Ausgabe 
3.5.1900
 
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Wenn wir von den berühmtesten Diamanten sprechen, so dürfen wir auch denStern von Süd-Afrika" oder den Dudley-Diamanten nicht vergessen, dessen Entdeckung die Veranlassung zum Diamantengraben in Südafrika gab. Wir wollen die Geschichte erzählen, wie sie Muray in einer Abhandlung im Society of Arts Journal vom 18. März 1881 berichtet. Es ist von Albania, einem Teile von Griqua- land die Rede:Einer der Kolonisten, welcher zur Bil­dung der Ansiedelung beigetragen hatte, war ein Herr Ban Niekirk. Herr O'Reilly sprach auf der Rückkehr aus dem Innern nach Colesberg bei Van Niekirk vor und blieb die Nacht bei ihm. Im Laufe des Abends spielte eines der Kinder Van Niekirks, ein kleines Mädchen, auf der Erde mit einigen der hübschen Krystalle, die in der Nachbarschaft des Baal-Flusses häufig sind. Herrn O'Reillys Aufmerk­samkeit richtete sich aus einen der Steine, der ein sehr starkes Licht von sich gab, das ihm ungewöhnlich erschien. Er nahm ihn von der Erde auf, erbot sich, ihn zu kaufen und fragte, was Van Niekirk dafür verlangte. Der einfache Bauer konnte nicht verstehen, wie man einen Stein kaufen tonnte, und sagte, er wolle kein Geld dafür; wenn aber Herr O'Reilly Lust hätte, ihn mitzunehmen, so sollte er ihn haben.

Der Händler in den Kolonien wird gewöhnlich als höchst berechnend mid gewissenlos geschildert; aber es giebt auch unter ihnen Leute, deren Charakter über jeden Zweifel erhaben ist. Herr O'Reilly ist einer von ihnen. Er sagte Ban Niekirk, er hielte den Stein für einen wertvollen Edelstein; darum wollte er ihn nicht umsonst haben. Zuletzt kamen sie überein, daß O'Reilly den Stein nehmen, seinen Wert feststellen und ihn, wenn er sich wirklich als Diamant erwiese, verkaufen sollte, den Ertrag wollten sie dann teilen. O'Reilly nahm den Stein mit nach Colesberg, zeigte ihn dort und teilte den Leuten am Ausschank des Hotels im Vertrauen mit, es wäre ein Diamant. Er schrieb mit dem Diamanten die Anfangsbuchstaben seines Namens auf eine Fensterscheibe und zerschnitt ein Wasserglas mit dem Stein. Er wurde aber ob seinerNarrheit" aus­gelacht, wie schon mancher Entdecker vor ihm. Einer von der Gesellschaft- nahm ihm den Stein aus der Hand und warf ihn auf die Straße. Nur mit Mühe fand man ihn wieder; diesem glücklichen Umstand verdankt man die Ent­deckung der Diamantfelder. O'Reilly sandte ihn zur Prüfung nach Grahamstown zu Dr. Atherston; und dieser sowohl, als auch Bischof Richards, der römisch-katholische Bischof von Grahamstown, einer der gelehrtesten Männer in Südafrika, erklärte, es sei ein Diamant von 22 einhalb Karat. Von Grahamstown sandte man den Stein an den damaligen Kolonial-Sekretär, Richard Southey, der später stellvertretender Gouverneur von Griqualand-West war; dieser unterbreitete ihn den besten dortigen Autoritäten, die ihn alle für einen Diamanten erklärten. Darauf sandte man ihn an die Hofjuweliere Hunt & Roskell, welche den in der Kolonie erlangten Bescheid bestätigten und den Stein auf 10 000 Mark bewerteten."

Dies verursachte eine große Erregung int ganzen Lande. Die Eingeborenen brachten kleine Diamanten an. Dann fuhr die aufregende Kunde durchs Land, ein Diamant von über 83 Karat sei entdeckt worden. Van Niekirk, von welchem O'Reilly den ersten Stein bekommen hatte, er­innerte sich plötzlich, daß er einen gleichartigen int Besitze eines Eingeborenen gesehen hatte; sofort machte er sich aus, um ihn zu suchen. Wenn ein Bur einen Eingeborenen sucht, hat er ihn auch bald gefunden. Der Eingeborene hatte den Stein noch, und Van Kierk gab ihm für denselben fast alles, was er besaß, etwa 500 Schafe, Pferde u. s. w. Mit dem Steine ging er zu den Herren Lilienfield Brothers nach Cape Town; diese Firma besteht in Südafrika schon lange und hat jetzt in Hatton Garden einen Vertreter. Sie kaufte den Stein für 224 000 Mark, nannte ihn denStern von Südafrika" und sandte ihn nach England, wo er in den Besitz der Firma Hunt & Roskell überging, von der ihn die Gräfin Dudley kaufte. Beim Schleifen wurde er auf 46 einhalb Karat reduziert.

