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f streute jeder in das Leben Des andern eine Blume nur, Dann würde manche Roscnspur Dies Dasein freundlich überweben. Tiedge.
Nachdruck verboten.
Pygmalion.
Novelle von Anton Frhr. von Perfall.
(Fortsetzung.)
Er lachte höhnisch auf und setzte seine stürmische Wanderung durch das Zimmer fort.
Marie starrte ihn sprachlos an. Sprach so der Vater zu seinem Kinde? Wie kam er dazu, an ihrer Liebe zu zweifeln.
Frau Opel unterbrach zuerst die peinliche Stille. „Was ärgern's Ihnen denn so, Herr Holaus? Meinen's denn, ich möcht' Unfried' stiften in Jhr'm Haus? Ein paar Tag wird's ja doch Zeit haben mit dem Fortgehen, für so viel Jahr, zwei Tag', is das z'viel, Herr Holaus — dann geh' ich ja."
„Sie gehen überhaupt nicht, sie bleiben!" herrschte jetzt plötzlich HolauS, vor ihr stehend bleibend, ste an. „Sie müssen bleiben! Oder habe i ch vom Fortgehen gesprochen? S ie haben davon gesprochen. Ste haben mir gewissermaßen gekündigt, nach sechszehn Jahren. Was habe ich denn so schreckliches von Ihnen verlangt? Daß Sie Marie in den Haushalt einführen? Ist das nicht notwendig, sehr notwendig für eine junge Dame? —Also, was haben sie denn? Haben Sie sich sonst über irgend etwas zu beklagen? Habe ich Sie nicht stets behandelt wie eine Angehörige des Hauses? Also!" -
„Oh, Du guter, lieber Papa!" jubelte jetzt Marie, ihren Arm um seinen Nacken schlingend, „ich wußte es ja, daß es Dir nicht Ernst war."
Er wehrte ihrer kindlichen Zärtlichkeit und löste leise ihre Arme.
„Geh' jetzt, Marie. Ich bin etwas erregt, ich habe einen geschäftlichen Verdruß gehabt, dann Deine Ankunft. Laß Dich nicht schrecken — und Sie kennen mich ja, Frau Opel."
Er trat zu der tiefbewegten Frau und reichte ihr die Hand.
„Nicht wahr, Sie bleiben, selbstverständlich! Ste sind mir ja jetzt notwendiger als je, mir und Marie, das wird Ihnen doch genügen."
„Ich wär' auch net 'gangen, Herr Holaus, noch net!"
Frau Opel lachte verschmitzt unter hellen Thränen, welche ihr über die Backen liefen.
Eben wollte sie mit Marie, die sich zärtlich an ihren Arm hing, das Zimmer verlassen, da trat Herrmann ein.
Er erschien um zehn Jahre jünger als der blasse, magere Holaus, in dessen Antlitz die Kämpfe der Jugend ihre herben Spuren zurückgelassen.
Die enganliegende Reittracht hob noch die geschmeidige Kraft seiner Glieder, dazu der wohlgepflegte, schwarze Schnurrbart, das feurige, schwarze Auge. Er glich eher einem lebenslustigen Kavalier, als dem routinierten Kaufmann, der er in Wirklichkeit war.
Ein frischer Luftzug schien mit ihm in den dumpfen, einförmigen Raum zu dringen.
Er verschloß mit ausgebreiteten Armen den Weg.
„Halt! Nicht ausgekniffen, Koustnchen. Hab' Dich ja noch gar nicht begrüßt. Einen Kuß setzt es wohl nicht mehr ab — oder ist's erlaubt, Hans?"
Er trat einen Schritt auf daS errötende Mädchen zu.
„Herrje, ich glaube gar, Du bist eifersüchtig! Na, dann lassen wir es vor der Hand.
Holaus lachte gezwungen.
„Du wirst doch einsehen, daß Marie kein Kind mehr ist."
„Und ob ich das einsehe! Aber, waS ich sagen wollte, Marie — oder muß ich von nun an Fräulein Marie sagen."
Er sah fragend auf Holaus.
„Bitte," erwiderte dieser förmlich.
„Na also! Ich fürchtete schon, daß mir auch das „Du" entzogen wird. Ich wollte nur sagen, daß mein ganzer Stall zur Verfügung steht, Du hast doch reiten gelernt während der zwei Jahre? Es war doch die Rede davon."
„Ich hatte keine Gelegenheit dazu," erwiderte Marie schüchtern.
„Eine nette Erziehung das! Aber das macht nicht-, das läßt sich rasch nachholen. Du hättest doch Lust dazu?"
„Oh gewiß, wenn Papa nichts dagegen hat."
„Na, das wäre noch schöner! Was soll ste denn anfangen hier, den ganzen Tag? Sprich doch, Hans!"
„Du bist mir etwas zu stürmisch, Franz, erwiderte dieser, sichtlich unangenehm überrascht durch diese neue Frage, die an ihn herantrat. „Ich kann mich doch nicht in der


