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Druck auf die seine, die den Zügel führte. Die Pferde I fort war er, mit mächtigen Sätzen die Stufen der Treppe

nehmend.

dem kleinen Bahnhof eines Landstädtchens und wartete auf

barten Oesterreich wenig gekannt und nur in wenigen Familien liebevoll geschmückt, ist er seitdem ein Gemeingut aller Deutschen geworden, und auch fremde Nationen, selbst die romanischen Völker diesseits und jenseits des Ozeans können sich dem Zauber unserer Weihnachtsfeier, wenn sie die­selbe einmal miterlebt, nicht entziehen und feiern das Fest, welches längst aufgehört hat, die ausschließlich kirchliche Feier der Geburt des Heilandes zu sein, als das, was es uns ist, als die Verherrlichung des glücklichen gesegneten Familien­lebens.

Trotzdem ist es nicht uninteressant, einmal in schneller Rundschau zu überblicken, wie andere Völker das Christfest begehen.

Reisen wir zunächst nach England. Dank seiner isolierten, insularen Lage und der Konzentration des Familienlebens aus die Räume der Häuslichkeit finden sich die Sitten des Volkes, die aus althetdnischer Zeit stammen, hier in einer Reinheit erhalten, wie wir sie fast nirgends wiedersinden. In Deutschland decken um die Weihnachtszeit meistens Schnee und Eis mit weißem Leinentuche die Erde, und die dunklen Nadelholzwaldungen sind fast das einzige, was uns in der Natur an Leben gemahnt. Daher wurde bei uns der Tannen­baum zum Symbol der Festesfreude. Im Lande der Nebel hat der Winter einen anderen Charakter- denn in dem von den wärmenden Fluten des Golfstromes umspülten Jnselreiche gehört Frost und Schnee zu den Seltenheiten. Das Weide­land und die weiten Wiesen gehen hier auch zur Zeit der kürzesten Tage nicht ihres Grüns verlustig- viele Baum- ! und Straucharten behalten sogar ihr Laub, und selbst die I Kamelie, die gehütete Blume unserer Salons, überwintert

den Sohn, der zum Fest kommen wollte. Und er kam. Aber er sah bleich aus, als er sich zu dem Mütterchen neigte, ein sehr ritterlicher Herr:Mein Junge, was fehlt Dir?" fragte sie bekümmert.Mir ist nicht sehr wohl!" gab er zurück und reichte ihr den Arm:aber sei unbesorgt- es wird vorübergehen. Ich habe zu oft laufen und rennen müssen. Es war angreifende Zeit."

Aber er blieb still und einsilbig auch am nächsten Tage, und die alte Frau grämte sich und in ihrem Gram putzte sie den Weihnachtsbaum auf und sah dabei verstohlen nach ihrem stattlichen Sohn hinüber, der in unruhigem Schlummer auf dem Sofa lag. Da hörte sie einen Namen- sprach er nicht im Schlaf den NamenHedwig"? Sie seufzte tief auf. Draußen rieselte wieder der Schnee in dichten Flocken, und von den Türmen läuteten sie jetzt das Weihnachtsfest ein. Da fuhr der Leutnant in die Höhe:Verzeih' Mutter - aber der Dienst greift an: Kann ich Dir helfen?" Und er half ihr freundlich.

So, nun laß nur, mein Junge," wehrte sie ihm-nun geh' erst noch in dieGoldene Tanne" und trink Dein Vesperschöpplein nach Deiner Gewohnheit, und dann zünden wir die Lichter an. Nun geh!"

Er küßte sie und ging. Sie sah ihm wehmütig nach Ihn drückt etwas!" Aber er war noch nicht lange gegangen und hatte eben unter den alten Bekannten sich niedergelassen, da kam das Mädchen ihm nachgelaufen:Herr Leutnant möchte schnell nach Hause kommen. Ein wichtiger Bries!" Er biß die Zähne zusammen und warf den Paletot um. Aufgeregt kam ihm die Mutter entgegen:Lauf auf die Post ein großer Geldbrtef!" rief sie außer Atem und

sprangen an und schüttelten die Glocken: j nehmend.