Gemeinnütziges.

Womit putzt und erhält man Metall-Gegenstande?

Wieviel Umstände und Mühe es den Hausfrauen seit­her gemacht hat, ihre Metallsachen in Küche und Haus zu putzen und blank zu erhalten, ist bekannt. Mit Putzpomaden, Putzseifen, Stearinöl, Wiener Kalk und schädlichen Säuren plagten sich die Dienstboten ab, dem Metallgeräte den ge­wünschten Glanz zu geben; dennoch stand die hierauf ver­wandte Kraft und Zeit in keinem Verhältnis zu dem erzielten Erfolg. Dem Drogisten Wtlh. Ktlbirrger in Gieße« ist nun die Zusammensetzung eines neuen flüssigen Metall­putzmittels, welches derselbe unter dem gesetzlich geschützten NamenFulmenol* in den Handel gebracht hat, gelungen, das sich infolge seiner hervorragenden Eigenschaften schon nach kurzer Zeit einen Ruf erworben hat. Dieses neue Putzmittel, welches unter Vermeidung aller das Metall an- greifenben Substanzen hergestellt wird, putzt auffallend | schnell Blech-, Messing-, Kupfer-, Nickel-, Silber- und Goldsachen, schmiert nicht, greift nicht an und ist äußerst reinlich und sparsam im Verbrauch. Jeder, der einmalFulmenol" gebraucht hat, ist überrascht von der Güte desselben und greift ganz gewiß nicht mehr nach Putzpomaden und anderen veralteten Metallputzmitteln.

£itterarifd>es.

Von derIllustrierten Geschichte des Neunzehnte« äahrhunderts", welche die Union Deutsche Verlagsgesellschaft in tuttgart hcrausgiebt, und über die wir bereits mehrfach berichteten, liegen uns jetzt die Hefte sechzehn bis neunzehn vor, während das ganze Werk dreißig Hefte umfassen wird. Die zusammenhängende geschichtliche Darstellung in den neu erschienenen Heften reicht von der sehr übersicht­lich gehaltenen Darstellung des großen riordamerikanischen Bürgerkrieges und den hochwichtigen Ereignissen der Jahre 1864 und 1866 bis zum Ausbruch des deutsch-französischen Krieges. Der Schilderung der politischen Ereignisse ist Unparteilichkeit und Anschaulichkeit nachzurühmen. Der kulturhistorische Teil hebt das Bedeutsamste unter den Fortschritten der Künste und Wissenschaften, wie von Technik, Handel und Industrie hervor und zieht auch die Wandlung der sozialen Verhältnisse in den Kreis der Betrachtung. Es läßt sich schon jetzt übersehen, daß das vollendete Werk ein rechtes Volks- nnd Familienbuch von bleibendem Werte darstellen wird. Seine Anschaffung darf um so mehr empfohlen werden, als der Preis (25 Pfg. für das Heft) angesichts der reichen Ausstattung mit zweckentsprechend ausgewählten bildlichen Darstellungen aller Art und Karten als ein sehr billiger zu bezeichnen ist.

Humoristisches.

Gutes Mittet. Reisender (in einer Universitätsstadt):Wie kommt es denn, daß es jetzt des Nachts auf den Straßen so ruhig ist? Die Ruhestörungen werden wohl jetzt schwer bestraft?" Wirt:Das nicht, aber wir haben die Nachtwächter abgeschafft, und seitdem haben die Studenten keine Lust mehr am Radaumachen."

Eingegangen. Hausherr:Haben Sie kein Buch über Anstand, gute Sitte rc. ?" Kolporteur:Gewiß, z. B. hier,Der gute Ton in allen Lebenslagen"." Hausherr!Na, dann lesen Sie das mal durch, und dann nehmen Sie nächstens den Hut ab, wenn Sie ins Zimmer treten!"

Magisches Dreie«.

(Nachdruck verboten.)

In die Felder nebenstehender Figur sollen die Buchstaben a a a a, e e, f f, g, h, n n, r r, y derart eingetragen werden, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben.

1. Eine Getreideart.

2. Volksstamm in Abessinien.

3. Französischen Feldherru.

4. Teil von Armenien.

5. Einen Buchstaben.

Auflösung in nächster Nummer

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer. S patzeuuest.

Redaktion: «. Burkhardt. »ruck und «erlag der Brühl'scheu Uuiderfitiits-Buch« uud Steindruckerei (Pietsch 8t 6 en) in »ietee.