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Waisen die helfende Hand zu reichen. Sie hat das Recht, die zarte Jugend zu erziehen und fie zum kindlichen Glauben an den zu führen, der aus Liebe zur Menschheit am Kreuze starb. Sie hat das Recht, in ihrer Umgebung Licht und Frieden zu verbreiten und durch Wort und Beispiel der Menschheit höhere Ziele zu zeigen als die Erde mit ihren Nichtigkeiten.
Ue-er die Erfindung der Lokomotivpfeife erzählen englische Blätter folgende, zwar höchst unwahrscheinliche, aber doch ganz amüsante Geschichte. Als die ersten Bahnlinien in England angelegt wurden, war — bei der damaligen Fahrgeschwindigkeit der Züge — von einer Anlage der Bahndämme, wie sie heute üblich ist, natürlich garnicht die Rede. Die Geleise kreuzten die schon vorhandenen Landstraßen meistens in gleicher Höhe, und an eine Absperrung durch Barrieren oder andere Vorsichtsmaßregeln war damals noch nicht zu denken. Man überließ es einfach den Lokomotivführern, Menschen und Fuhrwerke von dem Schienenstrange fortzuscheuchen, und rüstete sie zu diesem Zwecke mit einer Art Signalhorn aus. Eines Tages nun, im Jahre 1833, fuhr ein biederer Farmer von Thornton nach Leicester, um seine Waren, eine große Ladung von Eiern und Butter, auf den Markt zu bringen. Unterwegs mußte er ein Bahngeletse kreuzen, — und unglücklicherweise nahte gerade ein Zug heran. Vergebens tutete der Maschinenführer auf seinem Horn, — der Farmer hörte nichts. Ein Zusammenstoß war die Folge. Der Farmer wurde von seinem Wagen herabgeschleudert, blieb indes ohne nennenswerte Verletzungen; Pferd und Wagen dagegen, sowie achtzig Mandel Eier und fünfzig Pfund Butter waren verloren, und die Bahngesellschaft mußte den Schaden ersetzen. Infolge dieses Unfalls wandte sich die Direktion an George Stephenson selbst, mit der Bitte, doch irgend ein Instrument herzustellen, das besiere Warnungsfignale geben könnte. Das Resultat war die Erfindung der Lokomotivpfeife.
Huinsvistisches.
Kleiner Irrtum. Ein von „Gutsbesitzers" eingeladener Afrikareisender beschreibt die Bequemlichkeiten seiner Kleidung, die ihm den Aufenthalt am Aequator ermöglichten. „Nicht wahr," sagt die Frau des Hauses, „wenn es ganz unerträglich heiß wird, legen die Herren drüben ihre Tropenkoller an?"
Kenner. Herr Cohn (seinem Besuch feilte Gemäldegalerie zeigend): „Sehen Sie hier, das ist meine neueste Erwerbung: ein Werk von Van Dyck, Schüler von Rubens." — Herr Löwenstein: „Nu, gar nicht so übel für das Werk eines Schülers."
Hausfrau r „Sie haben wohl einen sehr kleinen Fuß, Katline?" — Dienstmädchen: „Warum sagen Sie das, Madame?" — Hausfrau: „Weil ich in die Spitzen meiner Stiefeln so oft Papier gestopft finde."
Auf dem Exerzierplätze. Hauptmann (zu den Mannschaften): „Ihr Kerls seid nicht wert, daß Euch ein Hauptmann kommandiert! Für Euch ist gerade das erste beste Rhinozeros gut genug." (Steckt den Degen ein und wendet sich an den Sekondleutnant): „Herr Leutnant, bitte, übernehmen Sie das Kommando!"
Bettler (schluchzend): „Bester Herr, bitte, ich hab' eine Frau zu Hause . . ." — Henpeck (in Thronen ausbrechend): „I—i—ich auch!"
Hauswirt (wütend): „Warum, zum Kuckuck, hört's denn nit auf, 's Feuer is ja scho g'löscht!" — Kommandant der Land-Feuerwehr: „Das scho, aber da drob'n san no drei ganze Fensterscheib'n."
Künstler: „Wie findest Du das Porträt meiner Schwiegermutter?" — Freund: „Sehr gut! Aber warum hast Du sie im Reise- Kostüm gemalt?" — Künstler: „So sehe ich sie am allerliebsten."
Elsätzer Französisch. Mutter (zu ihrem achtjährigen Töchterchen, dem soeben ein Zahn gezogen wurde, und das noch heftig schreit: „(Ja passera, ma petile cocotte, 9a passera! Schwenk's Müel, schwenk's Müel, 9a passera!“ („Münchener Jugend.")
Lttterarisches.
