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Lebensanschauung wollen Sie Ihr Kind wird die Lebensanschauung schon selbst
kann." —
„Hannecken, Mann, welche lächerlichen Worte."
„Alles andere ist Unsinn, wie man da drüben sagt. Die Jagd nach dem Dollar da drüben, die Wissenschaft, die Kunst oder wie die schönen Dinge alle heißen — alles Un- Einen Winkel, um ruhig zu sterben —
alten Griechen und Römern, den alten Germanen, den deut- I wunschenen Prinzen mehr gäbe, und daß die Kümgssöhne $eute ?chen Kaisern und FiUsten, und von einerreichen und schönen nur noch Königs- und Fürftentllchter heirateten
voller bochherziger Thaten, kühner Gedanken und „Weshalb bist Du denn kein Prinz und Komgssohn, ?dlem Wissen schwärmte, dann erzählte Klein-Elfte von der schmollte Elfte. „Dann würde ich Dich heiraten und r weiten wetten Welt da draußen, dem rollenden, schäumenden I lebten herrlich und in Freuden.
ta Äi. >«uf4«l.en, «4s.nt.cn «»-clk-- P°»l l-chtt. „Em Känlg.fnh« bin i« Nicht und I-n» Tt^mnfErn nun len arofe«, qlöntcnden Städten und Palästen, I cs nicht werden, aber Dich heiraten will tch, wenn ich groß ton 1« 6r.nVnb™ Umnil. nnd den bin uni biet gelernt habe uni nn« einstd-nc«,
Uch-n Grasste ?-n w-'it, weit dahinten tat lernen Westen, bauen kann Und Du i-llst in dem ®n»st 1=6«, °l« w-rch w° »I- S°°n° -e-I-n- *" ”'9' ®“ 1“ L.« di-Kinder zninwmen, wenn st- nnter de»
Träumenden Auges lamchte der Knabe den seltsamen I Apfelbaum im Garten saßen, in Wald und Flur
Erzählungen des Kindes- erstaunt blickte er m dre aufleuch- | reiften oder am Bücherschrank des Rektors kauerte« tenden Augen Elftes, sah, ihre roten Lippen sich zu einem Wider in den Büchern aufstolzen Lächeln kräuseln, rhre Wangen sich röten in heißer | betrQ^teten. Der Rektor saß vor seinem Schreib-
Sehnsucht nach der weiten, großen Welt da draußen, nach I laufcbte lächelnd auf das Gespräch der Kinder,
dem Schönen, "bem Herrlichen, dem Guten und Edlen,. en 4 x^ges, als Elfte wieder einmal ihrer Sehnsucht
Thaten und Gedanken eines großen, wetten Lebens. Wenn I Welt? nach dem großen Leben, nach Wissen, Schön-
Paul erzählte, daß er einst als Student de große Stadt nach der , ^ob stch der Rektor,
besuchen werde, daß er sich der arztttchen Wissenschaft widmen I £ b{£ ( e in die Ecke und begab sich geradewegs wollte, daß er die armen, kranken Menschen heilen werde I f ^en ^Hans Heinrich Hannecken, der damit beschäftigt °Sch-ch"de?'V, L K-L-' ÄMw »«J 'm G-ri-n «Mm« »U hochstämmig«R.I« aufs«, süchtiger Seufzer die Brust Elftes, ihre Augen sullten sich tn enVQnnc(fen/v redete der Rektor den alten Mann a«,
mit Thränen, ihre Wangen brannten, traurig ließ sie das ^abei Ste schon einmal über die Zukunft Ihrer Tochter
blonde Köpfchen hängen und flüsterte: „Ich wünschte, ich
wäre ein Junge wie Du und könnte mit Drr in die Welt, I 9^^ $n0Qlibe au§ bent nordamerikanischen Bürgerkriege in die weite, weite Wett hinausziehen. | leire tn hinein.
Rektor Ahrens beobachtete mit heimlichem Erstaune» b, w f^on darüber nachgedacht, Herr Rektor/
das seltsame, kluge und wie eine Rose erblühende Krnd, das ^taeanete er. „Aber was hilft's? das Mädel muß sich halt
so wenig in die elende Umgebung des Armenhauses paßte, I bur(j,g geben schlagen, so gut cs gehen will."
das eher einer verkleideten Prinzessin als der Tochter des I @te biilten nicht so sprechen, Hannecken," mahnte der Kriegs-Invaliden und Armenhäuslers Hans Heinrich Hannecken ^or. „Man muß seine Kinder mit guten Waffen für
glich, und von den flachshaartgen Buben des Korbflechters | b£n mit fcem geben ausrüsten."
