Ausgabe 
28.2.1899
 
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reinsten erhalten hat. So ist es beim Menschengeschlecht, so ist es auch im Tierreich. Dieses erreicht auch an seinem Ursprungsort den höchsten Gipfel der Entwicklung. Die niedrigsten Vertreter sind an den äußersten Grenzgebieten.

Nach der modernen Forschung hat alles Leben am Nord­pol begonnen. In der fürchterlichen Etsperiode unseres Weltalls wurden Mensch und Tier immer mehr nach Norden getrieben, den Spuren des Renntiers folgend, welches seine einzige Nahrung in jener schweren Periode war. Im Norden entstand so ein Entwicklungspunkt. Von hier aus begann der Mensch seinen erbitterten Kampf ums Dasein. Hier waren eine lange Zeit, nachdem er den Spuren des Renn­tieres nicht mehr folgen konnte, die Erzeugnisse des Meeres seine einzige Nahrung. Er verzehrte ausschließlich Fische und Austern eine lange Zeit hindurch. Dafür sprechen die heute noch teilweisevorhandenen ungeheuren Muschelhaufen (Kjökken möddinger) an der dänischen Küste. Von Norden aus, man nimmt an, von Schonen, fanden dann später die Auswande­rungen statt, als die Halbinsel die sich immer mehr ver­größernde Menschenmenge nicht mehr bergen und ernähren konnte. Einwanderungen fanden niemals statt, so daß sich hier die Rasse rein erhalten konnte.

Aus diesem Steinzeitvolk auf Schonen sind alle Arier hervorgegangen. .Die Gründe, welche die moderne Rassenkunde dafür angiebt, sind folgende drei: Erstens den naturwissenschaftlichen, der also lautet:Das Verbreitungs­zentrum einer Rasse ist immer da, wo es sich am reinsten erhalten hat." Zweitens den geschichtlichen, der lautet:Bei allen Stämmen der Germanen hat sich die Ueberlieferung von der Auswanderung aus Skandia oder Skandinavien erhalten." Drittens den palanographischen, der sagt: .In den skandisch- germanischen Runen ist das Ur-Alphabet der alt europäisch en Schrift enthalten. Tie skandinavische Halbinsel ist auch der Verbreitungsmittelpunkt der heute noch gebrauchten Buch­staben."

Die skandinavische Erde barg reiche Funde an besseren Steinwerkzeugen, die Zeugnis dafür ablegten von der allmählich steigenden Kultur der ureuropäischen Einwohner. Man fand dort die steinerne Pfeilspitze der Urzeit, die Knochennadel, mit denen die ersten Gewänder zusammengenäht wurden, dann Handwerkszeugs aus Stein der verschiedensten Art und Güte.

Auf die Hautfarbe der verschiedenen Völkerschaften vom Weiß bis zum tiefsten Schwarz legt die moderne Wissenschaft im Gegensatz zur alten fast gar keinen Wert. Für sie ist die Hautfarbe und Haarfarbe lediglich Sonnenwirkung, die bei allen Rassen auf die Dauer im selben Klima dieselbe ist, also kein Rassenunterschied. Für sie giebt es nur zwei Raffen, beziehungsweise drei und diese sind: 1. die lang­köpfige, weiße, europäische Nordlandsrasse - 2. die langköpsige, schwarz-braune, afrikanische Mittelmeerrasse- 3. die rund­köpfige, gelbe, asiatische Rasse.

Diese drei Rassen würden auch heute noch rein und allein vorhanden sein, wenn die Völkerwanderungen nicht ge wesen wären. Immer mehr und mehr wuchs die Menschheit an, kein Land konnte schließlich mehr die auf ihm geborenen Kinder ernähren. Die langköpfigen, ureuropäischen Völker, sowohl wie die rundköpfigen asiatischen mußten immer weiter und weiter wandern, so weit schließlich, daß ihre Ströme, ihre Scharen aufeinander stießen, um sich in bitterstem Kampfe gegenseitig zu vernichten oder schließlich sich friedlich auf dem neueroberten Landstriche zu vereinigen. Die Raffe der Arier blieb nicht mehr rein. Tie rundköpfigen Hunnen, Avaren, Magyaren, Türken und andere mischten sich im Laufe von Jahrtausenden mit ihnen. Diese Mischungen, haben immer zugenommen, so daß die langköpfige Raffe in manchen Stamm­sitzen beinahe verschwunden ist. Freilich können die mit ihrem Blut gekreuzten Rundköpfe als Ersatz dafür gelten.

