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2.9.1900
 
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ja wenn! Wenn das und das anders ge- I worden sein. Amerika wäre sicher auch noch entdeckt wor- kommen Ware, wie ,o ganz anders hätte alles sein können! I den, aber wahrscheinliche später und vielleicht durch den Jeder Tag bringt uns ungezählte Beispiele. Ich kannte I Abgesandten einer ganz anderen Nation - wer weiß ob /nn6,en Mann aus guter Familie, heiteren und guten I die Entwickelung des amerikanischen Kontinents und 'der wh'itnrh'/ -et^10, Viaßl9/ öon des edelsten Strebens. Plötz- I Gang der Weltpolitik dadurch nicht in ganz andere Bahnen lich starb sem ernster und strenger, aber liebevoller Vater, I geleitet worden wären! 9

ivÄ,' der junge Mann trat im Alter von erst 20 Jahren die I Ein anderer Fall: Fürst Bismarck stürmte als kleiner Erbschaft von desjen Geschäft und Vermögen an. Der I Knabe in einen Teich, an dessen Ufern er qerne ru ivielen 55* SS» a« -»r S-Mndigr-tt nochM,i «legte. Der Teich' w"r Dmlich tte" S£ G Lei'' "Eausschließlich^ rm Geschäfte und unter den I mutterfeelenallein. Welchem glücklichen Umstand er seine Augen des Vaters thätig, hätte er jetzt erst seine Aus- I Rettung verdankte, « SnJffien? ® S aaÄAftHandlungshäuser I marck damals ertrunken wäre, ob wir wohl dann eben- ßSirnttJ?8 rrerrIe ^eben studieren, seinen I falls die Kriege von 1866 und 1870 und ein einiges Deutsch« Ämal an d/s Nun sah er sich auf I land gehabt hätten? Oder wie ganz anders hätten sich

Autorität" 0e^t/ fr o?? lbder höheren I vielleicht die deutschen Verhältnisse entwickelt? Wer ver-

toar er sem eigener Herr. Anfangs gefiel ihm I mag es zu sagen?

chett?°seiner"EuÄl«ub"»Äi30 schnei- I Ebenfalls einW e n n" spielte nach Bertha von Sutt­er dock der frSrL6 S''?6er ,teJ =e W ^raus, daß I ner eine Rolle im Kriege mit Frankreich. Die Verfasserin ickästs nock S b^ »beme lencben ®e= I vonDie Waffen nieder" wirft in ihrem berühmten Roman

Ns Stocken o m Geschäft geriet I die Frage aus, oh der Krieg auch ausgebrochen wäre, wenn

Mr NiiA^ckid-m^ lichtraten Zahlungsverlegenheiten ein, I der französische Minister Ollivier die Tochter Meyerbeers eraal? Uck m^r^ bcsn P^ut und die Thatkraft, er I geheiratet hätte. Meyerbeer, der große Komponist, suchte Grood! / und ging tn einem Alter elend zu I einen talentvollen Mann für seine zweite Tochter, und

Mnnen söiM? M^ben für ihn erst wahrhaft hätte be- I seine Wahl fiel auf Ollivier. Die Sache war aber nicht Uiooer Ipfpfn- f !!" ^a.er ^tr. uoch drei Jahre I leicht in Gang zu bringen. Meyerbeeiü kannte die unab- f Ls ' '0 w?re seine Erziehung vollendet, I hängige Originalität seiner zweiten Tochter, die nie einen

! L LenT Wuchtiger und glücklicher Mensch ge- I anderen Gatten als den ihrer freien Wahl ehelichen würde. -r ... I Es wurde verabredet, daß Ollivier nach Baden komme,

ur das Leben, auch die Poesie ist vollWenn's". I um dort dem Mädchen zufällig vorgestellt zu werden, als Rammr ist hJ? Äi ^L^m^dlichenWenn" auf seinem I Meyerbeer plötzlich starb. Natürlich wurde nun aus dem $?n?er ber "u^ der Maschine , welcher das Schick- I Projekt nichts und die Folge war der Krieg. Hätte Eder oo^^u ^ichtungs- und Romanhelden entscheidet. I Ollivier Meyerbeers Tochter geheiratet, so wäre er nicht ^E^ ^n ihnen mußte em halbes nutzend Mal eines I ausgebrochen. Meyerbeer, der das Kaisertum bis zur Ver- 611 |obe-§ Serben, wenn Nicht iivch im letzten I achtung haßte, würde nie seinen Schwiegersohn erlaubt uller-, allerletzten, etn unerwarteter I haben, Minister des Kaisers zu werden, und gerade Ollivier TirhfunAaU\n^r Versenkung emporstiege Und nicht die I ist es gewesen, der durch seine Gewissenlosigkeit und seine MeE'8" die Wisfenschast arbeitet mit I leichtherzige Erklärung die Entscheidung in der französi-

fonr JaLrhre Behauptungen auf bestimmte I scheu Kammer zu gunsten des Krieges herbeigesührt hat. Wenn's" -wenn Jtnb atä lauter Weiter. Man weiß, welch welthistorische Bedeutung

chT^n , wenn sie richtig find, so treffen auch die I den Werken eines Rousseau innewohnt. Durch seinen iCf| An °bäuf tasten bat S Ä!' x- ! "Eonttact sozial" und seinenEmil" zeichnete er dem Leben

ausigften hat mich aber die interessante Frage I des Menschen neue Bahnen vor und warf das cmnze