Pannkuchen und der Enkelin des Waldarbetters Brendrcke I Hans Heinrich, der alte Sergeant von der leichten als „Armenhaus - Prinzessin" gehänselt und gefoppt wurde. | Missouri-Artillerie, grinste gemächlich in den struppigen Bart. „Armenhaus-Prinzessin" klang es höhnend hinter ihr her, I „Herr Rektor," erwiderte er, „das Leben kümmert sich wenn sie sich an den wilden Spielen der Korbflechter - Kinder | ben Kuckuck um unsere Waffen, die es hohnlachend zerbricht, nicht beteiligen wollte- „Armenhaus-Prinzessin" schalten sie a(g wären es Strohhalme. Ich glaubte wunder, wie stark spöttisch, Herr und Frau Pannkuchen, wenn sich Elfte in den unb wohlgerüstet ich war. Ich wollte Offizier und General Rektorsgarten schlich oder weinend zu Frau Dorette Pinke- | werden, Herr Rektor und ich hätte es erreicht, wenn die pank flüchtete. Die Schulkinder riefen ihr den Spottnamen Büchsenkugel bei Brandy - Station nicht meine Waffen mit nach, die Erwachsenen lächelten über die seltsame Bezeich- I elnem Schlage zerschmettert hätte. Aber ich gab die Hoffnung, fanden sie aber sehr treffend, und als Armenhaus- nung nicht auf, ich fing ein neues Leben an, nahm mir ein Prinzessin war Elsie bald in dem ganzen Städtchen bekannt. | Weib und gründete mir im Hinterwald an der Kalifornischen
Frau Dorette Pinkepank focht manchen Strauß der I Grenze eine Heimat. Da kam das Leben und schickte mir kleinen Elfte wegen mit den übrigen Jnsaffen des Armen- | die rothäutigen Teufel auf den Hals. Sie zündeten mein bauses aus. Paul Ahrens prügelte die Korbflechters-Kinder I Haus an, töteten meinen Sohn, quälten mein Weib zu Tode, mebrere Male weidlich durch, wenn sie seine kleine Freundin j machten mich zum Bettler und Armenhäusler. Was hälfe» neckten und höhnten, aber der Spottname „Armenhaus- I mir meine Waffen? Der Teufel — verzeihen Sie, Herr Prinzessin" blieb an ihr haften, und schließlich gewöhnte sich Rektor, aber das Leben schert sich den Kuckuck um uns und Elfte selbst an den Namen und zuckte nur verächtlich mit unsere Waffen." . n ,
ben Schultern, wenn ein Bube ihr den Namen nachrtef. | Der alte Hinterwäldler spuckte seitwärts und steckte ein
Fa fte wurde stolz auf diesen Titel! Eine Prinzessin frisches Stück Kautabak in den Mund.
• hnmi>hm wollte sie werden. Der | „Sie haben nicht mit den rechten Waffen gekämpft,
Svott^sollte zur Wahrheit werden — da draußen in der Hannecken," sprach ernst der Rektor. „Ihnen fehlt die beste
wetten, großen, schönen Welt! Wie sie es anfangen wollte, Waffe: der Glaube, das Vertrauen auf die ewige ®e-
-ine Brinresftn" tu werden, das vermochte sie nicht zu sagen. I rechtigkeit. . r„ = SnS
°n d« langen wlntcr. | «td-n hat, indem,- ruljlg feint« End- entgegen wgttta«
abenden nicht die schönsten Märchen von armen Gänsehirtinnen, die später Prinzesftnnen wurden? Von verzauberten Prinzen und Königssöhnen, die durch ein armes Mädchen erlöst wurden, das dann von dem Königssohne zur Prinzessin und Königin gemacht wurde? Konnte nicht auch
zu ihr ein Prinz und Königssohn kommen? War sie nicht | sinn, H^r Rekror.„ ebenso schön und klug wie die Gänsehirtinnen und Aschenpuddel 1 das 'st das Beste, der Märchen der Frau Dorette Pinkepank? Ordentlich böse I „Unb in dieser konnte sie werden, wenn Paul sie auslachte und behauptete, erziehen?
daß die Märchen nicht wahr seien, daß es heute keine ver- > „Das Mädchen


