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er hat noch immer Trost gefunden, Der ihn zu suchen war bereit; Ein Kranker, der nicht will gesunden, Krankt mehr an Selbstsucht, als an Leid.
Ohne Kampf und Entsagung ist kein Menschenleben, auch das glücklichste nicht. Das wahre Glück baut sich jeder nur dadurch, daß er sich frei vom Schicksal macht. Bulwer.
Nachdruck verboten.
Der Gylfenhof.
Eine Erzählung von P. D i t f u r t h.
(Fortsetzung.)
VIII.
Die beiden jungen Damen gingen den Ankommenden entgegen, während der Professor im Hintergründe des Gartens verschwand.
Es war Viktor Burghoff und mit ihm kam ein junges, frisch und lustig dreinschauendes Mädchen, die Renaten als seine Schwester vorgestellt wurde.
Die Gäste wurden hinauf geführt und hier von der Hausfrau und Max begrüßt.
Frida und ihre Freundin lachten und schwatzten viel und neckten sich mit den jungen Herren.
Renata kannte den Verkehr unter jungen Leuten wenig und fand sich deshalb schwer in diese Art Unterhaltung. Bald saß sie schweigsam unter dem übermütigen Völkchen und kam sich recht ungeschickt und schwerfällig vor. Anna Burghoff richtete anfangs das Wort hier und da an sie, aber das Ergebnis schien sie nicht zu befriedigen, sie schien den stillen Gast bald gänzlich vergessen zu haben. Als nun auch Frau Falkner abgerufen wurde, fühlte Renata sich so isoliert, daß sie bei passender Gelegenheit ans Fenster flüchtete.
Plötzlich schlug Burghoffs Stimme an ihr Ohr: „Weshalb ziehen Sie sich so zurück, Fräulein Wendelin?"
„Ich fühlte mich fremd," erwiderte sie, flüchtig zu ihm aussehend.
„Fremd unter uns oder nur diesem Jugendmute gegenüber?" fragte er betroffen.
„Das letztere, Herr Burghoff."
„Es thut Ihnen weh, nicht wahr?" fragte er teilnehmend weiter.
„Das wäre wohl sehr egoistisch," antwortete sie, „nein,
ich sehe sogar gern fröhliche Menschen um mich, vielleicht gerade weil ich deren so wenig gesehen- aber ich denke, ich störe mit meinem Wesen, ich muß erst lernen, was Jugend ist."
„Das werden Sie baldigst, Fräulein Wendelin," sagte er mit zuversichtlichem Lächeln, „ich glaube sogar, Sie brauchen das gar nicht erst zu lernen, vielmehr werden Sie eines Tages inne werden, daß Sie recht jung sind."
Sie legte die Hand auf den Tisch und schüttelte leise das Haupt.
„Ob das aber bald sein wird? Und wenn nicht, dann habe ich kein Recht mehr dazu."
Er lächelte wieder. „Das sagen Sie, weil Sie eben noch recht jung sind, und außerdem besteht doch die Jugend nicht blos im Lachen und Necken, das sind nur Symptome."
„Da haben Sie wohl recht, Herr Burghoff, und ich hoffe auch, den trüben Geist mehr und mehr zu bannen, aber jetzt wird es mir noch so schwer," sagte sie leise.
„Das glaube ich von Herzen, Fräulein Renata", erwiderte der junge Mann mit ernster Herzlichkeit, „und seien Sie überzeugt, wir alle ehren Ihren Schmerz."
Sie blickte auf in sein junges, klares Gesicht und reichte ihm unwillkürlich die Hand.
Die beiden andern Mädchen warfen forschende Blicke in die Fensternische, die Max' Aufmerksamkeit schon länger in Anspruch genommen hatte. Er spielte mit dem Klemmer und zog ein ungeduldiges Gesicht. Wie kam es, daß dieser Viktor solches Glück bei der unnahbaren Renata hatte? Er hatte sein möglichstes in Liebenswürdigkeit und Galanterie geleistet, aber stets blieb sie die Kühle, die ihn entweder verwundert oder ein wenig spöttisch oder gar nicht ansah. Welch horrendes Glück hatte er sonst bei den Damen, er kannte sie ja so gut. Nicht, daß ihm dies ernste Mädchen so besonders gefiele, nein, seinetwegen ärgerte er fich.
Frida und Anna erhoben sich und Max ebenfalls. Um Fridas Mund spielte ein mokanter Zug.
Renata sah es- eine leise Nöte stieg in ihr Gesicht und sie trat schnell hervor.
„Wohin wollen die Damen?" fragte Viktor.
„In den Garten", warf Frida über die Schulter zurück und zog Anna so schnell hinaus, daß Renata unmöglich ebenso folgen konnte, ohne lächerlich zu erscheinen.
So mußte sie in Gesellschaft der beiden Herren bleiben, was ihr keineswegs angenehm war, wenn sie an Fridas Blick dachte.
Unten im Garten nahm Boxer, der in tollen Freuden-


