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Sie blickte zu ihm auf wie träumend mit zitterndem Herzen, zitternd in glückseliger Ahnung von etwas wunderbar Schönem.
Einen Augenblick lehnte der junge Mann stumm an der hölzernen Brüstung und starrte in die Dunkelheit.
„O diese köstliche Stille, sie bringt mich wieder zu mir selber," sagte er dann.
„Es kommt ein Gewitter," murmelte Renata.
„Nun, das ist mir recht," fiel er hastig ein, „Blitz und Donner ist mir lieber als diese Spannung, ich ertrage sie auch nicht länger." Er trat dicht vor sie hin: „Renata, helfen Sie mir mit Ihrer Klarheit, Ihrem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn, ich lege eine Lebensfrage in Ihre Hände mit festem Vertrauen, daß Sie fie friedlich lösen werden, wollen Sie?"
Sie neigte den Kopf und meinte, er müffe das Pochen ihres armen Herzens hören.
„Sie müssen es längst bemerkt haben," fuhr er fort, „wie es um mich steht, wie ich hin und hergezogen werbe. Ost werde ich zurückgestoßen, daß ich meine, es ist aus und doch fühle ich, ich kann nicht von ihr taffen." Er schwieg einen Moment, dann sprach er weiter: „Ich bin überzeugt, Sie kennen Frida besser als wir alle,- Ihr treues Festhalten ist mir eine Gewähr für das launenhafte Kind gewesen. Sprechen Sie, Renata, glauben Sie, daß Frida ein warmes, treues Herz hat, das herzlich zu lieben vermag?"
Renatens schmale Hand lag auf der Brüstung, sie zitterte, und ihr Gesicht war so weiß wie ihr Kleid.
Es war gut, daß sie an einer hölzernen Säule stand, fie lehnte fich ermattet daran und schloß einen Augenblick die Augen.
Ein flammender Schein fuhr über den Nachthimmel und erhellte sekundenlang die Umgebung.
„Die Lösung ein Wetterleuchten," sagte Renata leise vor sich hin.
„O, bitte, sprechen Sie, Renata," drängte Viktor und faßte ihre kalte Hand.
Er ahnte nicht den Kampf, der hier vor ihm während weniger Minuten durchgerungen wurde.
Renata segnete die dunkle, dunkle Nacht.
Es lag in ihrer Hand, einzugreifen in diese zwei Menschenschtcksale und in ihr eigenes. Ein Wort von ihr, und Viktor wandte fich vielleicht auf immer von Frida ab.
Wieder flog ein Leuchten über den Himmel und drang bis in ihre dunkle Seele,- es zeigte ihr, wie weit fie gekommen.
„O Gott, wo bin ich?" seufzte sie.
Sie richtete sich auf mit herber Energie und sagte mit leiser, aber fester Stimme: „Legen Sie diese Lösung in Gottes und nicht in meine schwachen, irrenden Hände. Aber das sage ich aus voller Ueberzeugung: Frida hat ein Herz, und Sie werden es finden, wenn die echte Treue arbeitet und das Unkraut niederschlägt. Scheiden Sie jetzt, so geschieht es im Trotz, und das trägt auch Ihnen bittere Früchte."
„Und mein Mannesstolz?" fragte er.
„Den wird sich die rechte Siebe stets bewahren. Sie werden den Weg besser finden, als ich ihn weisen kann. Verlangen Sie nicht mehr von mir," schloß sie beinah flehend mit sinkender Stimme.
Sie legte die Hand an die klopfende Schläfe,- war fie es selbst ober sprach eine anbere? Der weiße Rosenzweig löste sich unb fiel über die Galerie hinunter in den Garten zu den Füßen eines Mannes, der fich wandte und in das Haus ging.
Viktor streckte dem verstummten Mädchen die Hand hin: „Ich danke Ihnen, Renata," sagte er mit tiefer Herzlichkeit, „Gott segne Sie für Ihre Worte, bleiben Sie Frida treu."
Sie nickte müde und sah ihm nach, bis sein Schritt verhallte.
(Fortsetzung folgt.)
