Ausgabe 
1.2.1900
 
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(Auflösung folgt in nächster Nummer.)

Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer:

Beliebig.

1,

2. Dd 2e3 f und m«tt,

1. Schwedische Stadt.

2. Giftige Tiere.

3. Beliebte Zierpflanze,

Weiß.

1. Tf 8f3

2. Lb 7 und d5

1

In die Felder neben» stehender Figur sind die Buch­staben aa, c c, eeecee

Beim Verlassen des großen Institutes, das so viel des . Schonen und Geschmackvollen in sich birgt, streift mein Blick mehrere der melancholisch an der Wand hängenden Königinnen der Nacht" undGöttinnen der Sterne". Erstere aus schwarzem, schleppendem, flitterübersätem Tüll, letztere in der duftigen Farbe der Unschuld mit großen und kleinen Sternchen bedeckt. Sie sehen schon recht zerknittert aus, ein Zeichen, daß sie schon vielen ihre Gestalt geliehen haben.

Auf der Treppe begegnet mir müde, über den Arm einer Zofe gelehnt, eine Griechin, mit dem klassischen Kostüm der schönsten Frauen des Altertums angethan. Wenn sie reden könnten all' diese Masken, die guten und böse): Menschen zum Schmuck, zur Verkleidung gedient haben! Wieviel Romane könnten sie erzählen, wieviel er­greifende Geschichten von Haß und Liebe, schöner als sie die Phantasie des Dichters erfinden kann. Und doch, ich glaube, es ist besser, sie bleiben stumm dem heiteren, lachenden Prinzen Karneval zuliebe.

Schw arz.

Ke 4 und f3.

f und Matt.

A

Ke 4 oder I)b 8f4(

n, ooooooooo, ppp, r r r r, s s s s s, t derart eiuzutragen, daß die scnk- rechlen und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:

2. D d 2 und d 5 f und Matt. B

I Unsere Li-blmgsbeMftigmig.

etne§ Besenstieles tragen, und an den Füßen I Nachdruck verboten.

pustgelbe Lederschühe und rotseidene Strümpfe. I Darf ich mir die Frage erlauben, geschätzter Leser:

Sehr fesch rst ein Kostüm, betiteltEmanzipation" I womit beschäftigst Du Dich mit Vorliebe in Deinen Muße- chnge bis zu den Knieen reichende ausgeschnittene I stunden? welches ist Deine Lieblingsbeschäftigung? Ver- Schochacke mrt Reverskragen und Klappen aus nilgrünem I ^rhe gütigst meine Indiskretion; aber man will doch gern Auch nut großen Goldknöpfen und Goldtressen garniert I wissen, mit wem man es zu thun hat, und die Lieblings- Der Schoß nach Art der Herrenfracks nur bis zu den I beschäftigung eines Menschen wirft nun einmal ein Streif- Serten gehend, rst mrt rosa Seide gefüttert. Der schnebben- I W auf das ganze Wesen desselben. Mache nur die Probe artig geschnittene, dekolletierte Patz, welcher alsiWeste dient, I bei anderen Menschen. Wenn es heißt:Sage mir, mit und der aus vier übereinander fallenden Volants be- I wem Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist", so stehende Aermel sind ebenfalls ans Goldlitze besetzt. Der I könnte man mit demselben Rechte hinzufügen:Sage mir, fußfreie, angesetzte Rock aus helllila Tuch ist ungarniert I welches ist Deine Lieblingsbeschäftigung, und ich will Dir Auf dem weißgepuderten Haar wird ein lila Filzhut mit I sagen, wer Du bist".

grünem Sammetband und Stahlagraffe getragen, um den I Unsere Mußestunden sind unsere Erholungszeit. Wäh- Hals ern Stehkragen aus plissiertem cremefarbenen Krepp I rend unser eigentlicher Beruf für die Bestreitung unseres wU ebensolcher riesiger Schleife, und in den mit langen I notwendigen Lebensunterhaltes sorgt, und Pflichterfüllung hellenSchweden" bezogenen Händen ein Spazierstöckchen I heischt, gehören die Mußestunden uns ganz allein, da sind mit graziösem Griff. Die Füße stecken in lila Strümpfen I wir nur wir selbst, gehören uns selbst an und treiben, und Äreuzbandschuhen aus! tzrauem Leder mch großer Stahl- I was unserem innersten Wesen entspricht.Hier bin ich agraffe. Ein dünnes Goldkettchen an dem ein Monokle 1 Mensch, hier darf ich's sein".

