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meisten renommierten Restaurants, Anstalten, Hotels ist Maggi schon eingeführt, und jede Hausfrau sollte es stets im Hause haben.
Ouitlen-Liqnenr. Mau schält 4 bis 6 Quittenäpfel und reibt sie auf dem Reibeisen, wenn man es hat, auf einem porzellanenen. Man läßt sie über Nacht stehen, damit sie mehr Saft absondern, dann preßt man sie durch ein Tuch. Darauf läutert man 250 Gramm Zucker in 1 Liter Wasser, gießt den Quittensaft hinzu und läßt alles tüchtig durchkochen. Zuletzt gießt man es, während es noch heiß ist, mit V3 Liter — will man ihn sehr stark haben, mit einer Flasche — reinem Kornbranntwein in eine Terrine, deckt diese zu und filtriert, sobald der Liqueur erkaltet, denselben durch Fließpapier, wonach er in Flaschen gefüllt, verkorkt, versiegelt und im Keller recht lange lagern gelafsen wird.
Kalmus-Likör. Man grabe die an Teichrändern häufig wachsende Kalmuswurzel, spüle diese rein aus, schneide die Hauptwurzel in Scheiben und trockne sie aus. Getrocknete Kalmusscheiben röste man in einem Kaffeebrenner etwas bräunlich und gebe auf einen Liter Kornbranntwein 1 Dekagramm, digeriere fünf Tage und versüße mit Syrup.
Enten-Suppe. 10 Personen. Bereitungszeit drei Stunden. Zuthaten: Eine Ente, 2 Liter Wasser, 1 Liter Brühe aus Liebig's Fleischextrakt, eine Zwiebel, vier Eßlöffel geschnittenes Wurzelwerk, */2 Kilo kleine Kartoffeln, ein Kräuterbündchen von Kerbel, Selleriekraut, zwei Löffel Schwitzmehl, Petersilie uud Majoran, Salz nach Geschmack. Die Ente, welche nicht ganz jung zu sein braucht, wird in bekannter Weise vorbereitet, mit dem Waffer, der Zwiebel, dem Wurzelwerk und Salz vollkommen weich gekocht und durchgeseiht, mit der Brühe aus Liebigs's Fleisch-Extrakt noch einmal zum Kochen gebracht. Mit dem Schwitzmehl semig gemacht, mit den sein gewiegten Kräutern abgeschmeckt, fügt man die in Waffer halb gar gekochten Kartoffeln zu, läßt die Suppe noch eine Viertelstunde auf dem Feuer ziehen und richtet sie mit dem kleingeschnittenen Entenfleisch zusammen an.
Teltower Rüven mit Sahne. Zehn Personen. Be- reitungszeit zwei Stunden. Zuthaten: V/4 Kilo Teltower Rüben, 20 Gramm Liebig's Fletschextrakt, 175 Gramm Butter, i/8 Liter süße Sahne, 30 Gramm Mehl, eine Prise weißer Pfeffer, Salz und nach Belieben Zucker. Die echten Teltower Rüben sind klein, schlank, in der Farbe gelblich und von scharfem Geruch, sie werden sauber geputzt und wenn man sie nicht sofort kocht, mit etwas Mehl überstreut, damit sie weiß bleiben. Heiß gewaschen und mit kochendem Waffer, Salz, Butter und Liebigs's Fleisch-Extrakt aufgesetzt, müssen sie langsam weich dünsten. Nachdem dies geschehen ist, nimmt man die Rüben aus der Brühe, macht letztere mit dem in der Sahne verquirlten Mehl semig, giebt den Pfeffer hinzu, ebenso die Rüben, die nach Geschmack einen kleinen Zuckerzusatz erhalten können und richtet sie — heiß geworden — an. Die Fray Bentos-Zunge kann erwärmt oder kalt dazu gereicht werden.
Vermischtes.
