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gewann in der nicht mehr bestehenden Wäscherei Waldecks- Piant einen 2821/a Karat schweren Stein, welcher von sehr lichtgelber Färbung war und unter dem Namen „Stewart" bekannt wurde. Der größte Diamant, den man bisher überhaupt gefunden hat, wog 428 y2 Karat- er wurde von einem Eingeborenen gestohlen, nachher aber wieder entdeckt.
Obwohl die Entwendung von Diamanten mit vielen Jahren Zuchthaus bestraft wird, werden unzählige Edelsteine entwendet, und man wird sich vorstellen können, daß die Ueberwachung der Arbeiter der Gesellschaft ganz außerordentliche Schwierigkeiten bereitet. So erzählte O. Kalk- Reuleaux im „Prometheus" (Jahrgang 1896), daß Diamanten bis zu 70 Karat einfach verschluckt und nachher wieder auf natürlichem Wege aus dem Körper ausgeschieden werden. Als beste Hilfe fand man die streng durchgeführte Kasernierung aller Angestellten und deren Ueberwachung bei den intimsten Verrichtungen.
Ich sagte schon, daß neben den vier großen Gruben die zahlreichen kleinen für den Welthandel nicht sehr ins Gewicht fallen- aber eine derselben muß doch noch hervor- gehobcn werden- es ist diejenige von Wesselton, welche erst 1890 entdeckt wurde, obwohl sie der Du Toitspan - Grube sehr nahe liegt. Die Gesellschaft erwarb sie von dem früheren Eigentümer H. A. Ward für 10 000 000 Mark. Der Abbau ist hier noch nicht so sehr beschwerlich und der ganze Arbeitsprozeß kürzer und einfacher, da man cs hier noch mit dem Abbau der obersten Schichten, der „gelben Erde", zu thun hat. Die Diamantfelder am Vaalflusfe erstrecken sich auf einen Umkreis von etwa 100 Kilometer- es find mächtige eisenhaltige Kiesschichten, in denen man meist kleinere, aber sehr schöne Diamanten findet.
Nach einer zuverlässigen Berechnung von Theodor Reunert sind seit der Entdeckung der Diamantfelder im Jahre 1867 weit über 70 000 000 Karat Diamanten im Gesamtwert von 2 000 000 000 Mk. abgeführt worden. Das ist ein Sümmchen, welches vollkommen den Eifer rechtfertigt, mit welchem hier Tausende von Menschen unablässig nach Schätzen graben. Einstweilen ist der Diamantreichtum dieses Bodens noch lange nicht erschöpft, wenn er sich auch mit dem Goldreichtum dieses merkwürdigen Landes keineswegs zu messen vermag. ___________
Gemeinnütziges.
Iür die Küche.
Grünkorn - Suppe. 10 Personen. BereitungSzeit 21/2 Stunden. Zuthaten: 350 Gramm Grünkorn, 80 Gramm Butter, 3/4 Liter Wasser, 2*/2 Liter gute Brühe aus Liebigs Fleisch-Exktrakt, 3 Eidotter, Salz nach Geschmack, zwei bis drei würflig geschnittene, geröstete Weißbrötchen. Die gut verlesenen Körner werden in lauwarmem Wasser gequirlt, abgegosien, mit 3/4 Liter Wasser und der Butter auf's Feuer gesetzt, unter öfterem Umrühren 2 Stunden gekocht, so, daß sie bei gelegentlichem Zugießen langsam weich werden. Durch ein Sieb getrieben, bringt man sie nun, mit der Bouillon aus Liebigs Fleisch-Extrakt vermischt, zum Kochen, zieht die Suppe mit den Eidottern ab, und giebt sie mit den Semmelwürfeln auf den Tisch.
Savoyer Kohl mit Bauchspeck. 10 Personen. Bereitungszeit 2J/2 Stunden. Zuthaten: 4 mittelgroße Kohlköpfe, 1 y2 Kilo magerer Bauchspeck, 125 Gramm durchwachsener Speck, 100 Gramm Butter, 2 Zwiebeln, 2 scheibig geschnittene Wurzeln, 20 Gramm aufgelöstes Liebigs Fleisch- Extrakt, einige ganze Pfefferkörner. Salz nach Geschmack. Nachdem man die schlechten, äußeren Blätter der Kohlköpfe abgebrochen hat, schneidet man einen jeden in 4 Teile, entfernt die dick hervorstehenden Rippen und kocht den Kohl, in siedendes Wasser geworfen, halb weich. Ist dies geschehen,
thut man ihn in kaltes Waffer, drückt die Blätter zwischen Tüchern aus und formt von denselben etwa eigroße Röllchen, die nebeneinander in eine Kasserole gelegt werden, deren Boden man mit dem scheibig geschnittenen Speck, den Wurzeln, Zwiebeln und Gewürz bedeckte. Ferner giebt man die Butter, das in Vs Liter Wasser aufgelöste Liebigs Fleisch - Extrakt hinzu, legt die noch übrigen Speckscheiben oben auf, schließt das Geschirr mit einem gut passenden Deckel, auf den man auch glühende Holzkohlen schütten kann und dämpft den Kohl langsam gar. Kranzförmig auf eine Schüssel arrangiert und mit dem besonders gekochten Bauchspeck garniert, giebt man in die Mitte kleine gebratene Kartoffeln. Gut zubereitet ist dies Gemüse außerordentlich kräftig und wohlschmeckend.
