Ausgabe 
3.4.1900
 
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grübe für den Altertumsforscher, der hart nebeneinander Ruinen aus griechischer, buddhistischer und muhamedan- ischer Zeit findet. Selbst der Schatzgräber kommt zuweilen auf seine Rechnung; denn aus den Trümmern der Städte, welche hier vor Hunderten von Jahren in Schutt und Asche sanken, sind schon tausende von Goldstücken hervorgeholt wdrden, von denen nur die wenigsten den Weg in die Museen gefunden haben.

Afghanistan im allgemeinen und Herat im besonderen rst wiederum nur ein neuer Beweis dafür, was menschliche Zerstörungswut aus einem von der Natur mit reichen Ge­schenken ausgestatteten Lande machen konnte, und es ist im Interesse der Menschlichkeit nur zu wünschen, daß diese Gefilde in nicht zu ferner Zeit der Segnungen europäischer Kultur teilhaftig werden möchten, welche hier wohl nur als russische gedacht werden kann, nachdem der Engländer ui Asien nur so lange zu bleiben Pflegt, bis er sich als Rentier in seine Heimat zurückziehen kann.

Md und Karten.

Frühkulturen den Markt möglichst zeitig mit frischem Gemüse zu versorgen, das ist der Grundsatz, nach dem der Gemüsegärtner zu arbeiten hat. Sobald der feldmüßige, landwirtschaftliche Gemüsebau seine Erzeugnisse anzubieten ver­mag, kann ber_ Gärtner nicht mit in erfolgreichen Wettbewerb treten, die Großkultur hat vereinfachte Kulturmethoden, weniger Auslagen, arbeitet billiger und kann daher auch billiger absetzen. In der Frühkultur liegt also die Stärke des Gemüsegärtners. Ganz ebenso, ist es nun beim Kartoffelbau. Auch hier werden bekanntlich die ersten Kartoffeln am besten bezahlt. Nun ist es aber ganz richtig, daß, wie der -Praktische Ratgeber im Obst­und Gartenbau" in seiner neuesten Nummer schreibt, die Früh­kultur der Kartoffeln nur dann recht erfolgreich ist, wenn die Knollen vorgekeimt gelegt werden. Unterläßt man diese wichtige Borkultur, so quälen sich die Keime oft lange, bevor sie die Erde durchbrechen, und wenn sie dann im Juni so recht zum Wachsen anwtzen, stockt infolge der Hitze und Trockenheit das Wachstum, die Pflanzen bleiben schwach, und der Ertrag ist gering. Die vorgekeimte Knolle dagegen benutzt die ersten warmen Tage, um stch zu bewurzeln und zu belauben. Die Junihitze trifft eine fertige Pflanze, die reichliche Ernten liefern kann. Interessant ist die Methode, nach welcher auf dem Hcdwigsberge bei Frank- surt a. O. das Borkeimen der Frühkartoffeln vorgenommen wird. Schon im September, also bald nach der Ernte, werden die aus­gesuchten Knollen in den Keimkeller gebracht, wo sie aus 2000 Horden, deren jede etwa 10 Pfund Kartoffeln erhält, unterge­bracht werden. Würde man mit dem Vorkeimen bis zum Januar oder Februar warten, so müßte man die sich inzwischen gebildeten Keime entfernen, wodurch die Knollen unnötigerweise einen Teil ihrer Reservenährstosfe verlieren, dann würde aber auch eine höhere Temperatur zum Treiben erforderlich sein, die ein Welk­werden der Kartoffeln und Vergeilen der Keime zur Folge haben würde. Als früheste und wohlschmeckendste Sorte hat sich aus dem Hedwigsberge bis jetzt dieFrüheste Sechswochen" bewährt, die aber einen sehr guten Boden verlangt. Weniger wählerisch istKaiserkrone". Von mittelfrühen Sorten sind ,-,Perle von Erfurt" undCharles Downing" recht gut und reichtragend, namentlich die letztere, die im vorigen Jahre vom Morgen 250 Zentner brachte In der durch zahlreiche Bilder veranschau­lichten Abhandlung wird außerdem noch der Versand derselben eingehend besprochen, ebenso die zur Frühkultur erforderlichen Bedingungen. Auf Wunsch ist die betreffende Nummer vom Ge­schäftsamte desPraktischen Ratgebers" kostenlos zu erhalten

Isür die Küche.

Wis sehr Kartoffelsuppe gewinnt, wenn man etwas echtes Liebigs Fleisch-Extrakt hinzufügt und mit durchkochen läßt, das wissen erfahrene Haussrauen, und das bestätigt wiederum das neuerschienene größere WerkKochbuch" von Elise Hannemann, Vorsteherin der Kochschule des Lette-Vereins, (Oswald Seehagens Verlag, Berlin) auf Seite 96, das jene Zuthat besonders empfiehlt. Ebenso wird daselbst Liebigs Fleisch-Extrakt vorgeschrieben in den Rezepten zu Suppen aus Erbsen, Bohnen, Linsen, Grünkorn, Schoten, Sellerie, Sauerampfer, die durch das Fleisch-Extrakt in der That sehr gewinnen, namentlich wenn andere kräftigende Zuthaten (Fleischreste ic.) gerade fehlen oder nicht genügend vorhanden sind.