J?nbk lrohl m vielen Fällen der Gang I Staatsrecht der Vergangenheit über den Haufen. Ein^paar

AP^pEE^°0b^^b^" d)are, wenn gewisse Wenn's nicht I kleineWenn's" und diese so gewaltig wirkenden Schrif-

, irgend em Erergnis wird vielfach in der I ten wären vielleicht nie geschrieben worden. Rousseau

Se Ä ebenso wie im Leben die Ursache großer I wurde, da er keine Mutter mehr hatte, und fein Vater im

MffpU1fnem"rto 6 bK^e/ nicht stattgefunden I Auslände weilte, in- seiner Jugend zu einem Graveur in

® wme Egetret I die Lehre gegeben. Sein Meister behandelte ihn indessen

Wai^aa?ioT Flucher m der Schlacht bei» so schlecht, daß er es nicht mehr aushalten konnte, und

t-815^ ^en bereits geschlagenen Eng- I ihm im Alter von noch nicht 16 Jahren davonlief. Wenn ÜW r H'lfe gekommen wäre, so hätte I Jean Jacques Rousseau damals nicht davongelaufen wäre

Napoleon die Schlacht gewonnen, spater vielleicht noch die I oder wenn er einen guten Meister gehabt hätte, so wäre Preußen geschlagen und I er wahrscheinlich ein tüchtiger und intelligenter tzand- ElaeEÄops Blut gedüngt. Die I Werker geworden.Im Schoße meiner Religion, meines

wf!&eine<t entscheidenden Sieges Napoleons tn jenem I Vaterlandes, meiner Familie und meiner Freunde", sagt a" Wendepunkt sind gar nicht abzusehen; wer weiß, I er,hätte ich ein friedliches und angenehmes Leben, wie welchen Lauf die Dinge genommen. hatten! I es meinem Charakter ein Bedürfnis war, in der Einförmig-

fmiJn!,tb^A(-Pn1t' Bekanntlich sandte König Jo- I feit einer mir zusagenden Arbeit verbracht. Ich wäre ein 5raJ. H; "n August 1486 den berühmten Seefahrer und I guter Christ, ein guter Bürger, ein guter Familienvater, Admiral Bartolomeo Diaz ans, die Entdeckungen der Por- I ein guter Freund, ein guter Arbeiter . . . gewesen. Ich j^esen an der afrikanischen Westküste zu vervollständigen. I würde meinen Stand geliebt, ihm vielleicht Ehre gemacht Ter Admiral segelte nut zwei Fahrzeugen die Küste ent- I haben, und nach einem geringen und einfachen, aber gleich- iSJ10' .e.r ore:-$n =a1^ ber guten Hoffnung, die I mäßigem und angenehmen Leben friedlich im Schoße der

«udspitze Afrikas, in Sicht, der er den Namen Cabo tor- I Meinigen gestorben sein." Durch seine Flucht allein wentoso (stürmisches Kap) beilegte, welches später vom I wurde er in jene Verkettung wunderbarer Schicksale ge-

miLTn, umgeänbert wurde. Aber I stürzt, die ihn zu dem machten, was er war. Nur so konnte

blue Meuterei feiner dNannschaft zwang den Admiral, um- I er Madame de Warens kennen lernen, die ihn wie einen TO** ' i nicht über das Kah hinausgelangte. I Sohn bei sich aufnahm und ihm Zeit und Mittel gewährte. Erst Vai->co de Gama umschiffte 1497 das Kap und ent- I sich die Kenntnisse anzueignen, ohne die er niemals der bedte den sehnlichst gesuchten Seeweg nach Ostindien. I berühmte Philosoph hätte werden können, als welchen die Wenn nun schon Bartolomeo Diaz das Kap umschifft I Welt ihn kannte. Wenn es aber wahr ist, was manche und den Seeweg nach Ostindien entdeckt hätte, so würde I Geschichtsschreiber behaupten, daß es ohne Voltaire und Kolumbus Amerika nicht entdeckt haben! Denn Kolum- | Rousseau keine französische Revolution gegeben hätte, so dus unternahm seine erste Reise erst 1492, also sechs Jahre I dürfen, wir daraus auch die Folgen schließen, welche obiges spater als Diaz, und dieser verfolgte den ausgesprochenen IW e n n" für die historische Entwickelung gehabt hätte Zweck, den Seeweg nach Ostindien auf der Fahrt nach I Das gleiche ist der Fall mit der von demselben Philo- Mtenjyu finden. Wäre- also dieser Seeweg schon bau Diaz I sophen veranlaßten pädagogischen Bewegung, mit der von gefunden worden, so würde Kolumbus Reise zwecklos ge- I ihm gepredigten Reform der Erziehung durch die Rückkehr wesen und von ihm möglicherweise gar nicht unternommen » zur Natur. "Wenn er nicht feine Kinder dem Findelhans