Ausgabe 
19.9.1899
 
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Tieren unter die Haut gespritzt, genügen, diese Tiere zu töten. Jüngst wurde auch noch nachgewiesen, daß Millionen und Millionen Bazillen durch die Haut aus dem Körper herausbefördert werden. Es ist also klar, daß, wenn die Ausscheidung dieser Stoffe verhindert wird und das Gift im Körper zurückbleibt, dies ohne schwere Schädigung der Gesundheit nicht geschehen kann. Schlechte Kleidung, die nicht genug luftdurchlässig, porös ist, kann auch die Haut­ausscheidung behindern und so Krankheiten verursachen. Anderseits kann aber jemand, der schon Reißen hat, durch richtige Kleidung das Auftreten von rheumatischen Schmerzen verhüten, er kann sich gegen die ärgste Zugluft unempfind­lich machen, ja oft den Rheumatismus zur Heilung bringen. Durch schlechtgewählte Kleidung aber kann aus leichtem Reißen ein schwerer Rheumatismus sich bilden.

Beim Reißen wie bei allen anderen Schmerzen kommt es aber vor allem darauf an, deren Hauptursachen zu er­mitteln, nm durch deren Beseitigung das Nebel selbst zu beseitigen. ______________

GeineinMtzigeG.

Entfernen des Rostes aus Stahl- und Eisenteilen. Ist der Rost noch frisch und nicht eingefressen, so nehme man einen mit Oel befeuchteten Kork und reibe damit die ver­rosteten Stellen ab, wodurch sie Reinheit und Glanz zurück­erhalten, ohne durch Kratzen beschädigt zu werden. Hat der Rost dagegen schon weitere Fortschritte gemacht, so empfiehlt derPraktische Wegweiser", Würzburg, die angerosteten Stellen mit einem Gemisch aus feinem Trippel und Schwefel­blüte, welche mit Hilfe von Olivenöl zu einem Teige ge­knetet werden, zu bestreichen und nach einiger Zeit mit einem weichen Leder abzureiben. Dadurch werden die betreffenden Stellen, soweit es überhaupt möglich ist, zu ihrem ursprüng­lichen Aussehen zurückgebracht.

Teppichelken, welche sich umrollen, bringt man wieder rasch in die richtige Lage, wenn man sie mit einem in Was­ser getauchten und wieder ausgedrückten Tuch belegt und mit einem heißen Stahl bügelt und glättet.

Kesirndheitspffege.

Verschlucken bei Kindern. Es ist ganz verkehrt, wenn man beim Verschlucken den Kindern auf den Rücken klopft und ebenso zwecklos. Ein einfaches Mittel besteht darin, daß man die beiden Hände des Kindes faßt und die Arme gestreckt nach oben hält. Dadurch erweitert sich die Brust, so daß das liebel augenblicklich verschwindet.

Rntzen des Honigs. Viele ärztliche Autoritäten em­pfehlen den Honig als treffliches Hausmittel. Er stört die Pilzbildung und ist daher von jeher gegen sogenannte Schwämmchen der Säuglinge von sicherem Erfolge gewesen. Mit Mehl zu einer Salbe verarbeitet, gibt er heilsames Pflaster für böse Finger. Durch den Genuß des Honigs werden angehende Husten, Katarrhe, Schnupfen, Halsentzün- ungen im Keime erstickt und Bakterien wie Pilzbildungen vernichtet. Gegen Krankheiten der Mundhöhle, des Schlun­des und der Atmungsorgane erweist sich reiner Vlütenhonig bei anhaltendem Gebrauche und entsprechender Diät unfehl­bar wirksam. Es ist anzunehmen, daß die im Honig ent- haltene^Ameisensäure dies bewirkt. Alle halbe Stunde einen Theelöffel voll Honig genommen, wirkt bei. einem Katarrh überraschend, und viele Krankheiten der Lunge werden an ihrer Ausbildung verhindert, wie auch Magenleiden wesent­lich gebessert. Der Honig sollte überall dem Publikum em» psohlen werden, da er in der That ein Segen der Mensch­heit ist.

