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Mann eigentlich an die Entschleierte gebunden, auch wenn es eine andere ist, es -müßte denn diese selber ihm die Freiheit schenken, worauf sich der junge Mann mit einem Geschenk von nicht unbedeutendem Werte erkenntlich zeigt. Hat er jedoch die Flamme seines Herzens getroffen, so umhüllen sich beide mit dem Schleier und gehen unter Musikbegleitung zum Hause der Eltern, um deren Einwilligung und Segen zu erbitten.

Vermischtes.

Das größte Krarrkenhans der Welt besitzt Moskau. Es ist das dortige Kindcrhospital, das im Jahre 1764 gebaut wurde und nicht weniger als 7000 Betten besitzt. An jedem Tage werden ungefähr vierzig Kinder ausgenommen; im Lanfe eines Jahres gewährt das Krankenhaus gegen 15000 Patienten Unterkunft, 96 Aerzte und 900 Wärterinnen sind in diesem Riesenhospital thätig.

Litterarifehes.

Phantasien zur Jahrhundertwende.

Sechs Künstlerpostkartcn von A. Wimmer.

Verlag von Dr. Trenkler & Co. Leipzig.

Binnen kurzem holt der Hammer an der großen Zeitenglockc zu gewaltigem Schlage aus, es endet das alte Jahrhundert, das neue hebt an. Ein zauberhaftes Rühren durchzittcrt die Menschheit: eine Spanne voll gewaltigen Inhalts vollendet sich, wir stehen an einer neuen Epoche der Geschichte! Was bringt das nächste Säkulum?

Dem Künstler hat sich diese Andacht desheiligen Jahres" ge- offenbart und er hat sic in buntenPhantasten zur Jahrhundertwende" zn kleinen feinen Kunstblättern verdichtet zu Ehren der neuen Zeit auch mit neuem Griffel.

1. Die Zeit. Die Zeit, die Nicmüde, Nimmerrastende, mit blitzendem Stahlroß zur Hand, verkündet mit dem Stundenglas die Wende des Jahrhunderts. Was wird dir das neue bringen, du holdes, flinkschaffendes, blühendes Kind am Nährad? Was brachte das alte den Ahnen?

2. Geschichte Politik. Mit rauschendem Flügelschlag tritt der Zeitengenius zur Muse der Geschichte, die an der Janusherme ruht, um ihr einen frischen Band statt des vollendeten zu reichen, dessen Helden unsere Erinnerung füllen. Dahinten dieZukunft auf dem Meere" neuer Marktplatz, neuer Wahlplatz I

3. Wissenschaft. Golden beleuchtet die strahlende Sonne der neuen Zeit die thronende Frau, die Wissenschaft nicht Magd Herrscherin! Sic macht den Blitz zur Maschinenkraft und zum sprechenden und druckenden Boten, sie macht die Nacht zum hellen Tage, sie bannt die Unholde der mordenden Seuchen ins Glas, sie zwingt die Elemente zum Gehorsam, und was sie erdacht, das wird an den rauchenden Feuern zn Gold.

4. Kunst und Handwerk. Vereint steht die schaffende Kunst mit dem mächtigen Handwerk, beiden spendet der Zeitencngel den schwer errungenen Ehrenlohn für rüstiges Schaffen, dessen Ruhm ewige Denk­mäler künden.

5. Weihnachten. Schon unter'm Tannenbauni erscheint der Zeitenengel und verkündet Freude. Hundertmal kam Weihnachten, hundertmal kommt das herrliche Fest mit dem Sterncnschein ans schneeiger Flur, mit dem Lichterglanz, der ihnen allen das Herz öffnet, dem sorgenden Alten, der zärtlichen Mutter, dem jubelnden Sprossen.

6. Sylvester. Und wenn die letzte Stunde des Jahrhunderts ertönt, dann sind alle die Gestalten desselben zur frohen Sylvesterfeier vereint, und wie sie die Gläser erheben, da kommt mit frohem Antlitz auch die neue Zeit herein mit anzustoßcn:

Ein glückliches, frohes Jahrhundert!

Die eigenartigen Blätter zeugen von einer tiefen Empfindung und einem sorgfältigen Eingehen auf die Einzelheiten man kann dieselben studieren. Formen und Farben sind maßvoll modern und machen dem Künstler wie dem Drucker Ehre. Nichtleichte Ware für alle", werden die farbenfreudigen Kärtchen im kunstsinnigen Familienkreise Aufnahme in die Sammlung finden.

In gleichem Berlage erschienen: Erittttsrungerr aus dtM alten Jahrhundert. Acht ebenfalls recht ansprechende Künstler- Postkarten.

Lebende Bilder aus dem Reiche der Tiere. Augen­blicksaufnahmen nach dem lebenden Tierbestande des Ber­liner Zoologischen Gartens. Herausgegeben und mit erklärenden Unterschriftsätzen versehen von Dr. L. Heck, Direktor des Berliner Zoo­logischen Gartens. In Prachtband gebunden, mit zirka 200 Illustrationen. Qnerfolio (Werner Verlag G. m. b. H., Berlin, Eguitable-Gebäude). Preis 10 Mk.

Ein Geleitwort des Autors.