Geinernnritziges.

Außerordentlich haltbaren Bindfaden, haltbarer' noch als die sogenannte Zuckerschnur, gewinnt man, indem man ein gut Teil Alaun in Wasser auflöst. Wird der Bindfaden in diese Auflösung gelegt und nachher getrocknet,, so ist er unzerreißbar.

Zur Reinigung weißer Strohhüte aller Art löse man eine kleine Quantität Kleesalz in Wasser vollständig auf, nehme eine reine Bürste und bürste den Hut mit der Lösung, ohne ihn jedoch ganz zu durchnässen. Hierauf spüle man ihn mit klarem Wasser ab und lasse ihn in der Sonne trocknen. Ein so behandelter Hut bleibt in seiner Faxon.

Tiuteuflecken verschwinden aus bunten Woll- und Baumwollstoffen durch Einreiben mit Glycerin und Nach­waschen in warmem Wasser mit etwas Seife. Tintenflecken in weißen Stoffen behandelt man mit Zitronensäure, indem man dieselben einige Zeit darin weichen läßt und event. das Verfahren wiederholt. Der zurückbleibende gelbe Flecken wird in gleicher Weise mit Kleesalz Präpariert.

Aeld und Karten.

Richtiger Heckenschuitt. Man schneide Hecken nie senkrecht viereckig, sondern stets konisch zu und zwar so, daß sie bei einer Breite von 50 Zentimeter am Boden oben blos eine solche von 35 Zentimeter haben. Es erhalten dadurch auch die untersten Zweige Luft, Licht und Regen, und bleiben grün.

Ein lästiges Unkrant im Garten ist das Kreuz­kraut (Sencio vulgaris), denn es trägt eine Menge Samen, die vom Winde nach allen Seiten hingefüyrt werden, sodaß überall im Garten junge Unkraulpflanzen erscheinen, die sich ungemein schnell entwickeln, blühen und wieder Samen tragen. Das Pflänzchen ist kaum aufgebiüht und es zeigen sich auch schon die kleinen, mit weißen »ilughaaren versehenen Samen - bis dahin darf man es aber nicht kommen lassen, es ist viel­mehr ganz jung schon auszurupfen oder umzuhacken.

Ein fchönblühenber Frühlingsstranch ist die japanische Quitte, Cydonia japonica; sie wäcdst wehr breit als hoch und steht am prächtigsten als Einzelpflanze.

Wlumenpffege.

Bei Düngung von Blumenbeete« muß der Dünger gehörig untergegraben werden, damit die Wurzeln der Pflanzen nicht direkt auf denselben zu stehen kommen.

Der Staub ist einer der größten Feinde unserer Zimmerpflanzen, und deshalb sucht auch jeder'Blumenliebhaber seine Pflanze nach Kräften davon zu reinigen. Hierbei wird aber meist ein großer Fehler begangen, indem man die be­staubten Blätter mit einem feuchten Schwamme abwiicht und so erst recht den Staub in die Poren der Pflanzen schwemmt. Ordnungsgemäß sind die bestaubten Blätter trocken mit einem wollenen Läppchen abzuwischen und dann erst mit einem feuchten Schwamme zu überfahren. Man hat dabei zwar etwas mehr Arbeit, doch lohnen die Pflanzen dieselbe reichlich durch frischeres Aussehen.

Hrrinsmstisches.

Humor des Auslands.Opferbereit. Haus­frau (leise zu ihrem Gatten):Um Himmels willen, unsere Gäste fangen an, sich zu langweilen. Was werden wir nur thun?" Hausherr (achselzuckend):Ja, es wird uns weiter nichts übrig bleiben, als eine Weile aus dem Salon zu gehen, damit sie ungestört über uns sprechen können".

Redaktion: E. Burkhardt. Druck und Verlag der Brühl'schen Aniversilüts-Buch- und Steinbruderei (Pieisch Erben) in Gießen.