Brennekam: Gotteswege und Merrschenwege. 6 Erzählungen, 136 S., Verlag der Berliner Stadtmission, Berlin SW Johanniterstr. 6. Brosch. 1 M„ geb. 1,80 Mk. Echt volkstümliche Geschichten, die uns hincinschaucn lassen in das Fehlen und Sündigen der Menschen und in die Tiefen der Gottesgnade, in das Menschenhcrz, das seinen eigenen Weg anschlägt und in das Gottcsherz, das alles zum Besten zu lenken weiß. Bald tritt uns ein heiliger Ernst entgegen der uns Thränen des Mitleids in die Augen treten läßt, bald begegnen wir einem köstlichen Humor, der uns Frcudenthräncn vergießen läßt. Das Buch ist in erster Linie für Gemeindcbibliotheken, aber ebensowohl zur Familienlektürc geeignet.
Robert Wen dl and t: Die steinernen Tafeln. Zehn Erzählungen zu den zehn Geboten, 138 S. Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin SW., Johanniterstr. 6. Brosch. 1 M.', ge6. 1 M. 80 Pf. Der Verfasser ist ein noch jugendlicher Schriftsteller, dem wir aber in vielen Tageszeitungen und Erbauungsblättern schon begegnet sind. Er führt uns am liebsten Gestalten aus dem Volk vor: Die Zeichnung der Charaktere gelingt ihm stets ganz vortrefflich, seine Darstellung ist klar und volkstümlich. Das religiöse Moment tritt in den vorliegenden Erzählungen nicht besonders hervor, aber der ganze Aufbau ruht auf dem Grunde des Christentums. Das Buch wird um so mehr wirken, je weniger es die Tendenz hervortrcten läßt. Das Buch ist Ernst von Wildenbruch, von dem der Verfasser offenbar viel gelernt hat, gewidmet.
Weihnachtsglocken. Erzählungen von Ernst Evers. Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin WS., Johanniterstr 6 44 Hefte L 10 Pf, 100 Hefte gemischt 7 SJlt. Soeben sind in dieser L-ammlnng neu erschienen Heft 41, Die Mutter und die Stiefmutter. 42. Dunkle und helle Weihnachten. 43, Bei den Kindern. 44, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf. Die Weihnachtsglocken sind in Hundert- tausendcn von Exemplaren verbreitet und werden in Sonntagsschulen und Vereinen stets mit Freuden aufgenommen werden nicht nur um ihrer vortrefflichen, echt volkstümlichen Darstellung, sondern auch ihres reichen Bilderschmucks wegen. Die neuen Hefte sind in hübschem farbigem Umschlag erschienen; Heft 43 zeichnet die Gefahren des großstädtischen Lebens, Heft 44 giebt das Lebensbild des Stifters der Brüdergemeinde dessen zwcihundertjährigen Geburtstag wir im nächsten Jahre feiern werden.
Kinderspiegel. Von E. Hübner, neu hcrausgegebcn von Ernst Evers. 6 Hefte je 16 Seiten, im bunten Umschlag. Preis ä Heft 5 Pfg., 100 Hefte gemischt 4 Mk. Berlin, Johanniterstr. 6, Buchhandlung der Berliner Stadtmission. — Kleine allerliebste Geschichten fürs Alter von 6 bis 12 Jahren. Zu Bescherungen in Schulen, Sonntagsschulen re. sehr geeignet.
Kapseli-ätsel.
(Nachdruck verboten.)
Aus dem ersten und dem letzten der folgenden Wörter sind je drei ans jedem der übrigen Wörter zwei zusammenhällgendc Buchstaben zu entnehmen, sodaß sich daraus ein Sprichwort ergießt.
Feuerschein - Zugvogel — Ballkleid — Musiklehrer — Seebad — Kuckuck — Bachstelze — Handtuch — Distel — Gertrud — Sinic — Kaninchen — Reitgerte — Fixstern.
Auflösung folgt in nächster Nummer.
Auflösung des magischen Dreiecks in voriger Nummer:
RUBEL
URAL
BAN
E L
L
Redaktion: ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


