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Dienstag den 19. Dezember
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rf mich nur in einer Sache loben, wenn man haben daß ich sie mit mehrerem Ernste treiben soll.
Lessing.
Lob ist ein treffliches Mittel, die Menschen zu lobenswerten Hand
lungen zu bestimmen; schon das unverdiente Lob ist ein Sporn.
Zachariae.
Herrn Mosers letzter Weihnachtsabend.
Von Elsa d'Esterre-Keelins.
Autorisierte Uebersetzung von Emil Ernst.
------- Nachdruck verboten.
Macht das Zimmer ein wenig dunkler! Rückt ein wenig näher dem Kamin! Ich will Euch eine Geschichte erzählen — eine wahre Geschichte!
Eine kleine Dame im Schwanengewand trippelte durch alle Lande und kam auch nach Deutschland — eine kleine Schönheit — abgesehen von ihrem durch den Frost geröteten Näschen/ so gerötet wie Deine und meine und Herrn Mosers Nase.
Ja, Herrn Mosers Nase war ganz entschieden gerötet! Es war ja auch gar nicht anders möglich. Einen so rauhen Dezember hatte man seit Jahren nicht gehabt.
Kalt? — Das sollte man meinen! — Das Niesen nahm in jenem Jahre überhaupt kein Ende. Die oberen Zehntausend niesten. (Genesung!) Die mittleren Zehntausend niesten. (Gesundheit!) Und die unteren Zehntausend niesten. (Helf Gott!)
Was sollen diese Paranthesen wohl sagen? — Kennt man nicht das Histörchen von jenem Bauernjungen, dem sein Lehrer gute Manieren beibringen wollte und ihm daher, als jemand nieste, gemäß der Sitte seines Landes, mit wichtiger Miene folgende Lehren erteilte:
„Wenn ein Edelmann niest, ruft man: „Genesung!" Niest eine weniger hohe Persönlichkeit: „Gesundheit!" Und bei einer ganz unbedeutenden Person: „Helf Gott!" Worauf der würdige Pädagoge selber vom Niesen befallen wurde und der kleine, ungehobelte Bauernjunge eifrig hervorsprudelte: „Helf Gott, Herr Lehrer!"
Bitte um Verzeihung, lieber Leser, für Anekdote und Abschweifung. Um wieder auf meine Geschichte zurückzukommen: Seltsamerweise beginnt diese auch mit einem Niesen. Denn als erstes muß ich mitteilen, daß ein alter Herr in Herrn Mosers Zimmer laut zu niesen anfing. Nicht ein oder zweimal, nein, viele, viele Male hintereinander, so daß
Herr Moser, der eine humoristische Ader besaß, in Lachen ausbrach, und während er bei jedem Nicken des niesenden alten Herrn mitnickte, lachend ausrief:
„Gesundheit, Gesun—, G'sun—, G'sun—, G'sundheit!" Er konnte das lange. Wort nicht in einem Zuge herauS- bringen, weil ihn das beständige Niesen des alten Herrn daran hinderte. Und wenn man obiges Wort so recht aufmerksam liest, die Kehl- und Zischlaute ineinander laufen läßt, wie Herr Moser es in der Hast that, wird man finden, daß keine menschliche Seele es unterscheiden könnte, ob gesprochen oder geniest wird.
In der That, viele würden gedacht haben, Herr Moser niese ebenfalls, anstatt seinem niesenden vis-ä-vis Gesundheit zu wünschen.
„Gut, daß es vorüber ist," sagte er endlich und nickte dazu. Die angeredete Person antwortete nur mit einem Lächeln — in den Augen, denn sie hielt ihr Taschentuch — und zwar ein großes — so vor ihr Gesicht, daß alles außer den Augen verborgen war, gleich einer Orientalin.
„Nun aber an die Arbeit!" sagte Herr Moser plötzlich. Und sogleich begannen die beiden alten Burschen im Zimmer umherzutrotten. Zwei Tische wurden sich gegenüber gerückt und auf jeden derselben ein Weihnachtsbaum gestellt. Und dann begann das Schmücken. Es war drollig mitanzusehen, auf welche Weise die beiden alten Freunde das Ausputzen ins Werk setzten. Jeder von ihnen warf einen flüchtigen Blick auf den Baum des andern und kopierte ihn dann ganz genau. Wenn der alte Herr Moser eine Nuß anhing, hing sein Freund auch eine an, und wenn der alte Herr Moser ein Licht auffteckte, that sein Freund es ebenfalls. Und so fort, daß die Bäume, als sie fertig und die Lichte angezündet waren, einen ganz gleichen Anblick darboten. Die beiden Herren, die nun einige Schritte zurücktraten, um ihr Werk zu betrachten, brachen dann auch, als ihre Blicke sich dabei zufällig begegneten, in ein herzhaftes Lachen aus.
Um nun ihrer jährlichen gemeinsamen Feier einen würdigen Abschluß zu verleihen, bedurfte es nur noch eines Gläschens Wein. Bald war derselbe auch eingeschenkt, und die beiden alten Herren ließen ihre Gläser an einander klingen.
Kling! Kling!
„Ein gesegnetes Weihnachtsfest!" sagte der alte Moser, und die Lippen seines alten Gefährten bewegten sich ebenfalls, aber kein Laut wurde hörbar.
Noch einmal stießen die Gläser an einander.
Kling! Klang!
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