Ausgabe 
19.3.1899
 
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Ach, wenn er doch käme!

Aber still, totenstill blieb es um sie. Eine entsetzliche Angst überfiel sie und preßte ihr das Herz zusammen. Wenn er sich zornig von ihr abgewendet hätte? Wenn ihr Klem- mut, ihre Zaghaftigkeit, ihre Furcht feinen fürstlichen Stolz verletzt hätte? Er war es nicht gewohnt, zu bitten und zu betteln. Er war sieghaft durch das Leben gegangen, alle Herzen hatten ihm zugejauchzt, alle Herzen waren ihm zuge­schlagen, sein sieggewohntes Auge leuchtete über einem ganzen Volke, und die schmeichlerische, heuchlerische Gesellschaft der

/ Um niemandem zu begegnen, wählte Elfte den Ausgang durch den Park und gelangte auf einem wenig benutzten Wege in die Stadt. Die Hoflheater - Intendantur, in der der General von Hannecken wohnte, war bald erreicht der General war soeben vom Schloß hetmgekehrt und empfing

Elste mit sehr erstauntem Gesicht.

-Woher kommen Sie so spät, Elsie?' fragte er. Wollen Sie den Abend bet uns zubringen? 's ist heute keine Vorstellung, da bleibe ich zu Hause und wir können gemütlich plaudern. Ihr Leben wird sich wohl bald anders gestalten," setzte er mit einem lauernden, lächelnden Seiten­blick auf Elste hinzu.

Ja, lieber Onkel," entgegnete Elste tief aufatmend, mein Leben muß und wird sich ganz anders gestalten. Ich komme zu Ihnen als Flüchtling ich bitte Sie, mich wieder in Ihr Haus aufzunehmen."

Das junge Mädchen sank erschöpft auf einen Sessel, die Hand vor die schmerzenden Augen legend. Sie sah nicht das starre Erstaunen, welches sich über das vorhin so behag­lich lächelnde Antlitz des Generals ausbreitete, ebenso wenig wie das heimliche Aufflackern in seinen Augen und das spöttische Lächeln, welches seine Lippen umzuckte.

Als Flüchtling kommen Sie zu mir, Elsie? Ja, wie soll ich Sie denn verstehen? Hat man Sie Ihres Dienstes bei Hofe jetzt schon entlassen? Ich sollte doch meinen, daß der Herzog den Schützling seiner Mutter höher schätzte, als

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Würde denn niemand zu ihr kommen? Ach die Her- der Herzog nicht. bie Oberhofmeisterin,

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Weshalb war sie davongeflohen wie ein ausgescheuchtes Rey r Weshalb blieb sie nicht an seiner Seite, stolz auf seine Liebe, demütig in dem Bewußtsein, ihn zu lieben, um seinetwillen alles dahtnzugeben, alles zu ertragen, alles zu dulden? Wes­halb war sie kleinmütig und zaghaft geworden? Weshalb .hatte sie seiner, der hohen Aufgabe, welche ihrer harrte, sich nicht wert gezeigt? r

Sie hatte mit den Augen der Welt, der Gesellschaft gesehen, nicht mit den Augen des Stolzes, der Liebe, der Demut, und der Augenblick des Glückes war verschwunden, das Märchenland war untergetaucht in Nacht und Nebel, und sie war nichts als ein armseliges, zitterndes, zagendes Menschenkind, welches nicht Kraft und Stolz genug besaß, die Hand nach dem höchsten Glück, nach der erhabensten Krone des Lebens, des Schaffens und Wirkens in stolzer Demut