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loten?;'. -- da machte er gute Miene znm bösen Spiele, lachte laut aus und rief: „Hansen, Du bist ein Mordskerl. Jawohl, ich habe die Wette verloren! Die Rheinwein-Zeche zahle ich. Aber eine Bedingung stelle ich: Das erste Glas gilt — meiner schönen Unbekannten!"
Und so geschah es denn auch. Das erste Glas galt wirklich der schönen Unbekannten. Alle die übrigen aber, die noch bis in den späten Nachmittag hinein geleert wurden, galten dem Gastgeber, dem Apotheker, dem Postdirektor in N., der Schlenthers postlagernde Briefe immer so getreulich an Hansen weiterbefördert hatte, der „Briefmarkensprache" *) und dem — 1. April!
*) Eine solche „Briefmarkensprache" mit 187 verschiedenen Markenstellungen ist im Verlage von Max Schildberger, Berlin W., Schillstraße 3, zum Preise von 50 Pfg. erschienen.
Unser Garten im April.
Nachdruck verboten.
Ueberall sprießt es und sproßt es mit stannender Schnelligkeit. Man müßte schier das Wachstum sehen rönnen, wenn man Zeit und Muße genug hätte, auszupassen: aber so gewaltig wie das Wachstum fortschreitet, so gewaltig mehrt sich auch die Arbeit.
Noch kann der Nachzügler — und er hat den letzten Termin vor sich — manches versäumte nachholen; denn noch sind Obst- bänme zu pflanzen, noch läßt sich umveredeln, noch ist dem Ungeziefer und den Pilzen durch Kalken der Stämme und Spritzen der Kronen mit Kupferkalkbrühe wesentlich entgegenzuarbeiten, noch ist das Petroleum gegen Schildläuse anwendbar, aber mit dem Ende dieses Monats dürfen viele dieser Arbeiten nicht mehr ausgeführt werden, sind andere nicht mehr in so energischer Weise zu handhaben. Der Schaden, welchen man sich durch Versäumnis selber zusügte, tritt in die Erscheinung.
Das Graben des Bodens ist eine Hauptarbeit — auch das Anssuchen der Quecken und des anderen Unkrautes. Man macht die zweite Aussaat von Erbsen und Pussbohnen, sät mittelfrühe Möhren, Sommerrettich, Wurzel- und Schnittpetersilic, bringt den Samen von Tomaten, Thymian, Majoran in Kästen, vergißt auch Gurken, Kürbis und Melonen' nicht. Kohlkopssorten sind ins freie zu säen, in Mistbeeten gezogene Pflanzen auszusetzen. Estragon, Sauerampfer, Rhabarber gehören in jeden Küchengarten! Frühkartoffeln sollen vorsichtig ansgepflanzt werden, damit die Keime nicht abbrechen. Kräftige Erdbeerpflanzen, zu dreien in ein Dreieck gepflanzt, geben eine prächtige Erdbeerernte, wenn man reichtragende Sorten: Noble, Kaisers Sämling, Deli- kata, Millionär rc. wählt. Die Herrichtung von neuen Spargelbeeten ist energisch zu betreiben, chas Auffüllen der alten schleunigst durchzuführen. Die beste Spargelsorte ist und bleibt der Ersurtcr Riesenspargel. Ende des Monats legt man Staudenbohnen.
Der Blumengarten soll sauber gemacht werden. Man darf noch Gehölze schneiden, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht pflanzen. Der Rasen wird mit Kompost und Kainit gedüngt, die Blumenbeete werden mit guter Erde aufgefüllt uitb, gegraben. Beete, die Sommerblumen tragen sollen, werden besäet, empsindlichere Sommerblumcn, wie Perilla, Hanf, Jpomöa, richt man in Kästen oder Töpsen heran, wozu die Aussaat jetzt zu machen ist.
Die Rosen sind aufzudecken und zu schneiden. Langtriebigen Sorten läßt man viel Holz, schwachwachsende werden sehr stark zurückgeschnitten. Im allgemeinen schneidet man die Rosenkronen viel zu wenig. Wer die Borgärtchen in Land und Stadt daraufhin durchsieht, findet besenartige Kronen, die wohl leidlich viel, aber niemals ausgezeichnete Blüten bringen. Eine Rosenkrvne soll nach dem Schnitte licht sein. Es ist besser, etwas zu viel als zu wenig wegzunehmen. Den frischgepflanzten Rosen sind nur drei bis vier Zweige zu lassen, und diese sind wieder auf zwei bis drei Augen zu kürzen. Wer darnach handelt, erhält kräftig wachsende Rosen, die dankbar blühen. Das Düngen der alten Roscnbeete werde nicht vergessen! Wenn man neue Rosen an- pflanzt, vergesse man nicht, die beiden Neuheiten „Rubin" und „Leuchtstern" zu berücksichtigen.
