Ausgabe 
1.7.1900
 
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eiserne Oefen darum doch noch mit zum Hausrat. Drollig ist die Art der Chinesen, zu heizen. Unter ihrem Bettgestell ist ein kleiner Backofen aus Lehm angebracht; der Bauch dieses Ofens wird mit Kohlen gefüllt, und die Heizung Ist erledigt. Aber auch jeden Maishalm und Strohhalm, ja jeden Grashalm sammelt der Chinese und hebt ihn zur Winterfeuerung auf.

Aber Tschifu mit der ragenden Signalstation auf dem Bluff" vermochte uns nicht zu halten, ebensowenig die Kung-Kung-Tau-Jnseln, die an dem Morgen, an dem wir an ihnen vorbeidampften, so still dalagen, als wären sie immtzr nur von Skorpionen besiedelt gewesen, deren es dort Un­massen geben soll, und denen man ngchsagt, daß sie, von einem Ring feuriger Kohlen umgeben, und sobald ihnen die Unmöglichkeit des Entkommens klar geworden, mit wütend-heroischem Schwanzschlag sich selbst den todbringen­den Stachel in den Kopf bohren, um von eigenem Gifte einzugehen. Am zweiten Mittag nach guter Fahrt lagen wir schon vor der Mündung des Peiho zu Anker, um an­gesichts der zur Zeit des englisch-französischMnesischen Krieges von 1859 so viel genannten, damals trotz aller Kettensperren bald genommenen Forts von Taku, die jetzt freilich andere, kriegsmäßigere Gestalt und andere Bewaff­nung von Kruppschen Kanonen bekommen haben, den höchsten Wasserstand abzuwarten, welcher uns das Ein­laufen in den Fluß über die bei Ebbezeit ihn sperrende Barre ermöglichen sollte. Taku ist der Vorhafen von Peking.

Jetzt gab der an Bord genommene Lotse das Zeichen zur Weiterfahrt, und die Barre wurde in Gemeinschaft mit anderen Schiffen glücklich bei Hochwasser genommen. Die Fahrt nach Tientsin, den stark gewundenen Peiho hin­auf, begann, zunächst noch immer unter den Kanonen der machtvoll schauenden chinesischen Festungswälle, welche die Ufer noch eine ziemliche Strecke lang in Schutz nehmen. Dem Bombendonner einer europäischen Flotte dürften sie doch aber nicht lange stand halten.

Ländlicher und immer ländlicher wurde das Gelände. Der Fluß macht die unglaublichsten Windungen, sodaß man sich der Stadt Tientsin eigentlich in einer andauernden Spirale nähert. Und ringsumglattes Land", vergleiche bar dem reizlosesten Lande der flachen norddeutschen Tief­ebene. Dazu schmutzige Dörfer, verfallende Hütten und Häuser; spärliches Weidengebüsch um die Dörfer herum; auf den Feldern Hirse, und auf den Dächern goldgelbe Maiskolben zur Nachreife ausgebreitet, auf dem Acker ein Pflug, mit einem Pferdchen und einem Esel bespannt; ein unter düstrem Taktgesang stromaufwärts geschlepptes Schiff; Rohrpflanzungen mit raschelndem Schilf am Ufer so geht's stundenlang in eintöniger Fahrt; nun senken sich schnell die Schatten der Nacht über die Ebene und den Fluß: noch eine jener Windungen, bei denen schon manches Schiff sich festgelaufen hat, und vor uns liegt in buntem Lichterglanz Tientsin, und wir machen fest am Kai einer gewerbereichen, in diesem Teil ganz europäischen Eindruck machenden bedeutenden Stadt, von der 1870 die Rede gewesen bei dem gräßlichenMassacre von Tientsin", und von der jetzt wieder genug geredet wird; denn von hiev aus marschieren die gesammelten Heerhaufen der fremden Mächte gegen die Hauptstadt Peking, sei es mit der Bahn, sei es zu Fuß und zu Roß. Davon später.

OsnHEinn LUzigers» Ziergarten und Mmnenpflege.

