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zu werden durch den andere Sitten, andere ein anderes Denken Es wird ein Abgrund
„Und Du widersetzt Dich dem — oh Hans Heinrich.
„Still! Ich weiß, was Du sagen willst. Der Rektor mag sehen, wie er's fertig bringt — wenn's der Elfte nur gut bekommt."
(Fortsetzung folgt.)
gewinnen, Herr Rektor. Vorläufig fehlt ihm ja nichts, und später — pah, wer wird an später denken!"
„Hannecken, Elsie hat Gaben und Talente —
„Teufels Blendwerk, Herr Rektor!"
„Sie können zu Teufels Blendwerk werden, aber aus die richtige Bahn geleitet, zum Gottessegen für Ihr Kind
Md die Menschheit."
„Was kümmert mich die Menschheit."
„Hannecken, wollen Sie mir Ihr Kind anvertrauen?'
„Wie meinen Sie, das Herr Rektor?"
„Ich will Ihr Kind in mein Haus nehmen, ich will es unterrichten, ich will es erziehen, als wäre es weine eigene Tochter, damit es dereinst ein wahrhaft nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft wird/
Hans Heinrich blickie eine Weile sinnend zu Boden, dann richtete er seine gebückte Gestalt straff empor und sagte mit leicht bebender Stimme: „Herr Rektor, Elsie ist das einzige, was mir das Leben gelaffen hat, wollen Sie es mir nun nehmen?" ,
„Aber wer spricht davon? Ich will Elsie in treuer Liebe zu Gott und zu Ihnen erziehen."
Hannecken schüttelte das graue, verwitterte Haupt. „Wenn sich mein Kmd selbst von mir trennt, dann muß tch rs tragen, aber freiwillig gebe ich es nicht her."
„Es bleibt in Ihrer Nähe."
„Um mir desto ferner gerückt Aufenthalt in Ihrem Hause, wo es Gewohnheiten, ein anderes Leben, lernt, als bet mir, seinem Vater. _ -
sich zwischen uns aufthun — lassen Sie mir mein Kind, Herr Rektor." .
„Nun gut, mag Elsie bei Ihnen bleiben. Frau Pinke- pank ist eine brave Frau, sie wird Elsie nichts Unrechtes lehren. Ader erlauben müssen Sie mir, daß ich Elsie unterrichte, daß ich sie weiter fördere, als das in der Armenschule geschehen kann, es wäre eine Sünde, wollte ich die Talente des Kindes verkümmern taffen. Sie selbst werden es mir
später danken." , , j
Oder auch nicht, Herr Rektor. Mit dem Wissen ziehen die Wünsche in des Menschen Herz, und diese Wünsche, Herr Rektor, diese Wünsche sind unser Verderben. Sagt nicht selbst der Herr Jesus Christus: Selig sind die Kinder und die im Geist Unmündigen."
„Der Herr spricht aber auch: Wuchert mit Eurem Pfund! Das Wissen, das sich auf Jesus Christus, auf die Lehren Jesu Christi aufbaut, wird uns stets zum Segen gereichen. , Es wird die wilden, verderblichen Wünsche bändigen, die in unserem Herzen erwachen, es wird uns stark machen, des Lebens Not, des Lebens Kampf zu bestehen. Und dieses | Wissen auf dem ewigen Grunde des Wortes Gottes will ich Ihr Kind lehren, wie ich es meinen Sohn gelehrt habe, und Sie dürfen mich nicht daran hindern, wollen Sie sich nicht an Ihrem Kinde versündigen."
„Ich will Sie nicht hindern, Herr Rektor, thnn Sie, was Sie vor Ihrem Gewissen verantworten können — Die tragen die Schuld an dem, was kommen wird und kommen
Ich nehme die Verantwortung freudig auf mich und werde Ihre düsteren Prophezeiungen zu schänden machen.
In tiefer Erregung entfernte sich der Rektor. Ueber des alten Hinterwäldlers Gesicht zuckte es wie Wetterleuchten am düsteren Abendhimmel, dann spritzte er den Tabaks saft aus, brummte etwas in den Bart und nahm seine Arbeit
„Was wollte der Herr Rektor von Dir, Hans Heinrich?" flüsterte es neben ihm.
