln. Die Blätter mit roten Punkten (Rostflecken) sind abzuschneiden und zu verbrennen, wenn sich! die Krankheit nicht ungemein verbreiten soll. Man macht Stecklinge von Rosen und von allen Gehölzen, die sich krautig vermehren lassen. Nelken werden abgesenkt, ^Stecklinge davon gemacht. Das Mähen und Wässern des Rasens nimmt seinen Fortgang. Düngung mit Chili oder Blut ist auch jetzt noch angebrach!t. Aus schattigen Stellen wird nachgesät und mit Kompost gedüngt. Kahle Stellen auf den Blumenbeeten sind schnell zu füllen. Man soll zu diesem' Zwecke immer einige Pflanzen als Reserve in Töpfen stehen haben. Die Blumenbeete stehen in schönster Entwicklung. Wo bei Pelargonien sich nur mangelhafte Blüte infolge zu dichten Standes zeigt, ntuß man Pflanzen herausnehmen. Blütenbegonien lassen sich nach Belieben umpflanzen.
Die Zimmerpflanzen im Freien werden jeden Tag
überspritzt. Man sieht nach, ob die Abzugslöcher in Ordnung sind, stellt die Gruppen, die durch den verschieden starken Wuchs der Gewächse in Unordnung gerieten, um, gräbt den Boden von neuem, damit die Töpfe sich besser einsenken lassen. Stecklinge können von Fuchsien, Pelargonien, Veroniken, Philodendron und manchen anderen gemacht werden. Es ist Zeit, einmal die Töpfe aufzulockern. Im Zimmer hält man die Pflanzen schattig, sie bekommen sonst Ungeziefer. Es ist vorteilhaft, des Nachts die Fenster aufzulassen.
I. C. S ch m i d t in Erfurt.
Gein-innritziges.
Die Wanderlust zieht jetzt zur besseren Jahreszeit wieder in die Herzen; mit frohem Mut und leichtem Gepäck eilt der Tourist hinaus ins Freie. Findet sich im Ränzel oder im Rucksack ein Töpfchen Liebigs Fleischi-Extrakt, so ist es dem Wanderer möglich, mittelst etwas kochendem Wasser und Salz, das ja überall zu beschaffen, eine Tasse kräftiger Bouillon zu bereiten, sicherlich das beste Labsal für den ermüdeten Körper. Auch gewährt eine Messerspitze Fleische Extrakt, auf etwas Brot gestrichen, Stärkung und neue Auffrischung der Lebensgeister während der Tour. Die Zweckmäßigkeit dieses einfachen Mittels bezeugen viele erfahrene Reisende.
Kesundhettspflege.
Frische Luft ist für ein kleines Kind unentbehrlich, und mit Recht sagt ein französisches Sprichwort: „Wo die Sonne nicht eintritt, kommt der Arzt oft hin" und nicht minder schön ein italienisches: „Von allen Blumen bedarf die menschliche Blume am meisten der Luft." Wenn das Wetter es daher gestattet, müssen die Kinder täglich in die frische Luft gebracht werden.
Leert ein Kind Spulwürmer aus, so muß in erster Linie, auf seine Nahrung acht gegeben werden; es muß vorzugsweise Fleisch essen, Gemüse und Früchte, welche bekanntlich die Spulwürmer erzeugen, müssen unterdrückt und Wurmmittel gegeben gegeben werden. Zitwersamen ist von allen das wirksamste und bekannteste Mittel, auch! Santonin in Pillen oder Zuckermandeln angewendet führt zum Ziel. Eine Stunde nach. Einnehmen dieses Mittels versäume man jedoch nicht, etwas Ricinusöl zumj Ab führen chnzugeben, Um die durch! das! Santonin betäubten Würmer Nbzutreiben. Mit großem Erfolge wird auch, korsisches Moos und Feldbeisuß (Zitronenkraut) zum Äb- treiben der Würmer benützt.
Literarisches.
Eine Revolution in der Mode. Mitten in der toten Saison wird die elegante Welt durch! eine vollständige Umwälzung im Schnitt der Aermel an Damenkleidern und Blusen überrascht. An Stelle der eng anliegenden Aermel sind vielfach variierte getreten, die eine entschiedene Tendenz zum Weiterwerden zeigen und deren Herstellung nicht selten recht schwierig ist. Um diesen Umschwung so rasch als möglich zur Kenntnis ihrer Leserinnen zu bringen, hat die „Wiener Mode" ihrem soeben erschienenen Wäscheheft (Nr. 19) eine Gratisbeilage mit zahlreichen Modellen der neuesten Aermel beigefügt und liefert den Abonnentinnen hierzu Schnitte nach! Maß gegen bloßen Ersatz der Portospesen. Mit dem genannten Hefte beginnt ein neues Quartal. Preis des Heftes 45 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage der „Wiener Mode", Wien, IV., Wienstraße 19.
Logogriph.
Nachdruck verboten.
Ich bin ein begehrtes Möbelgerät, Aus Holz oder Eisen zumeist geschaffen;
Ein Zeichen entferne: nun bin ich ein Ort, Der Fahrräder liefert und gute Waffen. m.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Glück macht Mut.
Rebaftieit: ®, Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schrn Uni»erfitäts<Buch> uud Steiudruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.