Lebende Bilder au» dem Reiche der Tiere. Augen' blickkaufnahmen nach dem lebenden Tierbestande des Berliner Zoologischen Gartens. Herausgegeben und mit erklärenden Unterschriftsätzen versehen von Dr. L. Heck, Direktor des Berliner Zoo
logischen Gartens. Vollständig in 16 Lieferungen ä 50 Pfg. mit ca. 200 Illustrationen. Querfolio (Werner Verlag G. m. b. H., Berlin, Equitable-Gebäude). — Der Titel dieses neuen Lieferungswerkes klingt überraschend. „Lebende Bilder!" Man denkt unwillkürlich an die neuen Erfindungen, die uns Menschen und Tiere in voller Bewegung vorführen. Das bietet nun dieses Werk allerdings nicht. Dennoch ist der Titel gerechtfertigt. Schon der erste Blick in dieses Bilderwerk zeigt uns, daß wir etwas ganz Neues und Originelles vor uns haben. Wenn wir die Bilder eines natnrhistorischen Atlas betrachten, so sehen wir den Typus des Tieres vor uns, gleichsam ein Modell, eine Durchschnittsfigur, die etwa jenem Durchschnittsmenschen gleicht, den man oft in Modeblättern sieht. Es ist ein Typus ohne Individualität, ein allgemeines Cliche ohne Leben, Umrisse ohne Fleisch, Knochen und Blut. Die Bilder des vorliegenden Werkes aber sind Leben, Individualität, Wahrheit und volle Natur; denn sie sind eine treue Kopie des Lebens. Das Werk enthält Photographieen der Tiere des Zoologischen Gartens in Berlin. Aber es sind keine Durchschnittsphotographieen. Schon die Größe der Bilder ist überraschend. Eine Sammlung von Tierphoto, graphieen in dieser Größe ist bisher noch nicht dagewesen. Und wie sind diese Photographieen ansgeführt! Jedes Haar, jede Feder tritt deutlich hervor. Das Tier selbst steht mit solcher Plastik vor unfern Augen, daß wir es in lebendiger Wirklichkeit zu sehen glauben. Und nicht allein die Kunst des Photographen spricht aus diesen Blättern, auch die technische Ausführung ist vollendet, und der Kenner sieht sofort, daß sich in diesen Bildern das Wissen der Zoologen mit dem höchsten Können der modernen photographischen Reproduktion vereinigt haben. Abbildungen, wie die des indischen Nashorns, des Löwen „Cäsar", Arni- büffel, des Weißnackenkranichs und überhaupt aller derjenigen Tiere, die in den vorliegenden ersten Heften vorkommen, haben wir in solcher lebensvollen Schönheit und mit so packender Naturtreue noch in keinem Jllustrationswerke gesehen. Alle Tierfreunde, alle Naturkenner, alle Lehrenden und Lernenden werden ihre Freude daran haben. Der Text von Dr. Heck, dem Direktor des Zoologischen Gartens von Berlin, ist frisch, lebendig, frei von aller Pedanterie und doch sehr instruktiv gehalten. Und so ist dieses prächtige ea 200 Illustrationen umfassende Werk geeignet, sehr zahlreiche Freunde zu finden und zu weitester Verbreitung zu gelangen, zumal der Preis von 50 Pfg. für eine Lieferung mit 12 meisterhaft aus geführten Ausnahmen bei mustergültiger Druckausstattung als höchst wohlfeil hervorgehoben zu werden verdient.
Bon Deutsche Kunst und Dekoration, Verlag von Alexander Koch, Darmstadt (Preis jährlich 12 Hefte Mk. 20.—, Einzelpreis Mk. 2.—) erschien soeben Heft 2 des 3. Jahrganges als Berliner Künstlerheft mit folgendem Inhalt: Moderner Schmuck von Hans Schliepmann, Berlin. Julius Hofmann's Siegelmarken, von Professor Dr. Schmid-Aachen. Max Seliger, von Otto Schulze-Köln. Germanischer Stil und Deutsche Kunst, von Dr. Ludwig Wilser-Heidel- berg (Schluß). Außerdem wie üblich Wettbewerbe, Wettbewerb-Entscheidungen, Ateliernachrichten. Als farbige Beilage außerhalb des Textes: Moderne Broschen nach Entwurf von O. M. Werner, ausgeführt von I. H. Werner, Hofjuwelier in Berlin. Daneben eine große Anzahl Vollbilder und Illustrationen im Texte.
Empfehlenswerte Lektüre für die Frauenwelt! Vor uns liegt das erste Heft des neuen Jahrganges der illustrierten Frauenzeitung ,,Die Praktische Hausfrau" (Verlag von Adolph Wolf in Dresden). — Die Einführung neuer Rubriken, wie „Häusliche Warenkunde", „Die Kunst, sich elegant und modern zu frisieren", „Frauenleben und Frauenarbeit", „Neues und Bewährtes für Haushalt und Familie", sowie die bemerkenswerte Erweiterung des der Mode und den Handarbeiten gewidmeten, mit ausgezeichneten Abbildungen versehenen Teiles find ein neuer Vorzug des kräftig aufblühenden Blattes. Die bewährten Abteilungen „Das goldene Hausbuch", „Die gute Mutter", "Unser Hausarzt", „Für die junge Welt" sind auch jetzt wiederum durch eine Menge gemütvoller, belehrender Artikel und erprobter Rezepte vertreten. — Es ist erstaunlich, wie es möglich ist, für den niedrigen Preis von 10 Pfg. für ein Heft so Vorzügliches zu dielen und dabei doch so vielseitig zu sein. _____
Magisches Quadrat.
(Nachdruck verboten.)
—— In die Felder nebenstehenden Quadrates sind
die Buchstaben a a, c, e e e e, h h, 1 1 1 1, r, ] s s derart einzutragen, daß die wagerechten und ___ senkrechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. Ein Haustier.
-- 2. Biblische Bezeichnung.
3. Jagdbares Wild.
---- 4. Stadt in Baden.
(Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer:
Weiß Schwarz
1. D c 1 — a 1. Beliebig.
2. 8, D oder T setzt matt.
Pchsktou: 6, Burkhardt. — SrwS und Verlag der Brühl'schen U»i»ersttStr-B«ch. und Stemdrnckerei (Pietsch Erben) in Siegen,