Höfliche Kinder. Es giebt viele Eltern, die es unnötig und unnatürlich finden, schon die Kleinen anzuhalten und zu gewöhnen, die einfachsten Höflichkeitsformen zu beobachten. Und doch wie einfach ist es, ein Kind zu gewöhnen, seinen Hut abzunehmen beim Eintritt in ein Zimmer, den Personen, die sich darin befinden, guten Tag zu sagen. Dieser Zwang, wenn man will, hat für das Kind selbst nichts Zwingendes, er vereinigt sich ganz gut mit den lieblichen Eigenarten des Kindes, deren Naturell und der Aufrichtigkeit. „Fangen wir mit der Praxis an, der Glaube wird folgen", sagt ein berühmter Mann. Der Mensch hat einen
Leib und eine Seele, und dieser Leib kann mitunter der Seele als Lehrer dienen. Die Gewohnheit ist eine große Lehrerin. Wenn das Kind grüßt, ist es zuerst nur sein Kopf, der sich neigt; wenn sein Mund guten Tag wünscht, ist es nur sein Mund, welcher spricht, aber je nachdem sich diese Bewegungen und Worte wiederholen, gehen sie nach und nach von den Lippen ins Herz, von der Stirne in die Intelligenz; die Bewegungen verwandeln sich in Gefühle! Dazu fügen wir hinzu, daß aus höflichen Kindern einzig und allein auch junge höfliche Leute werden! Die Höflichkeit muß man recht früh lernen, sonst lernt man sie nie. Die Höflichkeit hat als ersten Grund die Ehrfurcht für die Frauen, und diese Ehrfurcht lernt sich niemals besser als auf der Mutter Schoß ! Ein fünfjähriges Kind trifft eines Tages einen armen, sehr alten, gebrechlichen Mann an. Seine Mutter gibt ihm ein Geldstück für den armen Mann, aber ehe das Kind es ihm gibt, zieht cs zuerst seine Kappe vor ihm und grüßt ihn. Ist das nicht köstlich! Dieses Kind besaß die rechte Höflichkeit, den Ausdruck der Ehrfurcht vor dem Nächsten. Eine tiefe Lehre! Tas Kind verbindet mit der äußerlichen Gabe diejenige des Herzens und zeigt uns die Höflichkeit unter einer neuen Form! Es sagt uns, ohne es zu wissen, daß wir in jedem menschlichen Wesen ein Geschöpf Gottes ehren sollen und einen leidenden Bruder, und so haben wir das Recht zu sagen: Die Höflichkeit ist wie die großen Gedanken; sie kommt aus dem Herzen! (Praktischer Wegweiser", Würzburg.)
In welchem Monat ist die Sonne am weitesten von der Erde entfernt? — Die meisten Leute werden antworten: im Dezember, weil es nämlich dann am kältesten ist. Das Internationale Patentburean Karl Fr. Reichelt, SerlmNW.G, gibt die richtige Antwort: im Juli, und zwar am 4. Juli, wo wir durch einen Zwischenraum von rund 150 Millionen Kilometer von unferm Tagesgestirn getrennt sind. Die höchste Instanz wechselt in den einzelnen Jahren etwas; im ganzen handelt es sich um einen Unterschied von „höchstens" 5 Millionen Kilometern. In diesem Jahre waren es genau berechnet 150983 700. Diese Entfernungsschwankungen haben ihre Entstehungsursache in Störungen, welche Venus, Mars und Jupiter in unserem System Hervorrufen. Während wir also im Juli am weitesten von unserem himmlischen Ofen entfernt sind, herrscht doch gerade zu dieser Zeit die größte Hitze. Es kann also von einem Einfluß der Sonnennähe auf die irdische Temperatur nicht die Rede sein. In Wirklichkeit hängt diese von der Tageslänge und von der Größe des Winkels ab, in dem die Sonnenstrahlen die Erde treffen. Steigen sie senkrecht auf uns hernieder, dann ist es Sommer; müssen sie breite Schichten der Erdatmosphäre durchdringen, bis sie zu uns gelangen, so frieren wir. Auch steht die Sonne im Juli 16 Stunden am Himmel, im Dezember, wo wir ihr am nächsten sind, leuchtet sie uns nur 8 Stunden.
Deutsch und italienisch. Ein Deutscher befand sich eines Tages in Gesellschaft eines Italieners nnd rühmte ihm die Schönheit der deutschen Sprache so sehr, daß er sogar behauptete, sie müsse diejenige gewesen sein, die man im irdischen Paradiese redete. „Ohne Zweifel," erwiderte ihm darauf spöttisch der Italiener, „war sie gerade die, deren Gott sich bediente, um Adam aus dem Paradiese zu vertreiben." — „Wenn das wahr ist," entgegnete darauf rasch der Deutsche, „so muß damals der Teufel zuerst die Eva verführt haben, indem er mit ihr italienisch sprach."
Anagramm.
(Nachdruck verboten.)
Hart und beständig als Baum, so steh' ich im heimischen Boden. Stellst du die Zeichen mir um, schlüpf' ich dir glatt aus der Hand. P. (Auflösung folgt in nächster Nummer.)
Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer:
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren.
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»rtaltiou: S. Burkhardt. — Druck trnb Verlag der Brühl'sche« lluiverfitätS-Buch- und Steiadruckerei (Pietsch Erben) in Gieße«.


