eiserne Oefen darum doch noch mit zum Hausrat. Drollig ist die Art der Chinesen, zu heizen. Unter ihrem Bettgestell ist ein kleiner Backofen aus Lehm angebracht; der Bauch dieses Ofens wird mit Kohlen gefüllt, und die Heizung Ist erledigt. Aber auch jeden Maishalm und Strohhalm, ja jeden Grashalm sammelt der Chinese und hebt ihn zur Winterfeuerung auf. —
Aber Tschifu mit der ragenden Signalstation auf dem „Bluff" vermochte uns nicht zu halten, ebensowenig die Kung-Kung-Tau-Jnseln, die an dem Morgen, an dem wir an ihnen vorbeidampften, so still dalagen, als wären sie immtzr nur von Skorpionen besiedelt gewesen, deren es dort Unmassen geben soll, und denen man ngchsagt, daß sie, von einem Ring feuriger Kohlen umgeben, und sobald ihnen die Unmöglichkeit des Entkommens klar geworden, mit wütend-heroischem Schwanzschlag sich selbst den todbringenden Stachel in den Kopf bohren, um von eigenem Gifte einzugehen. — Am zweiten Mittag nach guter Fahrt lagen wir schon vor der Mündung des Peiho zu Anker, um angesichts der zur Zeit des englisch-französischMnesischen Krieges von 1859 so viel genannten, damals trotz aller Kettensperren bald genommenen Forts von Taku, die jetzt freilich andere, kriegsmäßigere Gestalt und andere Bewaffnung von Kruppschen Kanonen bekommen haben, den höchsten Wasserstand abzuwarten, welcher uns das Einlaufen in den Fluß über die bei Ebbezeit ihn sperrende Barre ermöglichen sollte. Taku ist der Vorhafen von Peking.
• Jetzt gab der an Bord genommene Lotse das Zeichen zur Weiterfahrt, und die Barre wurde in Gemeinschaft mit anderen Schiffen glücklich bei Hochwasser genommen. Die Fahrt nach Tientsin, den stark gewundenen Peiho hinauf, begann, zunächst noch immer unter den Kanonen der machtvoll schauenden chinesischen Festungswälle, welche die Ufer noch eine ziemliche Strecke lang in Schutz nehmen. Dem Bombendonner einer europäischen Flotte dürften sie doch aber nicht lange stand halten.
Ländlicher und immer ländlicher wurde das Gelände. Der Fluß macht die unglaublichsten Windungen, sodaß man sich der Stadt Tientsin eigentlich in einer andauernden Spirale nähert. Und ringsum „glattes Land", vergleiche bar dem reizlosesten Lande der flachen norddeutschen Tiefebene. Dazu schmutzige Dörfer, verfallende Hütten und Häuser; spärliches Weidengebüsch um die Dörfer herum; auf den Feldern Hirse, und auf den Dächern goldgelbe Maiskolben zur Nachreife ausgebreitet, auf dem Acker ein Pflug, mit einem Pferdchen und einem Esel bespannt; ein unter düstrem Taktgesang stromaufwärts geschlepptes Schiff; Rohrpflanzungen mit raschelndem Schilf am Ufer — so geht's stundenlang in eintöniger Fahrt; nun senken sich schnell die Schatten der Nacht über die Ebene und den Fluß: noch eine jener Windungen, bei denen schon manches Schiff sich festgelaufen hat, und vor uns liegt in buntem Lichterglanz Tientsin, und wir machen fest am Kai einer gewerbereichen, in diesem Teil ganz europäischen Eindruck machenden bedeutenden Stadt, von der 1870 die Rede gewesen bei dem gräßlichen „Massacre von Tientsin", und von der jetzt wieder genug geredet wird; — denn von hiev aus marschieren die gesammelten Heerhaufen der fremden Mächte gegen die Hauptstadt Peking, sei es mit der Bahn, sei es zu Fuß und zu Roß. Davon später.
OsnHEinn LUzigers» Ziergarten und Mmnenpflege.