HanS", sagte sie schnell, und ihre Augen leuchteten I Der Baum brannte in strahlendem Glanz. Und in

ich habe dem lieben Gott ein stilles Gelübde gethan, ich | seinem Schein kniete ein Offizier vor seiner Mutter, die sein wollte zum Dank einem anderen Menschen eine Freude I Gesicht mit beiden Händen hielt. Sie hatte geweint, und machen- da hat Dich Gott ja wohl eigens zu mir gesandt: I noch dann und wann tropfte eine heiße Thräne auf seine ich bitte Dich, lieber Hans, laß mich ihm helfen." Sie sah I Stirn.O Mutter, Mutter," sagte er nur. Und er ließ prächtig aus in ihrer Erregung, wie sie mit den flehenden | das braunlockige Haupt in ihren Schoß sinken. Süßer Augen auf ihn sah. 1 Tannenduft flutete mit dem Lichtschein durch das Zimmer.

Aber Hedwig," fiel ihr der Bruder erschrocken ins I Nur stiller Friede überall. Leise knisterten die Nadeln am Wort:ich habe ja gar nicht daran gedacht, daß Du Geld I Baum.

hast- es ist noch zu ungewohnt! Und am wenigsten" IMutter," sagte er und hob das Gesicht und er

Sie legte die Hand auf die Zügel und hielt mit schnellem j sagte es ganz leise:Laß mich morgen Hinreisen, er ist zu Ruck die Pferde an.Hans, ich will es!" Ihr ganzes I Hause bei seinem Bruder, ich muß den Dank vom Herzen liebes Gesicht war Energie. I haben!"Fahr' mit Gott!" sagte sie und küßte ihn auf

Ich fahre keinen Schritt weiter, wenn Du mir diese i die Stirn.

Bitte versagst! Willst Du die 2000 Mark an seine Mutter I Am dritten Tage kam ein Brief aus dem Pfarrhause:

schicken? Ich weiß es: er hat eine und ist ihr einziger Sohn- 1Komme erst morgen und bringe Dir Hedwig mit. Wenn

er hat's mir erzählt - und er sprach mit Liebe von der alten I wir auch warten müssen, Gott hat mir viel zu Weihnachten

Frau. Ihr will ich die Freude machen- willst Du's ab- I geschenkt drum: Ehre sei Gott in der Höhe!"--

senden, das Geld, als in Deinem Namen?" j Daß das Geld von Hedwig gekommen, das hat er erst

Er sah ihr in die Augen. Er las darin-Du bringst I am Hochzeitstage als Hauptmann gehört.

mich nicht mehr davon ab!" Wie eine heilige, große Freude I ____________

lohte es darin. Und er las noch mehr! Noch hielt I

N auf Ihren Weihnachten In fernen Landen.

Hans lieber Bruder bitte!" Sie atmete tief. I Von vr. Theodor Adler.

Er knallte mit der Peitsche über die Pferde hin, die I ------ (Nachdruck verboten.)

heftig ansprangen.Ueberleg' Dir's noch!" sagte er kurz. I Untrennbar verbunden mit dem Weihnachtsfest ist in der Aber er kannte sie, mit ihrem feurigen Sinn und ihrem I Seele des Deutschen der Gedanke an Lichterglanz und Tannen­goldenen, barmherzigen Herzen. Und doch ging es wie ein j duft- der strahlende Baum trägt ein Stück des ernsten ger- Strom stiller Freude auch durch sein eigen Herz. Sie waren j mantschen Waldes in den vornehmen Palast der Reichen wie Kinder einer Mutter. 1 in die bescheidenen Wohnungen der Arbeiterfamilien, und

Als sie am Abend nach Hause fuhren, da sagte Hedwig | andachtvoll, mit weitgeöffneten, glückseligen Augen staunen unterwegs:Hans, Karl brauchst Du nichts davon zu sagen, I die Kleinodien des Hauses, die Kinder, alle die Herrlichkeiten daß Du nur für achtzehntausend Konsols gekauft hast - er I an, die ihnen treue Elternliebe beschert hat.

denkt in solchen Dingen anders als wir." j Die reizumfloffene Poesie des deutschen Weihnachtsfestes

Er drückte ihr die Hand unter der Schlittendecke. Ueber I sucht, wo immer Menschen auf dem weiten Erdenrund sich ihnen funkelten klar die ersten Sterne. Er war ganz, ganz I frohen Feiern hingeben, ihresgleichen und darum eroberte sich still. _ und zur selben Stunde stand eine alte Frau auf I der Christbaum auch von Jahr zu Jahr weiteres Terrain, dem kleinen Bahnhof eines Landstädtchens und wartete auf I Vor fünfzig Jahren selbst in dem stammverwandten, benach-