hängt, kann noch irgendwo befestigt werden. Eine schöne 1 Wer gern spazieren geht, hinaus ins Freie, ins Gehölz, Frau, angethan mit diesem Kostüm, die Emanzipation ver- I an. die See, der hat gewiß ein offenes Auge für Naturschön- korpernd wird sie den Männern wirklich Angst und I hbit und denkt wohl auch einmal nach über Dinge, welche Schrecken einjagen? Ich glaube kaum. I außerhalb des alltäglichen Geleises liegen. Ein sogenanntes

Beliebt und immer kleidsam sind die Pierretten, von I Promenieren hingegen in den Hauptstraßen der Stadt, wo denen ich eine in weiß und eine in schwarz vor mir sehe. I das Sehen und Gesehenwerden die Hauptsache, deutet auf Letztere, aus zwei dichten übereinanderfallenden Volants I Eitelkeit, vielleicht nur ein Körnchen; auf Ge- aus schwarzem Tüll, mit kleinen Seidenpompons besetzt, I fallsucht ein Atom; auf Neugier nicht wenig! einen bis zu den Knieen reichenden Rock bildend, ist be- I , Wer gern Vergnügungen besucht, hat sicher einen welt- sonders reizvoll. Die dekolletierte Schnebbentaille aus I lichen Sinn. Bei Menschen, denen eine ernste, gehaltvolle schwarzem Atlas hat zwei sehr krause, abstehende Volants I Lektüre zusagt, dürfen wir auf einen zuverlässigen, gedie- als Aermel. Eine dichte schwarze Halskrause aus Tüll, I genen Charakter schließen. Hingegen blasierte, wie auch und auf dem recht lose und hochfrisiertem gepuderten Haar I raffinierte Menschen lieben eine aufregende, die Nerven ein Dreispitz aus Atlas, mit Pompons reich besetzt, wirken I reizende Lektüre. Durch gutes und reichliches Essen und höchst reizend und pikant. I Trinken sind auf ihren Magen bedacht die Materiellen.

Ein Kostüm, das zwar nicht zu den allerneuesten, Wohl I Im leidenschaftlichen Spiel drückt sich Gewinnsucht und aber mit zu den kleidsamsten gehört, ist aus der Zeit der I Mangel an Selbstbeherrschung aus. Mit den schönen vielgeschmühteu, vielgeliebten Madame de Pompadour, aus I Künsten beschäftigen sich auswärts strebende Geister. Hei- jener Zeit, wo Ueppigkeit und Lebenslust in höchster Blüte I tere, gesellige Menschen finden Vergnügen an einer an­standen: Das Rokoko-Kostüm. Man kann dasselbe natür- I regenden, mit Humor gewürzten Unterhaltung. "So könnte lich in jeder Farbenzusammenstellung wählen; ein beson- I man hundert Beispiele aufzählen. Eins aber bleibt immer ders schön wirkendes besteht aus einem schweren weißen I wahr: je edler und lauterer der Charakter eines Menschen, halblangen Taffetrock, dessen Rand mit Moosrosen bemalt I um so gehaltvoller und reiner wird er sich auch in seinen ist. Die glatte Taille aus weißer, starrer Seide mit ein- I Mußestunden beschäftigen.

gewirkten Moosröschen sogenannter Pompadourseide I Verstehst Du nun, geschätzter Leser, weshalb ich Dich hat eine angeschnittene sehr krause, abstehende Tunika, I am Eingang dieses Artikels fragte:Welches ist Deine viereckigen Ausschnitt und ist reich mit ganz schmalen I Lieblingsbeschäftigung?

Sammetbändchen besetzt. Halblanger, enger Aermel, am I Und die Antwort? E. Friedel.

Rande mit Püffchen und Band garniert. Man trägt zu |*-------

diesem Kostüm bis zum Ellenbogen reichende halbe Hand- I Gitterrätsel.

schuhe aus weißer gehäkelter Seide mit Sammetbändchen I Nachdruck verboten.

durchzogen, weiße Strümpfe, Lack- oder Goldkäferschuhe mit riesigen Absätzen und Schnallen, ein breites Sammet­band um den Hals, pudert sich das Haar schneeweiß, malt Augenbrauen und Wimpern des schönen Kontrastes wegen und weil es damals so Sitte war pechschwarz, und klebt aus Kinn, Lippen oder Wangen, wo es einem am kleid­samsten scheint, ein einziges Schönheitspflästerchen.