1000 0 Mark für eine Rose, aber — es muß eine blaue sein, so schreibt der „Erfurter Führer", eine wöchentlich erscheinende Zeitschrift für den Gartenfreund. Es versteht sich von selbst, daß diese blaue Rose nicht blau gefärbt oder künstlich präpariert ist, sondern auf einem Mutterstamm gewachsen ist, dessen Reiser sich zur blauen Fortpflanzung treu erweisen. Zwischen Blau und Blau ist allerdings ein Unterschied. Es ist nicht das Blaurot gemeint, wie es die Königin Marie Henriette zu unserem Aerger so schnell bei großer Wärme zeigt, auch nickst ein Schwarzblau, sondern das Blau, wie es im Auge des blondlockigen Mädchens erscheint, das Blau, wie es der
italienische Himmel ausstrahlt und wie es das Meer wieder- giebt, das Blau, das uns in der Kornblume entgegenlacht. Es ist merkwürdig um das menschliche Wünschen, Wollen und Hoffen. Gäbe es blaue Rosen allein, vielleicht böte jemand! die gleiche Summe für eine rote oder weiße Rose. Es ist aber Ernst um die Sache. Der „Erfurter Führer im Gartenbau" verbürgt sich dafür, daß diese Summe bezahlt wird, wenn es gelingen sollte, die blaue Rose zu ziehen, und wenn ihm der alleinige Mutterstamm als Eigentum zugeführt wird.
„Wie schön blühen doch unsere Rosen wieder!"wird jetzt in der Rosenzeit mancher Gartenbesitzer erfreut ausrufen. Hier stehen die alten Lieblingssorten wie La France, Marechal Niel, Kaiserin Auguste Victoria u. a. in schönstem Blumenschmuck, dort leuchten lebhafte Buschrosen aus dem Grün hervor, die Gartenlaube haben die Rankrosen in ein weißes Blütenkleid gehüllt, und selbst die wenig beachteten Wildrosen, die zwischen Epheu und hellgrünem Farnkraut über Steine und Felsen ranken, öffnen ihre einfachen Blüten, überall Rosen: Die Königin unter den Bluinen hat wieder ihren Siegeszug durchs die Gärten angetreten. Auch der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau bringt dem bevorzugten Liebling seine Huldigung dar: Er widmet ihr seine neueste Nummer. In Wort und Bild werden einige der bewährtesten Reinheiten der letzten Jahre vorgeführt, alte, unverdient in Vergessenheit geratene Sorten werden hervorgehoben. Der Schnitt und die Grünveredelung finden eine eingehende Besprechung, die besonders durch die zahlreichen Abbildungen an Wert gewinnt. Wer sich die Rosennummer beim Geschäftsamte in Frankfburt a. O. bestellt — jeder erhält sie umsonst und postfrei — wird sie sicher nicht unbefriedigt aus der Hand legen. ____________
Bilderrätsel.
(Nachbildung verboten).
Auflösung in nächster Nummer.
✓272, W
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Wer befehlen will, muß gehorchen lernen.
Preisrätsel.*) Kreuzrätsel. Nachdruck verboten.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a, ä ä ä, e e e
e c e, f f f s, h h, l l, ui m,
n n, o o, p p, s s s s s s,
t t t t, u u u u n u der
art einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Ein Küchcngewürz.
2. Name mehrerer ägyptischer Könige.
3. Schädliche Tiere.
*) Von 1900 ab bringen wir in angemessenen Zwischenräumen in den Familienblättcrn Preisrätsel, an deren Lösung recht eifrig sich zu beteiligen, wir unsere geschätzten Leser bitten. Die Lösungsfrist läuft stets acht Tage nach Ausgabe der betr. Nr. ab. Unter den an die Redaktion der,,Familienblätter" einzusendenden richtigen Lösungen wird eine ausgelost, deren Einsender mit einem Preise — nützliches Buch oder dergleichen — bedacht wird.
«lebaknon: ©. Burkhardt. — Druck und »erlag der Brühl'schen Univerfität«»Buch> unb Steinbrudtrei (Pietsch Erben) in Eieim.