Was wir wollten, hatte ich bereits im Vorwort dargelegt. Dürfen wir heute sagen, daß wir es erreicht haben? Ich glaube ja. Wenn man nur das Werk so auffaßt, wie es gedacht und gemeint ist. Es kann und soll keine systematische Naturgeschichte, keinTierreich" sein, sondern

nur Bilder ans diesem Reiche bieten, diese aber so groß und lebendig, daß sie auch den fesseln, der sich sonst wenig oder garnicht um Tiere kümmert. Ich habe mir mit unserem Werke keine geringere Aufgabe gesetzt, als der Tierwelt, der mein eigenes Leben und Streben gehört, neue Freunde zu gewinnen und so eine Quelle idealer Interessen nnd reiner Freuden allen denen zu eröffnen, die das städtische Knlturleben mit seinem Hasten und Treiben der Natur entfremdet hat. Ich schmeichle mir: wem unsere nicht nur ausnehmend großen, sondern auch wirklich lebenden", von lebenden Tieren genommenen Bilder vor Augen kommen, der wird sie nicht achtlos wcglegcn, sondern unwillkürlich näher ansehen. Und ist er erst so weit, dann wird er auch lesen, was unter dem Bilde steht, und dann haben wir gewonnen. Deshalb ist wohlbedacht der Text so kurz, daß man nicht einmal umzublättern braucht, im leichtesten Plauderton gehalten. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß nichts drin steht", im Gegenteil: in dieser Bcziehnng glaube ich mit ruhigem Gewissen der öffentlichen Kritik entgegensetzen zu dürfen. Habe ich mich doch redlich bemüht, nicht nur das Bild beschreibend zu ergänzen, wo dies nötig erschien, sondern auch Unterhaltsames und Belehrendes aus meiner tiergärtnerischen Erfahrung mitzutcilen, ja sogar allerlei Fragen zu streifen, die einen anregenden Einblick gewähren in die Lücken und das Vorwärtsschreiten unserer Kenntnis der dargestellten Tierformen. So bieten wir, glaube ich, auch demjenigen etwas, der schon zur Gemeinde der Tierfreunde gehört, Brehms Tierleben oder das Naumannsche Tierreich" wirklich im Geiste, nicht blos im Bücherschränke besitzt. Dem­entsprechend habe ich von vornherein die Auswahl der Bilder getroffen: neben denberühmten Größen" der Tierwelt, die nicht fehlen durften, sind mit Absicht solche Arten bevorzugt, die man nicht überall abgebildct findet, und bieten unsere zusammengestelltenLebenden Bilder" so eine hoffentlich recht vollkommene Ergänzung zu den verbreiteten systematischen Werken über Tierkunde. Gerade in dieser Beziehung hilft der reiche Tierbestand des Berliner Gartens, wie kein anderer, etwas Außerordent- liches zu leisten, und so kann ich wahrheitsgemäß feststcllen, daß dieses Werk von Dutzenden hochinteressanter Tiere die erste anthentische, weil nach dem Leben photographierte Darstellung bringt, ja: von einer ganzen Anzahl Seltenheiten überhaupt die erste zuverlässige Abbildung. Und deshalb glauben wir schließlich das macht unsern größten Stolz aus selbst bei den offiziellen Vertretern der strengen Wissenschaft auf Beachtung und Anerkennung rechnen zn dürfen. Blätter wie der persische und der Mantschurenleopard (S. 82 und 83), der deutsch-ostafrikanischc und der vorderindische Leopard (S. 180 nnd 181) möchte ich aus voller Ueberzcugung nicht nur für vollendet schöne Tier­bilder halten, die an Schärfe und Lebenswahrheit nichts zu wünschen übrig lassen, sondern anch für zuverlässige, wissen sch östliche Urkund en, die dem Systematiker für sein vergleichendes Studium und seine wissen­schaftlichen Forschungen überhaupt eine sichere Unterlage bieten. Gleiches gilt für den deutsch-ostafrikanischen Löwen (S. 143), den ostsibirischen und persischen Tiger (S. 49 und 157), die drei prächtigen Wildrinder Südasiens, Banteng, Gaur und Gayal (S. 60, 81 und 172), den Elbe-Biber (S. 79), der bald von der Erde ganz verschwunden sein wird, den südarabischen Wolfsschakal und den mexikanischen Präriewolf (S. 165 und 164), die Fossa oder Marderkatze von Madagaskar (S. 177), den isländischen Jagdfalken (S. 35), den Branickischen und den Ricsen-See- adler (S. 22 und 34), den Einlappkasuar aus Deutsch-Neu-Guinca (S. 41), den Massaistrauß aus Deutsch-Ostafrika (S. 175), den Weiß­nackenkranich (S. 13), den Baßtölpel (S. 112), den Nashorn-Pelikan (S. 64), das Gabelschwanzhuhn (S. 145) und viele andere seltene und merkwürdige Tiere mehr. Mannigfache anerkennende Zuschriften solchen Inhalts sind bereits in meinen Händen und so meine ich, ohne unbe­scheiden zn fein, dürfen wir hoffen, daß unsereLebenden Bilder" nicht nur als willkommene Festgabe in Tierfrenndlichen Familien, sondern auch in Museums- nnd andere Fachbibliotheken Einlaß finden werden.

______________ Dr. L. Heck.

Bilderrätsel.

(Nachbildung verboten.)

&

|Ö,

9

AW

(Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Schachaufgabe in voriger Nummer:

Weiß. Schwarz.

1. L d 8 b 6. Beliebig.

2. 8 c 5 b 7, d 7, e 6, d 3, b 3 oder a 4 -f und matt.

UebMon: ®. Burkhardt. »ruck und «erlag der Brühl'scheu Uni»ersttSt«-Bvch° und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen,