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Augenblicke eingefallen, daß die Kleine mehrmals mit mir in Deinem Zimmer gewesen ist, wenn Du das Geheimfach geöffnet hast".

Das ist wahr", gab der Kommerzienrat zu,ist doch aber für den vorliegenden Fall ohne Belang".

So, meinst Du?" lächelte fie überlegen,ich muß Dir leider widersprechen. Hermine hat, wie ich durch ein Gespräch mit ihr mich vollständig überzeugt habe, sich den Mechanis­mus und deffen Behandlung recht gut gemerkt".

Aber das Kind kann doch nicht", begann der Kommerzien­rat unmutig, und sie fiel mit hämischem Lachen ein

Sich in Deiner Abwesenheit in Dein Zimmer ge­schlichen und das Geld entwendet haben. Das hat sie aller­dings nicht gethan, aber sie hat geplaudert zu einer Person, die die gewonnene Kenntnis sehr schlau zu benutzen verstanden hat".

Eugenik!"

Dämmert Dir jetzt das Verständnis auf?"

Das ist unmöglich!"

Natürlich! Wie wirst Du denn dergleichen von Deinem Idol, von Deinem Tugendspiegel glauben?" höhnte sie.Viel näher liegt es ja, den eigenen Sohn zu beschuldigen. Doch, ich will kein Wort weiter sagen/ höre Dein unschuldiges, harmloses Kind und bilde Dir selbst ein Urteil".

(Fortsetzung folgt.)

Das Kochen.

Eine populär-physikalische Studie von Fritz Eckhardt.

------- (Nachdruck verboten.)

Es gibt zwar viele Hausfrauen, und wir wagen nicht, daran zu zweifeln, daß sie alle in den verschiedenen Zweigen der Kochkunst wohlerfahren sind; wenige von diesen dürften indes sich schon einmal die Frage vorgelegt haben, worin denn eigentlich der Vorgang des Kochens besteht?

Will man untersuchen, auf welche Weise der Kochprozeß zu stände kommt, so thut man am besten, einen offenen, wassergefüllten Topf in Betracht zu ziehen, welcher über ein Herdfeuer gesetzt wird.

Hat das Wasser anfangs die Temperatur des umgeben­den Küchenraumes, so wird nun seine Temperatur steigen, und es wird endlich ein Moment eintreten, in welchen! sich ein vom Wasser ausgehendes Summen bemerkbar macht. Dieses Geräusch zeigt an, daß die Temperatur des Wassers dein Kochgrade nahegekommen ist.

Ehe wir aber der Ursache dieses Vorganges nachforschen können, müssen wir uns das Naturgesetz vergegenwärtigen, nach welchem alle Körper bei aufsteigender Temperatur sich ausdehnen.

Das Wasser hat seine größte Dichtigkeit bei einer Temperatur von 4 Grad Wärme, und dehnt sich aus, sobald es über diese Temperatur hinaus erwärmt wird.

Ist die Temperatur in die Nähe des Kochgrades gelangt, so hat sich der Wasserinhalt im Topfe ungefähr um den zwanzigsten Teil seines ursprünglichen Bestandes ausgedehnt.

Bedenkt man nun, daß die Ausdehnung nur in der Richtung der Höhe stattfinden kann, so hat sich also die Wassersäule bedeutend erhöht, und da das Ausdehnungs­gesetz selten beobachtet zu werden pflegt, so erklärt es sich dadurch, daß der Topf oft wider Erwartenüberkocht".

Die Ausdehnung des Wassers als solches hat jedoch bei 100 Grad Celsius, dem Kochgrade, ihr Ende erreicht. In einem Topfe, welcher nicht hermetisch gegen die Außen­luft abgeschlossen ist, läßt sich das Wasser nicht höher er­wärmen, als bis zu diesem Kochgrade.

Alle Wärme, welche diesem Temperaturgrade noch hinzugefügt wird, dient nur dazu, das Wasser in Dampf zu verwandeln. Diese Neigung des Wassers, zn verdampfen, ist aber nicht durch Erhitzung bedingt, denn alles Wasser auf der Erdoberfläche ist fortwährend bestrebt, sich in ganz

kleinen Partikelchen von der Wasseroberfläche loszulösen, die Dampfform anzunehmen und aufsteigend die Wolken­bildung zu fördern.

Durch das Steigen der Temperatur wird diese Dampf- bildung auf der Erdoberfläche begünstigt. Es bilden sich umsomehr aufsteigende Wasserdämpfe, je heißer die Jahres­zeit wird.

Demgemäß muß also auch im Kochtopfe durch Er^ Hitzung des Wassers die Dampfbildung begünstigt werden. Sie geht in vermehrtem Maße vor sich, wenn die Temperatur in der Nähe des Siedepunktes angelangt ist.

Dann aber bilden sich die Dämpfe' in der Weise, daß an den heißesten Stellen unten im Topfe eine Menge kleiner Orte entstehen, deren Wasser sich vollständig in Dampf verwandelt.

Der winzige Dampfkörper wird offenbar unten am heißesten sein. Nun muß aber ein Körper, welcher unten stärker erhitzt wird, als an den Seiten, oben in drehende Bewegung geraten, wenn er sich frei bewegen kann.

Hängt man eine kleine Kugel an einer leicht drehbaren horizontalen Achse über einer Lampenflamme ans, so wird sie unten erhitzt, die erhitzten Teile dehnen sich aus und streben also, die benachbarten, weniger heißen beiseite zu schieben, daher muß die Kugel in drehende Bewegung ge­raten.

Da nun auch die Dampfblase im Kochtopfe unten heißer i]t, als oben, so wird sie eine wirbelnde Bewegung an­nehmen, und vermöge der dadurch hervorgerufenen Centripetal- kraft, der Kraft, vermöge welcher die einzelnen Teilchen nach den: Schwerpunkte streben, sich kugelig gestalten.

Unzählig viele solcher kugelförmigen Dampfbläschen werden also auf dem Grunde des Topfes sich bilden und in wirbelnde Bewegung geraten. Da sie aber leichter sind, als das Wasser, auch eine durch größere Erhitzung erhöhte Spannkraft besitzen, so werden sie vermittelst der letzteren, die Wasierschichten durchbrechend, in die Höhe steigen.

Durch diese wirbelnde und zugleich senkrecht aufgehende Bewegung findet zwischen ihnen und den benachbarten Wafferteilchen eine starke Reibung statt.

Nun bringt jede Reibung zwischen zwei Körpern eine Bewegung hervor, die sich durch die Körper und das sie umgebende Medium Luft oder Wasser in Form von Schallwellen fortpflanzt, bis sie unser Trommelfell erreicht, welches diese Erregung vermöge der Gehörsnerven dem Gehirn mitteilt. Dieses aber bringt uns die jeweilige Art der Erregung in einer Form zum Bewußtsein, die wir mit Klang, Ton, Geräusch und ähnlichen Namen belegen.

Das Reibungsgeräusch eines über das Pflaster fahren­den Wagens, ferner das einer den Holzblock durchschneiden­den Säge können wir durch das Gehör so deutlich unter­scheiden, daß wir im stände sind, die Vorgänge des Fahrens und Sägens auszukundschaften, ohne uns erst vermittelst der Augen davon zu überzeugen.

Ebenso bringen uns unsere Gehörnerven den Reibungs­vorgang zwischen den hochgespannten, emporwirbelnden Dampfbläschen und den benachbarten Wasserflächen durch ein Geräusch besonderer Art zum Bewußtsein, welches die Volkssprache mit den Worten:Das Wasser singt" bezeichnet.

DiesesSingen" des Wassers unterscheidet man ver­mittelst des Gehörs deutlich vo>nKochen". BeimSingen" sind nur die unteren Wasierschichten im Topfe bis auf den Kochgrad erhitzt. Die Dampfblasenbildung geht also beim Singen" auch nur in den unteren Wasierschichten vor sich.

Da nun die oberen Schichten bedeutend kühler sind, so ist die Folge davon, daß die Dampfblasen, sobald sie nach dein Aufstiege die kälteren Schichten erreicht haben, sich wieder zu Wasser verdichten.

Während also in diesem Zustande des Wassers die glühendheißen Dampfblasen unten aufsteigen, finden sie oben in den kühlen Wasierschichten einen Gegendruck, ähnlich wie