Iür die Küche.

Damwilvziemer gebraten. Das schön herans- gehauene Rückenstück wird abgehäutet und in Essigbeize gelegt, die mit Wurzelwerk, Lorbeerblatt, gequetschten Pfefferkörnern und Citrouenmarkscheiben abgekocht wurde. Beim Gebrauche spickt man den Ziemer dicht, salzt und pfeffert ihn und brät ihn mit gutem Bratenfett, Zwiebel- und Gelbrübenscheiben unter öfterem Zugießen der zur Hälfte mit Wasser verdünnten Beize saftig weich. 2 Koch­löffel Mehl verrührt man mit einem Glase Wein, gießt dies langsam an die Sauce, die nur leicht gebunden sein soll, passiert und entfettet sie, und gibt sie mit etwas Maggi" gehoben zu dem Braten.

Geschmorte Gurken. 10 Personen. Bereitungs­zeit 1 Stunde. Zuthaten: Zwei große Schlangengurken, V8 Eßlöffel Salz, 3 Eßlöffel Essig, V, Eßlöffel Mehl, V2 Liter Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt, 2 Eidotter, eine Prise weiser Pfeffer.

Die Gurken werden geschält, der Länge nach in Hälf- ten-geschnitten, mit einem'silbernen Löffel entkernt, in etwa 5 Ctm. lange und 3 Ctm. breite Stücke zerlegt, mit dem Salz bestreut, gemengt und zugedeckt, bis zum Gebrauch eine Stunde hingestellt. Hierauf schmort man fie in der Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt langsam weich, quirlt den Essig mit dem Mehl, fügt Salz und Pfeffer hinzu, und legiert damit die Sauce. Da die Schärfe des Essigs oft sehr verschieden ist, muß es dem Geschmack überlassen blei­ben, die rechte Quantität zu nehmen, auch kann den Gur­ken ein Zusatz von etwas Zucker gegeben werden.

Omelette mit Pöklingen. 10 Personen. Berei­tungszeit 1/2 Stunde. Zuthaten: 6 Pöklinge (Bücklinge), 12 Eier, 4 Löffel Milch, 1 Bündchen Petersilie, 2 Chalotten in Butter geschwitzt, 100 Gramm Butter, 40 Gramm Mehl, Liter Brühe aus Liebigs Fleisch-Extrakt, Salz nach Geschmack.

Man häutet und zerpflückt die Pöklinge, an deren Stelle auch Sprotten Verwendung finden können, entfernt sorgfältig alle Gräten, bereitet von 50 Gramm Butter und Mehl ein Braunmehl, verkocht dies mit der Brühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt, gibt Petersilie, Chalotten und Pöklinge hinein und schmeckt die dickliche Füllse mit Salz a6; Inzwischen backt man mit dem Rest der Butter zwei Omeletten, je von 6 Eiern bereitet, und zwar nur auf einer Seite, gibt auf die obere Seite die Hälfte der Pöklinge, rollt die Omelette zusammen und bringt sie recht heiß auf den Tisch.

H0M0NYM.

(Nachdruck verboten.)

Es ist das Reich des Purpurs und der Kronen, Hier glänzen Perlen, Gold und Edelstein;

Und doch, sobald die Armen darin wohnen, Siehst oft du weder Glück noch Sonnenschein.

Bei Mondenschein läßt sich's bisweilen sehen, Und täglich bildet es sich beim Gericht.

Du siehst es auch auf Bayerns Karte stehen, Bei Damen schließlich scheint es Ritterpflicht. P.

(Auflösung folgt in nächster Nummer.)

Auflösung der KönigSpramenade in voriger Nummer:

Wer Ueberflüssiges entbehren kann,

Der ist mit wenigem ein reicher Mann;

Doch wer, im Ueberflusse schwelgend, noch entbehrt. Der ist als armer Mann beklagenswert.

Daniel Sanders.

Redaktion: S. Burkhardt. Druck uab Verlag der Brühl'scheu UuiversttätS-Buch- und EtcindMckerei (Pietsch Erben) in Gieße».