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Stärke der herzustellenden Cakes erhalten. Diese riesigen Teigblätter gleiten dann unter einer ganzen Reihe von Stanzen dahin, welche bei jeder Bewegung der Maschine, bei jeder Umdrehung der Walzen zugleich Hunderte kleiner Kuchen ausstanzen und formen. Sie marschieren tadellos, in dichten Reihen gedrängt auf Blechen und für den Ofen bereit, aus der Maschine hervor. Eine solche Maschine bringt bei zehnstündiger Arbeitszeit nicht weniger als 2% Millionen Cakes fertig. Infolge dieser gleichmäßigen Behandlung der ganzen Teigmaffe in den Rühr-, Knet- und Stanzmaschinen gehen die Cakes schließlich in absolut gleichen Formen aus dem Mechanismus hervor. Aber nun müffen sie auch der gleichen Temperatur und einer möglichst gleichmäßigen Hitze ausge­setzt werden, um ihre gefällige Form zu bewahren und gleich gelb oder bräunlich getönt aus dem Ofen zu kommen.

Diese Backöfen sind angeheizte Kammern, durch welche die Cakes auf Blechen, in Reihen geordnet, langsam htndurch- gezogen werden und zwar derart, daß den ganzen lieben langen Tag aufKetten ohne Ende" ruhende Bleche an der Vorderöffnung in den Ofen eintreten, um ihn am anderen Ende zu verlaffen. Die Geschwindigkeit der Bewegung und natürlich auch die Temperatur kann je nach der Beschaffenheit des zu erzielenden Gebäcks reguliert werden. Dieses gelangt endlich nach den Packsälen, um in vielen Tausenden von Büchsen und Kästchen die Fabrik zu verlassen.

Man hat berechnet, daß eine englische Fabrik, welche nur 2000 Arbeiter beschäftigt, also noch nicht zu den größten zählt, zur Beschaffung der Milch ständig etwa 750 Kühe nötig hätte. Nicht weniger als vierzigtausend Hennen müßte das Etablissement in Anspruch nehmen, um den nötigen Jahresbedarf an Eiern zu decken. Die Fabrik empfängt jährlich nicht weniger als 1200 Waggonladungen Mehl und 500 Wagen Zucker. Füge ich hierzu noch die Berge von Korinthen, Marmeladen, Zitronat, Gewürzen und all die anderen leckeren Dinge, so haben wir ein ganzes Schlaraffen­land, in welchem gerade noch die gebratenen Tauben fehlen.

Diese bedeutsame Entwicklung der Cakes-Industrie aus ganz bescheidenen Anfängen beweist uns, daß es nicht immer die kostbaren Erzeugnisse sind, welche der Industrie eines Landes große Kapitalien eintragen. Das Kleinste, scheinbar Unbedeutende, das wir achtlos behandeln oder als etwas Selbstverständliches hinnehmen, kann in der Industrie gerade eine ganz hervorragende Rolle spielen. Und wie in der Natur die kleinsten Lebewesen eine Macht bedeuten, mit der wir rechnen müssen, so giebt es auch in der Industrie eine Macht der Kleinen", welche sich zu einer Großmacht aus­wachsen kann wie die Cakes.

Gemeinnütziges.

Um Lever auf seine Qualität zu prüfe«, lege man ein kleines Stück des in Frage kommenden in Essig. Wird durch das Liegen des Leders in dem Essig die Farbe nur etwas dunkler, ohne sich sonst zu verändern, so ist das Leder vollständig gegerbt. Ist das Leder jedoch nicht voll­kommen mit Tannin imprägniert, so schwellen die Fasern in kurzer Zeit stark an und das ganze Stückchen Leder ver­wandelt sich nach und nach in eine gelatinöse Masse.

Oefundyeitspflege.

Die Tomaten (Paradiesäpfel). Die Verwertung der Tomaten ist, wie derPraktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, eine äußerst mannigfaltige, sowohl im frischen Zu­stande, wie im präservierten. Manche Leute müssen sich erst an den Geschmack gewöhnen, dann kann man sie aber jeden Tag effen, ohne Ueberdruß zu bekommen. Ferner verdient noch hervorgehoben zu werden, daß die Tomaten anregend

auf die Leber wirken. Wer über eine träge Leber zu klagen hat, dem wird der Genuß von frischem oder gekochtem Obste empfohlen, allein die Tomaten bilden eine noch wirksamere Diät, da man nicht, wie beim Obstgenuß, eine gewisse Grenze einhalten muß. Kl.

Vermischtes.

Die Beglückwünschungen beim Niese«. Der ge­lehrte Aristoteles glaubte deren Grund in der religiösen Ver­ehrung des Kopfes, als des vornehmsten Körperteils, zu finden. Nach einer andern Sage hielt Prometheus dem neuge­schaffenen Menschen einen Sonnenstrahl unter die Nase, das Leben gab sich durch Niesen kund, Prometheus rief in seiner Sprache prosit, und der erfreute Mensch vererbte diesen Glückwunsch auf seine Nachkommen. Nach Ueberlieferung der Rabbiner führte Gott nach der Schöpfung das Gesetz ein, daß der Mensch im Leben nur einmal, und zwar kurz vor seinem Tode, niesen solle. Der ebenso schlaue wie fromme Patriarch Jakob bat um eine andere Todesart, wurde erhört, nieste und starb nicht. Nach dieser Abweichung vom alten Brauch rief man, so ost jemand nieste:Wohl bekomme es!" Bei den alten Griechen war das gebräuchliche Kompliment: Lebe!" oderJupiter hilf!", bei den Römern:Salve!" Die Quäker sind die einzigen unter allen bekannten Erdbe­wohnern, welche diese Gewohnheit nicht befolgen. Sonst findet man den Glückwunsch in allen Weltteilen. Niest der König von Monomotapa, so freut sich die ganze Stadt mit Beten und Rufen. Nieste der Kazike von Gnachoja, so neigten sich die Indianer vor ihm und baten die Sonne, ihren Fürsten zu schützen. Bald mischte sich der Aberglaube mit ein: Wer morgens beim Aufstehen nieste, befürchtete einen Unfall, in den Stunden von Mittag bis Mitternacht war es gut und Glück verkündend, in den übrigen wieder Unglück verheißend. Noch jetzt heißteine Sache beniesen" soviel wie deren Wahrheit bekräftigen. Einer Dame zu sagen, daß die Liebesgötter bei ihrer Geburt geniest" hätten, war eine feine Schmeichelei bei den griechischen und römischen Dichtern. Als Penelope ihren Freiern den Korb gab und die Götter um Ulysses' Rückkehr anflehte, nieste Telemach so heftig, daß das ganze Gemach davon erschüttert und Penelope davon hoffnungsvoll gestimmt wurde. Als Xenophon seine Armee zu einem gefährlichen Entschluß aufforderte, nieste ein Soldat heftig, worauf das erfreute Heer den Götten Dankopfer brachte. Wenn in unserer nüchternen Zeit auch vielfach das Beglückwünschen beim Niesen nicht mehr als anständig gilt, so wollen wir doch die uralte Sitte nicht ver­achten. Denn das Niesen ist meistens ein Zeichen kräftiger Gesundheit und wird in mancher schweren Krankheit als eine glückliche Krisis angesehen. AlsoHatzi!"Prosit!"

Bilderrätsel.

Nachbildung verboten.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriph in voriger Nummer: Tauber, Ander.

Sebastian: <$. Burkhardt. Sruck und Verlag der Brühl'schen UniversttSts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.