Um das Platzen der Wasserleitungsrohre zu verhindern, hat man Gummi-Einlagen hergesteut, die ein Ausdehnen des Wassers beim Gefrieren ermöglichen, ohne daß ein Druck auf die Rohrwandung stattfindet, der ein Reißen des Rohres verursachen könnte. In das Leitungsrohr wird eine dünnwandige Zinn- ober Bleiröhre, die mit einer elastischen Gummtmafle ausgefüllt ist, etngesührt. Wenn nun das Wasser beim Gefrieren einen größeren Druck ausübt, wird die Einlage entsprechend zusammengepreßi,- beim Auftauen dehnt sich die Einlage wieder aus. Die Umhüllung der Gummimaffe mit Zinn ober Blei hat ben Zr>ek, bie Berührung bes Wassers mit bem Gummi zu verhinbern, da bas Wasser sonst den Geschmack des Gummis annehmen würde.
Photographische Aufnahme« im Innern eines Gebäudes, z. B. in einer Kirche haben immer ihre Schwierigkeiten, indem die Beleuchtung fast immer ungünstig ist unb starke Lichthofbilbung meistens nicht vermieben werben kann. Aufnahmen mit Manguestumlicht ergeben hier gewöhnlich auch ein schlechtes Resultat. Hat man nun eine solche schwierige Aufnahme zu machen, so befolge man nachsteheubes Verfahren. Die Aufnahme hat mit einer farbenempfinblichen Platte zu geschehen. Bei ber Entwicklung stellt man sich ein kleines Gefäß mit lOprozentiger Bromkalilösung zur Hand- auch einen ganz Weichen Pinsel hat man nötig. Erscheinen nun im Entwickler bie starküberlichteten Stellen wie z B. bie Fenster, so nimmt man bie Platte aus ber Schale h.raus unb bepinselt btefe Stelle mit Bromkalilösung,- bann spült man kurz ab und entwickelt weiter. Nötigenfalls wiederholt man das Bepinseln noch ein ober mehrere Male. Durch bteses Verfahren Wird der Lichthof zurückgehalten, und falls noch ein Rest verbleibt, kann man denselben nachher mit Mattlack oder Collodium abdecken.
Kesundyettspflege.
Das Tiefatme« wird seit alter Zeit als kräftiges Heilmittel angesehen. Neuerdings ist man wieder darauf aufmerksam geworden und hat es als Lungenghmnastck für Lungenleidende empfohlen,- aber auch Gesunden ist dieses Allheilmittel anzuraten, umsomehr, da man es zu jeder Zeit unentgeltlich haben kann. Das Tiefatmen fördert den Kreislauf des Blutes in allen Organen, steigert bie Lymphbe- wegung faugartig, erleichtert ben Gaswechsel deS Blutes unb bie Arbeit des Herzens. Demnach würde Tiefatmen Kompensationsstörungen deS Herzens gegenüber günstig wirken. Oberstabsarzt Matthann mißt dem Tiefatmen sehr große Bedeutung zu und rät zur planmäßigen Anwendung, die er „Sportatmen" nennt. Er versteht darunter ein wenn möglich stundenlanges Tiefatmen bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit und anschließendes Anhalten des Armens während etwa Vt Minute oder 4—8 Schritt beim Gehen. Bei solchem Sportatmen steigt die Körperwärme nicht so leicht wie bei dem Schlechtatmen. Aus eignen Versuchen hat Matthann festgestellt, daß eine durch leichte Halsentzündungen bewirkte Fieberwärme von 39,2 Grad Celsius durch sportatmendes Wandern in einigen Stunden fast um ein Grad herabgebrückt wurde.
Das Peste Mittel gege« Sch«upfe« soll Citronen- saft sein. Man gießt in die hohle Hand eine ordentliche Portion Saft einer gut reifen Citrone und zieht denselben durch die Nase in ben Mnnb. Zwei bis drei solcher Aufsaugungen genügen zur Heilung. Auch bei chronischer Halsentzündung und solchen, die sich im Schlund lokalisieren, soll das Verfahren ausgezeichnete Wirkung thun.
Esse« vor -em Schlafe«. Viele Personen find, wenn auch nicht krank, so doch schwach und mager. Dies hat seinen Grund in der langen Zwischenzeit, welche sie vom Frühstück bis zum Mittag vergehen lassen und hauptsächlich


