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^M-in gesunder, fleißiger Mensch ist nie arm; der Reichtum besteht nicht im Gelds, sondern in Stärke, Geschicklichkeit und Fleiß.

I. Möser.

(Nachdruck verboten.)

Die kleine Lulu.

Seeroman von Clark Russell.

(Fortsetzung.)

Miß Franklin blieb noch auf dem Teck, nachdem der Kapitän und der Maat nach unten gegangen waren, der erstere zu seinem Grog und der letztere, um zu schlafen, ehe er mich um Mitternacht abzulösen hatte. Sie starrte lange in das schwarze Wasser, als ob »sie noch nicht die traurige Größe und das malerische Schrecknis der eben ge­schauten Szene los werden könnte. Dann sah sie umher, bemerkte, daß ihr Bruder nicht mehr da war, und wollte ihm folgen, als ihr Auge auf mich fiel.

, Ich hätte nie gedacht/' sprach sie mit leiser Stimme und erschüttertem Ausdruck,wenn ich Erzählungen von brennenden Schiffen las, daß ich einmal die Wirklichkeit sehen würde. Wie furchtbar ist der Gedanke, daß noch vor wenigen Stunden das Schiff mit starken Masten über den Ozean segelte, daß Menschen darauf lebten, die vielleicht leichten Herzens zu ihrer Arbeit sangen und an die Heimat badjteii, welche sie verlassen hatten oder nach der sie zurück­kehrten. Wo ist es jetzt? Oh, solch plötzliche Vernichtung ist doch schrecklich! Sind Sie überzeugt davon, daß niemand an Bord zurückgeblieben ist?'

Ihre Stimme klang hierbei so rührend wie die eines vor Furcht zitternden Kindes.

Wie ich schon sagte, es läßt sich nichts anderes an­nehmen, da die Boote fort sind."

Wohin mögen sie gesegelt sein?"

Wahrscheinlich auf gut Glück mit dem Winde." »Wann, denken Sie, können sie wohl Land erreichen?" Ich starrte sie an.

Das nächste Land ist die Küste von Südamerika, viele hundert Meilen von hier. Land zu erreichen, daran werden sie nicht denken. Ihr Plan wird sein, in einen gut befahrenen Seeweg zu gelangen und von irgend einem Schiff ausge­nommen zu werden."

Sie blickte wieder träumerisch auf das schwarze, bewegte Wasser und hüllte sich schaudernd fest in ihren Shawl. Mit einem mattenGute Nacht!" ging sie darauf in die Kajüte. Kaum war sie fort, als Vendel-Banyard, welcher noch immer seine Hängematte im Deckhaus hatte, in seiner langsamen Weise bas Deck entlang kam und sagte:

De lütt Joey schient mi jo woll gor nich mihr bi sik, de Schipper füllt nah em seihn. Dat het ganz allein wedder Windwärts' Fust anricht."

Ich ging nach vorn, gefolgt von Banhard, und steckte meinen Kopf in das Deckhaus. Die Thür lief in einem Falz und war so weit zurückgeschoben, als es sich thun ließ. Eine Hängelampe erleuchtete den Raum. Die Kisten der Bewohner des Hauses waren unter den Hängematten auf der Seite nach dem Hinterschiff zu verstaut und auf ihnen saß der Koch und der Schiffsjunge, welcher Hardh hieß. In der Hängematte, am äußersten Ende des Hauses, dicht neben der Küche und am weitesten von der Thür, lag der Schiffsjunge, welchen wir unter uns Jung - Joey nannten, jenes Kerlchen, welches Windwärts an diesem Morgen auf den Kopf geschlagen hatte. Man konnte ihn nicht sehen, denn er lag tief in seiner Hängematte, aber man konnte ihn hören. Sein qualvolles Stöhnen, sein leises, bewußtloses Wimmern drang zu mir.

's kümmt mi verfluchten sur an, de ganze Nacht üm de Uhr'n slahn tau müssen, äwer wer kann slapen bi so'n hellschen Röcheln. De Jung füllt nach achter bröcht warben. Mi dücht, de> de dat Unglück anricht hebben, füllten ok de Plag' dorvon dragen."

Vor allen Dingen müssen wir ihn da herunter nehmen," sagte ich.Die Hitze ist ja erstickend und da habt Ihr ihn auch noch dicht neben die heiße Küche aufgeschlungcn und so weit als möglich von dem bischen Luft, das ourch die Thür eindringt, abgeschlossen. Helft mir, ihn herabzuholen."

Um dies zu thun, war cs nötig, die Taue der Hänge­matte von den Bolzen an der Decke loszuschneiden. Nach­dem wir dies gethan, ließen wir ihn, so wie er lag, herunter und legten seine Matte neben die Kiste nieder. Ein trauriger Anblick bot sich uns nun dar. Man hatte den Jungen in seine Hängematte gelegt, angekleidet, wie er vom Deck ge­tragen wurde. Hosen und Hemd waren mit Blut befleckt, ebenso das grobe Kissen, worauf sein Kopf lag. Dies war ein Zeichen, daß er aufs neue Blut verloren hatte, nachdem er hierher gebracht worden war. Auch jetzt blutete er aus dem Ohr, und roter Schaum stand auf seinen Lippen. Sein Gesicht war totenbleich und sein blondes Haar blutbefleckt.