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MtteVarisches.

.. Die Buren, der deutsche B r u d c r st ä m IN in Südas- r t ka von H. Elß, Oberlehrer an der Realschule zu Bielefeld. Fünfte Auflage 13.15. Tausend. Mit 10 Abbildungen 80 S. 8 ° Preis Phnnig, Bielefeld, Ernst Sicdhoff. Von allen Schriften über den südafrikanischen Burenstamm hat die vorstehende bei weitem das größte Aufsehen erregt. Handelt es sich hier doch um ein Meisterwerk ° suer volkstümlichen Darstellung, das in knapper, streßender Form uns alles W i s s e u s w e r t e ü b e r d i e B u r e u Südafrikas, Geschichte, Land, Leute, Sitten und Gebräuche berichtet. Die nach so kurzer Zeit seit Erscheinen der ersten jetzt notwendig gewordene fünfte Auflage (13. bis 15 Tausend) spricht zur Genüge für die ungemeine Beliebtheit dieser bet allen ihren Vorzügen beispiellos billigen Schrift, deren Anschaffung wir ledermann nicht dringend genug empfehlen können. Zur Verteilung tn Schulen und Vereinen rc. ist das Werkchen wie geschaffen.

Deutsches Wörterbuch. Wörterbuch der deutschen Schrift- und Umgangssprache, sowie der wichtigsten Fremdwörter. Von Dr. I. H.Kaltschmidt, neu bearbeitet und vielfach ergänzt von vr. Georg Lehnert. Zwei Teile in einem Originalbande 7 Mark 50 Pfennig. Pfrlag von J. I. Weber in Leipzig. Das gesprochene wie das geschriebene Nlort soll der vollkommene Spiegel des Gedankens sein; ein Blick in das praktische Leben zeigt jedoch, daß es nicht immer so leicht fällt für leden Begriff sofort das rechte Wort zu treffen. Diese Schwierigkeit a6er tft die Ursache so mannigfacher Mißverständnisse. Zudem versteht der Laie oft nicht den Fachmann, der nur die Schriftsprache Beherr­schende nicht recht die Umgangssprache der niederen Schichten des Vol­kes, die durch Aufnahme mundartlicher Ausdrücke der nicht selten zur Erstarrung neigenden Schriftsprache erfrischende Quellen der Verjüngung erschließt. Wie man auch über den mehr oder weniger sparsamen Ge­brauch der Fremdwörter denken mag, sie sind nun einmal da, sie wollen verstanden, wollen richtig angewendet sein. Hier tritt hilfsbereit das vorliegende, 52 Bogen starke. Lexikon mit seinem reichen Schatz von 50 000 Stichwörtern ein; es erklärt das Fremdwort, weist die Heimat desselben nach, verdolmetscht die Fachausdrücke des Bergmannes, des Schiffers, des Jägers u. s. f., deutet mundartliche Wörter, falls sie im Begriff stehen, sich Bürgerrecht im Reiche gemeindeutscher Sprache zu erwerben, erleichtert die Auswahl unter der Fülle sinnverwandter Wör­ter und läßt der deutschen Muttersprache, dieses herrlichen Besitztums unseres Volkes, erst so recht von Herzen froh werden.

Katechismus der Violine und des Violinspiels von R e t n h o l d I o ck i s ch. Mit 19 Abbildungen und zahlreichen Noten- betsptelen. In Originalleinenband 2 Mark 50 Pfennig. Verlag von I. I. Weber m Leipzig. Dieser neueste Band von Webers Illustrierten Katechismen orientiert über den Ursprung der Violine und die italie­nischen Geigermacherschulen, gießt eine gedrängte historische Uebersicht über die Kunst des Geigenbaus in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und England, bespricht die einzelnen Teile der Geige und des Bogens und das Material zu denselben und erteilt Ratschläge beim An- rauf und zur Pflege des Instruments. Der zweite Hauptteil des Buches ermöglicht einen Uebsrblick über die gesamte Technik des ViolinspielS: hier findet auch der -junge Violinist von Beruf eine Zusammenstellung aller, den Lehren der großen Meister der Geige entnommenen Regeln, ergänzt durch Mitteilung von Ergebnissen aus der Beobachtung «nd Erfahrung des Verfassers. Der vorliegende Katechismus y* ert nutzbares Supplement zu jeder praktischen Violinschule.

(Auflösung folgt in nächster Nummer.)

GitterrStsel

Nachdruck verboten.

In die Felder neben­stehender Figur sind die Buch­staben a a, 6 6 6 b, e e c e e e e e e, h h, j j, l l, in m, n n, o o, p p, r r r r r r, s s, t t t t, v v, w w derart einzutragen, daß die senk­rechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:

1. Komponisten.

2. Stadt im westlichen Deutschland.

3. Monatsnamen.

Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer: Weiß. Schwarz.

1. 8k 3 g 5 Kd 5 n. e 5.

2. c 2 c 3 Ko 5 ck5

3. D f 1 b 5 oder f 4 f und matt.

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'scheu UniverfitätS-Buch- und Steindruckcrei (Pietsch Erben) in Gießen.

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