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f S kann die Ehre dieser Welt Dir keine Ehre geben, Was dich in Wahrheit hebt und hält, Muß in dir selber leben.
Wenn's deinem Innersten gebricht An echten Stolzes Stütze, Ob dann die Welt dir Beifall spricht, Ist all' dir wenig nütze.
Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm Magst du dem Eitlen gönnen; Das aber sei dein Heiligtum: Bor dir bestehen können. Theodor Fontane.
Nachdruck verboten.
Der Gylfenhof.
Kin« Erzählung von P. Ditfurth.
(Fortsetzuirg.)
XV.
Mechanisch ging sie alsdann durch die Glasthüre nach dem Korridor, da blieb fie stehen. Was wollte sie denn und wohin?
Die Rose war ihr entfallen, sie wollte sie holen, und weshalb? Sie wußte es nicht.
Es fiel ihr ein, daß des Konsuls wegen die Hintere Korrtdorthüre geschlossen war, damit er nicht gestört werde, und sie kehrte um. Da flog die Thüre hinter ihr auf, und der Nachtwind zog mit leisem Sausen durch das letzte offene Fenster herein.
Das junge Mädchen richtete ihre Schritte dahin und schloß die Thüre von außen, dann ging sie die Treppe hinab.
In dem Bogengänge blieb sie stehen und schaute durch das Fenster in das Wetterleuchten, das immer Heller auflohte.
Es war so still und öde hier unten, man hörte nicht die Lust und Fröhlichkeit, die oben herrschte.
Die Thür, die aus dem Gange unmittelbar ins Freie führte, stand halb offen, sie wurde sonst selten benutzt und war meist verschlossen.
Seltsam, daß Renata das so ausfiel. Leise trat sie hinaus. Ueberall Stille und Dunkel, nur von dem Wetterleuchten unterbrochen. Die Grillen zirpten nicht mehr im Grase, und die Leuchtkäfer hatten sich verkrochen.
Dort lag der Rosenzweig, Renata hatte ihn längst wieder vergeffen.
Ein Windstoß fuhr durch die Bäume, daß fie aufrauschten.
Renata schlug einen schmalen Seitenweg ein, der durch eine dichte Weißdornhecke begrenzt war und auf die Terraffe mündete. Hohes Boskett schloß letztere ab, und als das einsame junge Mädchen sich demselben näherte, kam es ihr noch dunkler und dichter vor.
Sie erschrak, als sich ein Schatten davon löste und eine tiefe, gedämpfte Stimme neben ihr sprach.
Es war der Konsul/ der aufflammende Himmel zeigte ihr sein weißes, unbedecktes Haar und seine seltsam leuchtenden Augen.
„Es ist gut, daß Sie kommen/'' Sie lösen Ihr Wort ein und führen mich, wohin ich will," sagte er wie im Triumphe und suchte ihre Hand zu fassen.
„Herr Konsul, kehren Sie in das Haus zurück," rief Renata entsetzt/ „das Gewitter bricht gleich los, hören Sie nicht den Donner?"
„Ja wohl höre ich ihn," rief er mit funkelnden Augen, „es ist mir gerade recht! Und nun kommen Sie!"
„Nein, Sie dürfen nicht, Sie sollen nicht!" sagte Renata aufgeregt.
„Was?" murrte er sie an, „sind Sie auch falsch, wie die andern? Sie halten den alten Mann zum besten mit Ihrem Versprechen/ auch gut, ich werde allein fertig, ich werde ihn finden/ nickte er unheimlich siegesgewiß. Er hielt dem jungen Mädchen die geballte Hand dicht vor das Gesicht, daß sie entsetzt zurückwich. Aber fie mußte handeln und durfte den irren Greis nicht allein lassen.
Entschlossen faßte sie ihn an seinem Arme, aber er stieß sie hart zurück.
„Kommt Ihr mit Euern Fesseln und wollt mich wahnsinnig machen? ' knirsche er, dann lachte er spöttisch auf und war plötzlich verschwunden.
Das erschreckte Mädchen hörte seine schweren, aber dabei doch fluchtähnlichen Schritte auf der Terrasse. Der Gedanke durchblitzte sie, daß er den Gartenthürschlüffel habe, er mußte sich alle Schlüssel angeeignet haben. Er steuerte, wie es schien, auf die kleine Pforte zu, und Renata eilte ihm nach/ vielleicht kam sie ihm zuvor und konnte seine Flucht, die er wohl vorbereitet hatte, verhindern. Doch die Aufregung verlieh dem alten Manne jugendliche Rüstigkeit/ als sie sich der Thüre näherte, drehte er den Schlüssel schon im Schloß, ihre Kräfte waren zu schwach, er stieß sie mit einem unter-