1000 0 Mark für eine Rose, aber es muß eine blaue sein, so schreibt derErfurter Führer", eine wöchentlich erscheinende Zeitschrift für den Gartenfreund. Es versteht sich von selbst, daß diese blaue Rose nicht blau gefärbt oder künstlich präpariert ist, sondern auf einem Mutterstamm gewachsen ist, dessen Reiser sich zur blauen Fortpflanzung treu erweisen. Zwischen Blau und Blau ist allerdings ein Unterschied. Es ist nicht das Blaurot ge­meint, wie es die Königin Marie Henriette zu unserem Aerger so schnell bei großer Wärme zeigt, auch nickst ein Schwarzblau, sondern das Blau, wie es im Auge des blondlockigen Mädchens erscheint, das Blau, wie es der

italienische Himmel ausstrahlt und wie es das Meer wieder- giebt, das Blau, das uns in der Kornblume entgegenlacht. Es ist merkwürdig um das menschliche Wünschen, Wollen und Hoffen. Gäbe es blaue Rosen allein, vielleicht böte jemand! die gleiche Summe für eine rote oder weiße Rose. Es ist aber Ernst um die Sache. DerErfurter Führer im Gartenbau" verbürgt sich dafür, daß diese Summe be­zahlt wird, wenn es gelingen sollte, die blaue Rose zu ziehen, und wenn ihm der alleinige Mutterstamm als Eigentum zugeführt wird.

Wie schön blühen doch unsere Rosen wieder!"wird jetzt in der Rosenzeit mancher Gartenbesitzer erfreut aus­rufen. Hier stehen die alten Lieblingssorten wie La France, Marechal Niel, Kaiserin Auguste Victoria u. a. in schönstem Blumenschmuck, dort leuchten lebhafte Buschrosen aus dem Grün hervor, die Gartenlaube haben die Rankrosen in ein weißes Blütenkleid gehüllt, und selbst die wenig beach­teten Wildrosen, die zwischen Epheu und hellgrünem Farn­kraut über Steine und Felsen ranken, öffnen ihre einfachen Blüten, überall Rosen: Die Königin unter den Bluinen hat wieder ihren Siegeszug durchs die Gärten angetreten. Auch der praktische Ratgeber im Obst- und Gartenbau bringt dem bevorzugten Liebling seine Huldigung dar: Er widmet ihr seine neueste Nummer. In Wort und Bild werden einige der bewährtesten Reinheiten der letzten Jahre vorgeführt, alte, unverdient in Vergessenheit geratene Sorten werden hervorgehoben. Der Schnitt und die Grün­veredelung finden eine eingehende Besprechung, die be­sonders durch die zahlreichen Abbildungen an Wert ge­winnt. Wer sich die Rosennummer beim Geschäftsamte in Frankfburt a. O. bestellt jeder erhält sie umsonst und post­frei wird sie sicher nicht unbefriedigt aus der Hand legen. ____________

Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten).

Auflösung in nächster Nummer.

✓272, W

Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Wer befehlen will, muß gehorchen lernen.

Preisrätsel.*) Kreuzrätsel. Nachdruck verboten.

In die Felder neben­stehender Figur sind die Buch­staben a a a a, ä ä ä, e e e

e c e, f f f s, h h, l l, ui m,

n n, o o, p p, s s s s s s,

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art einzutragen, daß die wage­rechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes er­geben:

1. Ein Küchcngewürz.

2. Name mehrerer ägypti­scher Könige.

3. Schädliche Tiere.

*) Von 1900 ab bringen wir in angemessenen Zwischenräumen in den Familienblättcrn Preisrätsel, an deren Lösung recht eifrig sich zu beteiligen, wir unsere geschätzten Leser bitten. Die Lösungsfrist läuft stets acht Tage nach Ausgabe der betr. Nr. ab. Unter den an die Redaktion der,,Familienblätter" einzusendenden richtigen Lösungen wird eine ausgelost, deren Einsender mit einem Preise nützliches Buch oder dergleichen bedacht wird.

«lebaknon: ©. Burkhardt. Druck und »erlag der Brühl'schen Univerfität«»Buch> unb Steinbrudtrei (Pietsch Erben) in Eieim.