Im Zimmer pflanzt man um, macht Stecklinge von fast allen Pflanzen, säet auch noch aus und verstopft die aus den früheren Aussaaten gewonnenen Pflänzlinge. Am Ende des Monats beginnt das allmähliche Abhärten für das Hinausbringen der Pflanzen int Mai. So sehen wir uns bereits geschäftig, den Wonnemonat würdig zu empfangen: hoffentlich gelingt es, alle Pflanzen bis dahin derart zu kräftigen, daß sie aus ihm den größtmöglichsten Nutzen ziehen können.
I. C. Schmidt, Erfurt.
Uiirterchaltrtiigsfxrel.
Das „S a l t a", vor etwa Jahresfrist erfunden, fand zwar schnell bei den Freunden anregender Brettspiele Eingang, aber erst eine jüngst von dem Mathematiker Professor Schubert über dieses Spiel veröffentlichte Schrift hat auch die Aufmerksamkeit weiterer Kreise auf sich gelenkt. Mit Recht wiesen von Anfang an die Kenner, d. h. diejenigen, die sich in das Wesen des „Salta" vertieften, dem neuen Spiel unmittelbar hinter dem Schach eine Stellung an. Sie erblickten in „Salta" nicht nur ebenfalls ein geistreiches Kriegsspiel, mit allen seinen reizvollen Wechselfällen des Angriffs, der Verteidigung und der Blokade, sondern sie fanden auch, daß es viel leichter zu erlernen sei als Schach, und seiner höchst einfachen Spielregeln wegen weit geringere Anforderungen an die Spannkraft des Geistes stellt, mithin sich als besonders für die Mußestunden geeignet erweise. Bei alledem herrschte aber die Ansicht vor, daß die Variationsfähigkeit des „Salta" hinter der des Schachspiels sehr zurückbleibe. Es gebührt nun Professor Schubert, einer anerkannt spielwissenschaftlichen Autorität, das Verdienst, auch in dieser Beziehung dem „Salta" den ihm gebührenden Platz angewiesen zu haben. Schubert, der in der oben erwähnten Broschüre eine regelrecht durchgeführte Salta-Partie analysiert, weist nach, daß die Anzahl der auf dem Saltabrett möglichen Stellungen und Züge gleich wie beim Schach ins Unendliche geht. Neben Schubert sind es neuerdings auch andere Gelehrte, die sich mit dem „Salta" wissenschaftlich beschäftigen, während andererseits im großen Publikum das Spiel von Tag zu Tag mehr Eingang findet.
LrtterarLfches.
„Deutscher Soldatenhort", Illustrierte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk, Herausgeber: General-Leutnant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1,80 Mk. Verlag von Karl Siegis- mund, Hofbuchhändler, Berlin SW., Dessaucrstraße 13, XI. Jahrgang, Nr. 18, erschien soeben und enthält: Helene. Erzählung von Hans von Losgar. — Königin Luise in Paretz. (Mit Abbildung.) — Nächtliche Streifen. Erinnerungen und Betrachtungen von Hauptmann a. D. Richard Bach. — Vom Lockstedter Lager. Von v. B. (Mit Abbildungen.) — Im Winter auf dem „Herzogstande". Nacherzählt von Zägerhuber, Major a. D. — Ein englischer Soldatenbrief aus Südafrika. Von A. H.—g. Pferdemarkt im Orient. (Bgldertext.) — Die britische Feldpost, Heliograph und Brieftauben in Südafrika. Bon A. H—g. (Mit Abbildung.) — Brieftauben im Dienste der Schiffahrt. — Der Kampf Englands gegen die holländischen Bauern-Republiken in Südafrika. Von Major z. D. Scheibert. (Mit Karte.) — Vom Militär-Telegraphenwesen in Frankreich. — Vaterländische Gedenktage. — Neue Bücher. — Vermischtes. — Splitter und Funken. — Rätsel. — Briefkasten. — Inserate.
Schachaufgabe.
C. Bayer.
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6
5
4
abcdef g h Weiß.
(Nachdruck verboten.)
abcdef g h
8 W ’ W gg 8
6 ■ M ■ S H
Weiß setzt mit dem dritten Zuge matt. Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflöftlng der Dechiffrier-Aufgabe in voriger Nummer: Das Leben ist so schwer nicht zu begreifen, Du mußt es nur durchleben, nicht durchschweifen.
Redaktion: «. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühlffchen UuiversttStS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erbens in Biehn-..