„Oh, Du bist es, Dorette Pinkepank! Der Rektor will weiter nichts, als aus Elsie 'ne vornehme Dame machen...
„Ach, Du lieber Gott I"
"Schrei nicht so. Es hilft nichts. Der Rektor hat es sich in den Kopf gefetzt."
Die Menschenrassen im Lichte moderner Forschung.
Von vr. R. Grabow.
(Nachdruck verboten.)
KO. Derjenige Teil der physischen Anthropologie oder Raffenkunde, welchen mau die historische Menschenkunde zu nennen pflegt, ist auf dem besten Wege, eine selbständige, hochbedeutende Wiffenschaft zu werden.
Immer waren die schriftlichen Geschichtsquellen die Richtschnur, nach welcher man die Menschenkunde und die Weltgeschichte beurteilte. Aber es ist nicht zu leugnen, daß diese Quellen trübe und unsicher sein können, da sie Menschen z« Verfassern haben, die dem Irrtum und der Parteilichkeit unterworsen sind.
Die anthropologischen Merkmale aber, die der Mensch nicht wie Sprache, Gewohnheit, Sitte oder Ansicht vertauschen kann, beruhen auf der Wirkung ewiger Gesetze.
Nach Jahrtausenden noch, wenn jede Erinnerung oder Ueberlieferung erloschen und verschwunden ist, dann trägt eine Rasse immer noch die Merkmale ihres Ursprungs, und selbst da, wo sich dieselbe nicht rein erhalten hat, taffen sich in den Mischraffen zu jeder Zeit die zusammensetzenden Bestandteile erkennen und unterscheiden. Das ist eine hoch- ! wichtige Errungenschaft der modernen Anthropologie oder
ff Eine andere wichtige Entdeckung dieser Wiffenschaft ist diejenige, welche beweist, daß die Wiege der Gesamt-Mensch- heit nicht in Asien gestanden hat. In Mittelasien ist nur ein Teil der Menschheit entstanden und zwar die rund-
I köpf ige Raffe. *
Die moderne Anthropologie kennt nur zwei Hauptraffen von Menschen und zwar nur die Langköpfe und die
"Diese haben, wie schon gesagt, ihren Ursprung in Mittelasien, jene, die Langköpfe, stammen nach der modernen
I Anthropologie von der skandinavischen Halbinsel.
Diese Behauptung mag vielen kühn erscheinen, aber die moderne Menschenkunde hat durch bewundernswürdige Studien ihre Gründe dafür gefunden. Auch spricht für diese Behauptung die Thatsache, daß Europa und Afrika das Vaterland der langköpfizen Affen: Schimpanse und Gorilla, I Mittelasien aber dasjenige der rundköpfigen Affen: Orang- Utang und Gibbon ist. , rir.
Die langköpfige Menschenrasse umfaßt die kaukasische I „ad die rundköpfige die mongolische der alten, bekannten | Einteilung. Einige Vertreter der modernen Raff-nkunde I wollen die Afrikaner, welche gleichfalls Langköpfe sind, als I besondere Raffe angesehen haben.
I Mehr als diele drei Rassen aber erkennt keine moderne | Anthropologie an.' Aus ihnen sind alle andern Rassen oder I Arten durch Mischung entstanden.
Die Langköpfe find die edelste Raffe, sie haben die schönste Körperbildung und das größte Gehirn. Sie haben I die größte Rolle in der Weltgeschichte gespielt, und werden sie immer spielen. Das Urbild dieser Raffe ist folgendes: | Hoher, kräftiger Wuchs, länglicher Schädel, schmales Gesicht, | etwas fliehende Stirn, schmale, vorspringende Nase, weiße, I rosig gefärbte Haut, gelbliches, weiches Haar und starker 1 Bart.
Das ist der Typus eines Ariers, der sich ganz rein I nur in Schweden und Norwegen erhalten hat, also auf der i I skandinavischen Halbinsel. Es ist aber ein Naturgesetz, daß I das Verbreitungszentrum da ist, wo sich die Rasse am


