Ausgabe 
23.11.1899
 
Einzelbild herunterladen

sichert reibt

)enem : ihn, ahren

rohen t, für usge- alles

t und ld, in

m er- Eine :c des c stein vielen nflage.

eines Eckler. i, hat eit so bereits he ist ragen, erben; > anch i und equem ansge- ugend, cheben ' ebenen nalter, ispiele nbung n bie ndelt: lbung den ngen. ltische i bes chung stanz Nische acher leicht

unb hrter ichen ihren

Nachbruck verboten.

Pygmalion.

Novelle von Anton Frhr. von Perfall.

(Fortsetzung.)

Er ging nach Frankreich, in den Orient, nach Brabant, studierte alte Meister und übersetzte sie, nach Hause zurück­gekehrt, in Formen, welche sowohl dem Geschmack der Zeit, als der verfeinerten, ihm zur Verfügung stehenden Technik Rechnung trugen. In kurzer Zeit beherrschte das Haus den ganzen Markt. Von der einfachsten Massenware bis zu den edelsten Kunstprodukten, den gewirkten Brabanter, den Basselifletapeten, welche geschichtliche Gemälde und Land­schaften formvollendet darstellten, den Gobelins aus der Zeit Ludwig XIV. und den wollenen Bavonnerien, welche die Farbenpracht des Orients übertrafen,- die Firma Herrmann & Holaus bewältigte alles.

Kein Wunder, wenn die beiden Inhaber keine Zeit fanden, sich nach Frauen umzusehen.

Allerdings, was den Holaus betraf, so suchte man den Grund anderswo.

Man munkelte von schlimmen Erfahrungen, die er in seiner ersten, wie es hieß, sehr kurzen Ehe gemacht. Milder Gesinnte meinten, er wolle seinem Augapfel, seiner einzigen Tochter, keine Stiefmutter geben. Wieder andere wollten gehört haben, es sei gar nicht seine leibliche Tochter, sondern nur ein angenommenes Kind. Strenge Sittenrichter sprachen sogar von der sündhaften Frucht einer Künstlerliebe.

Gleichviel, sechzehn Jahre waren vergangen seit dem Eintritte Holaus' in das Geschäft, und noch war keine Frau eingezogen in die reizende Villa, welche die beiden Inhaber in unveränderter Eintracht bewohnten.

Seit zwei Jahren weilte sogar das Töchterlein des Herrn Holaus, der Liebling des ganzes Werkes bis herab zum geringsten Arbeiter, im Auslande, in einem Schweizer Pensionate, wie es hieß.

So blieb als einziges, weibliches Wesen und Faktotum des Hauses, Frau Opel, welche Herr Holaus samt ihrem Gatten, einem ehemaligen Wachtmeister bei der Polizei,

Donnerstaa den 28. November

Jff'nbOcfr''* Ct

T///A

»er die Menschen wahrhaft kennt, der wirb "auf niemanb unbebingt bauen, aber auch niemanb vollstänbig aufgeben.

EötvöS.

jetzigen wohlbestallten Hausmeister, aus der Residenz, seinem früheren Aufenthalte, mit in das Geschäft gebracht hat. Es hieß nicht umsonstsamt ihrem Gatten". Die ver­schiedensten Gerüchte gingen über das Verhältnis, in welchem sie früher zu Herrn Holaus gestanden. Es fehlten sogar nicht solche, welche die würdige Matrone für die Mutter der jungen Holaus hielten,- bei dem Künstlervolke ist alles möglich. - «

Und das Mädchen hing wirklich mit Kindesliebe an der immer noch stattlichen Frau, welcher doch unter normalen Verhältniffen lediglich eine dienende Stellung im Hause zu­gekommen wäre.

* » *

Herr Holaus hatte heute keinen Arbeitsgeist. Bald blickte er auf die Uhr, bald lief er zu dem hohen Fenster, welches weiten Ausblick bot über die Stadt und den Strom mit den stattlichen, denselben überspannenden Brücken.

Der hohe, weite Raum, in dem er sich befand, entsprach völlig seinem Schaffenskreise.

Geniale Atelierwillkür in der Einrichtung war fast ab­sichtlich vermieden.

Die zwei langen, mit grünem Tuche belegten Tische in der Mitte, angefüllt mit Skizzen, Zeichenblättern, bunten Tapetenmustern, machten einen geschäftlichen, nüchternen Eindruck.

Auch die kahlen Wände dienten lediglich dem Praktischen. Bunte Reklamemuster aller Art waren dort wahllos aufgehängt, selbst den Boden bedeckte vielfarbiges Schnitzel­werk. Ein Geruch von Farbe und Kleister lagerte über dem allen.

Um so mehx überraschte ein bis an die Decke reichender, einen ungeheuren Wert vorstellender Gobelin in edelstem Tone, welchen ein erhöhtes, mit einem Holzgeländer um­gebenes Podium, wie ein Bühnenvorhang abschloß.

Der Gobelin hatte wohl einst einen Königspalast geziert und wirkte in dieser nüchternen Umgebung wie ein vornehmer Verbannter.

Die Pygmalionssage war der Gegenstand der Darstellung in überlebensgroßen Figuren, welche im Stile des Cinque­cento gehalten waren.

Amoretten umflatterten die in einem üppigen, farben­prächtigen Haine stehende Huldgestalt und schienen ihr den Lebensodem einzuhauchen, während der verliebte Bildner knieend, vom heißem Wunsche beseelt, der sein ganzes Wesen durchzittert, der wunderbaren Verwandlung harrt.